Körperverletzung und Drogenbesitz
20-jähriger Heeker muss Jugendstrafe mit strengen Auflagen verbüßen

Heek -

Wegen etlichen Straftaten musste sich ein 20-jähriger Heeker vor dem Amtsgericht Ahaus verantworten. Dort zeigte sich: Der Mann ist kein unbeschriebenes Blatt. Entsprechend „empfindlich“ fiel die Strafe aus.

Donnerstag, 19.09.2019, 17:26 Uhr aktualisiert: 19.09.2019, 17:40 Uhr
Ein 20-jähriger Heeker ist jetzt aufgrund von Gewalt- und Drogendelikten zu einer „empfindlichen“ Strafe verurteilt worden.
Ein 20-jähriger Heeker ist jetzt aufgrund von Gewalt- und Drogendelikten zu einer „empfindlichen“ Strafe verurteilt worden. Foto: Nina Dittgen

Ein völlig verkorkstes Leben, etliche Einträge im Strafregister und auf dem geistigen Entwicklungsstand eines jungen Teenagers – so muss man die Lebensumstände des 20-jährigen Heekers skizzieren, der sich am Donnerstagmorgen wegen zahlreicher Straftaten vor dem Amtsgericht Ahaus verantworten musste.

Vorsätzliche Körperverletzung, Drogenbesitz und -konsum sowie sechsmaliges Bahnfahren ohne Fahrschein. All diese Taten ereigneten sich zwischen April 2018 und März 2019. Dies räumte der 20-Jährige unter dem Strich mehr oder weniger freiwillig ein. Manches gestand er direkt, in anderen Fällen verstrickte er sich in Widersprüche.

Da er schier endlos viele Einträge im Strafregister samt Freizeit- und Jugendarrest sein Eigen nennt, bekam der Heeker eine „empfindliche“ Strafe nach Jugendstrafrecht. Ein kleiner Auszug der Auflagen: ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung, 100 Stunden gemeinnützige Arbeit, eine Drogenentzugstherapie und regelmäßige Drogenscreenings nach der Therapie.

Von allen Anklagepunkten lag der mit der Körperverletzung am weitesten zurück. Seinerzeit verprügelte – so lautete die Formulierung im Attest der Geschädigten – der Heeker seine minderjährige Freundin in der gemeinsamen Wohnung in Beckum. „Kein Einzelfall“, wie die Geschädigte aussagte. Mittlerweile habe sie sich deshalb auch von dem „Gewaltfreak“ getrennt.

Sie haben die geistige Reife eines 14-Jährigen, wenn überhaupt.

Richter zum Angeklagten

Beachtlich war zudem die Drogenmenge, die Polizeibeamte bei einer nächtlichen Kontrolle am 16. September 2018 beim Heeker in Ahaus sicherstellten – 6,54 Gramm Amphetamine. Sie seien, so der Angeklagte, aber ausschließlich für den Eigenbedarf bestimmt.

Er „versüße“ sich so das Leben auf der Straße. Denn mal wohnte der Heeker bei seiner Mutter, mal beim Vater und mal auf der Straße. Aktuell wieder beim Vater. „Das ist doch kein Zustand“, merkte der Richter diesbezüglich an.

Weil der 20-Jährige noch nie in seinem Leben gearbeitet hat und von Sozialleistungen oder Obdachlosengeld lebt, konnte er auch die Bahnfahrten von Ahaus nach Enschede nicht bezahlen. „Was wollten sie denn in Enschede?“ hakte der Richter nach. „Spazieren gehen“, lautete die Antwort.

Wenig glaubhaft. Letztlich gestand der Heeker, sich im Nachbarland Drogen beschafft zu haben. Darum sei auch kein Geld für eine Fahrkarte übrig gewesen. Die Antworten des Angeklagten waren kurz und leise. Insgesamt wirkte der 20-jährige abwesend, sein Blick ging ins Leere und mehrmals musste der Richter seine Frage wiederholen.

Ob der Angeklagte unter Drogen stand, ist spekulativ. Fakt ist aber, dass er nicht wie ein 20-Jähriger im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten wirkte. Das merkte auch der Richter an: „Sie haben die geistige Reife eines 14-Jährigen, wenn überhaupt.“

Auch die Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe hatte nichts Positives über den Heeker zu berichten. „Seine Drogenproblematik ist gravierend. Und ihm fehlt jegliche Einsicht. Wir sind an einem Punkt, an dem wir sagen müssen, dass wir nicht mehr helfen können.“

Darum verhängte das Gericht am Ende sogar eine signifikant höhere Strafe als der Staatsanwalt in seinem Plädoyer gefordert hatte. „Sie verfügen über schädliche Neigungen und Sie suchen immer die Schuld bei anderen, nie bei sich selbst. In Ihrem Leben muss sich jetzt sofort etwas ändern“, gab der Richter dem Angeklagten zum Abschluss mit auf den Weg.

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