Heilig-Kreuz-Gemeinde besucht Manufaktur Hein Derix in Kevelaer
Nienborger Kirchenfenster als Dachbodenfund

Nienborg -

Im Rahmen der Kreuzwoche fuhr eine kleine Delegation der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz nach Kevelaer. Der Besuch der Gnadenkapelle war dabei selbstverständlich – zugleich aber auch nur Randprogramm.

Mittwoch, 18.09.2019, 05:00 Uhr
Eine Delegation der Heilig-Kreuz-Gemeinde besuchte die Kirchenfenstermanufaktur Hein Derix. Seniorchef Peter Derix führte durch die Werkstatträume.
Eine Delegation der Heilig-Kreuz-Gemeinde besuchte die Kirchenfenstermanufaktur Hein Derix. Seniorchef Peter Derix führte durch die Werkstatträume. Foto: privat

Denn an erster Stelle stand der Besuch der Glasmanufaktur Hein Derix , die in sechster Generation Kirchenfenster und Glasfenster in Bleiverglasung herstellt, restauriert und neu erstellt. Der Besuchsgrund in der Manufaktur, die eigentlich gar keine Führungen anbietet, weil es den Produktionsablauf zu sehr störe, liegt bereits lange zurück.

Im Jahr 1942 bestellte der damalige Nienborger Pfarrer Fürstenau ein neues Kirchenfenster bei Hein Derix, welches das (heute noch bestehende) mittlere Chorfenster im Altarraum der St.-Peter-und-Paul-Kirche ersetzen sollte. Das Fenster wurde hergestellt – die Herstellung eines solch großen Fensters dauert auch heute noch ein bis eineinhalb Jahre – und auch ausgeliefert, aber nie eingebaut. Wohl aufgrund der Kriegswirren wurde es dann wieder zurück nach Kevelaer geschickt, wo es noch heute bei Hein Derix auf eine Verwendung wartet. Die Manufaktur hat bereits vor langer Zeit alle offenen Fragen bezüglich der Besitzansprüche mit dem Bistum geklärt, so dass keine Rechnungen mehr offen sind.

Über all dies berichtete der heutige Seniorchef, Peter Derix , bei seiner Führung durch die Manufaktur. Der Delegation vermittelte er anhand von Unterlagen, die er aufgrund des überraschenden Fundes wieder herausgesucht hatte, dieses Wissen. Peter Derix war nämlich selbst überrascht, dieses Fenster auf seinem Speicher bei Aufräumarbeiten wiedergefunden zu haben.

Auf der Spur des verschollenen Kirchenfensters für St.-Peter-und-Paul

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Er war es auch, der beschloss, dieses Fenster aufzubauen und der Kirchengemeinde, die es damals bestellt hatte, die Möglichkeit zu geben, es einmal selbst zu sehen. Normalerweise liegt so ein Fenster in dieser Größe fein säuberlich verpackt, Element für Element in zig Kisten aufgeteilt, so dass man seine Komplexität nur sehen kann, wenn es wirklich aufgebaut wird.

Diese Möglichkeit ließ sich die Kirchengemeinde nicht entgehen. Bei einer äußerst beeindruckenden Führung erfuhren die Besucher nicht nur alles über das Fenster, sondern auch im Allgemeinen, wie Kirchenfenster überhaupt entstehen. In der Werkstatt, die nicht nur aufgrund des Denkmalschutzstatus ein besonders Flair verströmte, waren jede einzelne Arbeitsschritte gut nachvollziehbar. Beim wandeln in dem verwinkelten Haus mit den knarzenden Holzböden und den unterschiedlichen Arbeitsräumen auf verschiedenen Ebenen atmeten die Besucher förmlich die Kunst ein, die es braucht, um dieses Handwerk auszuüben.

Auch die laufenden Restaurationsarbeiten an Fenstern und Kunstwerken – allesamt aus Glas mit Bleiverglasung – faszinierte die Delegation. Genauso wie das große Glaslager mit all seinen Farbnuancen, aus dem die Manufaktur ihre Vielfalt der Farben zaubert. „Malen mit Licht“ – so nannte Peter Derix seine Kunst.

Im Anschluss an die Führung wurde die Gnadenkapelle besucht, dort im Gebet verweilt und eine kurze Andacht gehalten. Auf der anschließenden Rückfahrt diskutierte die Reisegruppe im Bus noch ausgiebig über diesen interessanten Tag. Alle Teilnehmer waren sich einig: Schade, dass keine so große freie Fläche mehr zur Verfügung steht, um dieses tolle Fenster doch noch nach Hause zu holen.

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