Klimaschutzkonzept
530 000 für die ersten drei Jahre

Nienborg/Heek -

Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen: Heek setzt auf ein Klimaschutzkonzept. Doch dessen Umsetzung ist mit hohen Kosten verbunden. Da stellt sich die Frage: Wofür genau?

Donnerstag, 26.09.2019, 18:10 Uhr aktualisiert: 26.09.2019, 18:16 Uhr
Die Ratsmitglieder der Gemeinde Heek haben einstimmig für die Einführung eines Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepts gestimmt. Dieser wird in den ersten drei Jahren etwa 530 000 Euro kosten.
Die Ratsmitglieder der Gemeinde Heek haben einstimmig für die Einführung eines Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepts gestimmt. Dieser wird in den ersten drei Jahren etwa 530 000 Euro kosten. Foto: Patrick Pleul/dpa

Im Grunde war es nur ein rein formeller Akt, aber hervorzuheben ist das Ergebnis dennoch. Immerhin stimmten alle anwesenden Ratsmitglieder der Gemeinde Heek am Mittwochabend in der Sitzung einstimmig für die Einführung eines integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepts.

Daran sieht man: Das Thema Klimaschutz eint sogar politische Lager – zumindest in Heek. Dennoch wird es zu diesem Thema noch eine Sondersitzung des Rates und des Bauausschusses am 6. November geben. Um Details zu besprechen. Und um die Umsetzbarkeit einzelner Maßnahmen zu prüfen. „Wir brauchen hier einfach Klarheit und eine gute Strategie“, merkte Reinhard Brunsch ( SPD ) in der Sitzung an.

Kosten im sechsstelligen Bereich

Denn die Summe, die für die Finanzierung der zahlreichen Konzept-Maßnahmen alleine für die ersten drei Jahren im Raum steht, hat es in sich. Rund 530 000 Euro soll die Gemeinde das Maßnahmenpaket laut der Hochrechnung von Gertec kosten. Gertec ist jene Ingenieurgesellschaft aus Essen, die die Gemeinde für die Erstellung des Konzeptes im Juli 2018 beauftragt hatte.

Wir sind noch am Anfang, die Umsetzung kommt jetzt als nächstes.

Herbert Gausling über die Förderanträge zum Klimaschutzkonzept der Gemeinde

Grundsätzliches Ziel des Klimaschutzkonzeptes ist es, den Klimaschutz in Heek durch gezielte Maßnahmen und Projekte zu fördern. Diese sollen den Klimaschutzprozess in den kommenden Jahren prägen. Im Konzept selber gibt es sogenannte Handlungsfelder mit diversen Maßnahmen, die je nach Art viel Geld kosten. So wie etwa der zentrale Punkt des Konzeptes, der Klimaschutzmanager (wir berichteten). Für diesen und seine 50-Prozent-Stelle (407 Arbeitstage in drei Jahren) sind 90 000 Euro für die ersten drei Jahren veranschlagt. „Das ist die Summe, die wir als Gemeinde zahlen müssen. Das Gehalt kann sich da jeder ausrechnen“, so Bauamtsleiter Herbert Gausling auf Nachfrage.

Der Klimaschutzmanager selbst soll lokale Kräfte und Akteure bündeln, Prozesse anstoßen, beraten und dort antreiben, wo es nötig ist. Eine Privatberatung für Bürger wird es nicht geben.

Mehrere Projekte

Weitere Kostenpunkte des Konzeptes (Auszug): Optimierung der Straßenbeleuchtung (56  000 Euro), Anpflanzungen von Straßenbäumen (160 000 Euro) oder Erstellung einer Starkregenkarte (35 000 Euro). Am Ende steht dann die Zahl 526 700 Euro. „Um im Bereich Klimaschutz vorwärts zu kommen, muss man so viel Geld auch mal in die Hand nehmen“, stellt Herbert Gausling klar.

Gut für die Gemeinde: Der Bund fördert die Maßnahmen. Beim Posten des Klimaschutzmanagers bis zu 65 Prozent und bei ausgewählten Sofortmaßnahmen über 50 Prozent bis zu 200 000 Euro. Dafür muss die Gemeinde natürlich die notwendigen Anträge bei der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesamtes für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit stellen. „Wir sind noch am Anfang, die Umsetzung kommt jetzt als nächstes“, sagt Herbert Gausling.

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