Bunter Nachmittag
Wo ist Natz Brömmelkamp?

Nienborg -

Aufgelöst steht die betuchte Frau am Tresen der örtlichen Polizeiwache, schnieft in ihr Taschentuch und wartet ungeduldig, dass der Wachtmeister sich ihrem Anliegen annimmt. Der ist eher einer der gemütlichen Sorte. Schließlich darf die Dame ihr Leid klagen: Sie vermisst ihren Mann, Natz Brömmelkamp.

Mittwoch, 09.10.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 10:18 Uhr
Der Wachtmeister beweist eine Engelsgeduld bei der Aufnahme der Personalien des verschwundenen Natz Brömmelkamp. Erna (kl. Foto) möchte indes mit selbst gehäkelten Schlüpfern Entwicklungshilfe in Hamburg leisten.
Der Wachtmeister beweist eine Engelsgeduld bei der Aufnahme der Personalien des verschwundenen Natz Brömmelkamp. Erna (kl. Foto) möchte indes mit selbst gehäkelten Schlüpfern Entwicklungshilfe in Hamburg leisten. Foto: Alex Piccin

So begann der zweite Sketch der Theatergruppe der KFD Nienborg am bunten Nachmittag in der LMA. Wie er endet folgt später. Seit den Sommerferien hat die Gruppe ihre Stücke einstudiert und zweimal wöchentlich geprobt. Und natürlich hatten die Frauen Lampenfieber. „Spätestens wenn das Stück gespielt ist, das nicht so der Favorit ist, fällt die Last ab“, weiß Elke Heyart , Leiterin der Theatergruppe.

Diese besteht komplett aus Laien. Sie haben gezielt auf die beiden Auftritte am Montagabend vor rund 200 Zuschauern und Dienstagnachmittag (100 Zuschauer) hingearbeitet, weitere Aufführungen sind nicht geplant. Schade, werden viele Gäste gedacht haben.

Zu Gast waren auch Pfarrer Leyer als „Heeker Zigeuner“ und Pater Joy als „Nienborger Raubritter“, die die Goldhochzeit der einzelnen Ortsteile zur Gemeinde Heek auf die Schippe nahmen. In dieser Zweckheirat tritt nach 50 Jahren anstatt großer Gefühle die Vernunft in den Vordergrund: „Wir wollen nie auseinander gehen.“ Pater Joy rezitierte dabei sogar auf Plattdeutsch.

Bunter Nachmittag der KFD Nienborg

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Diese Mundart gemischt mit dem Hochdeutschen prägte die Sketche der Frauengemeinschaft und sorgte so bereits für Lacher im Publikum. „De Eeerikaa“ studiert Reinkarnation, während ihre alte Sitznachbarin Luise in der Schule bodenständig als Hofmagd ihr Brot verdient. „Wie du dich verändert hast“, sagt die angehende Akademikerin. Sie möchte im nächsten Leben gern ein Gänseblümchen sein. Luise hingegen wäre lieber eine „Koh“, die das Gänseblümchen frisst und verdaut, damit sie später sagen kann: „Erika, was hast du dich bloß verändert?!“

Die Erna macht sich wieder auf nach Hamburg und sagt ihrer Freundin, wie toll sie das Musical „Katz“ fand. „Cats heißt das“, antwortet diese. – „Ne, Katz. Du bist ja nicht so kulturisch. Aber die Reh-Bär-Bahn war toll.“ Erna möchte in der Hansestadt Entwicklungshilfe leisten und holt aus ihrem großen Koffer die Mitbringsel für die leicht bekleideten und frierenden Damen: selbst gehäkelte Unterwäsche. Wird wohl eher weniger kundenfreundlich sein.

Mitleid mit dem jungen Mädel

Als die Ehefrau nach Hause kommt und ihren Mann in flagranti mit einer jungen Blondine im Bett erwischt, ist dieser um keine Ausrede verlegen und dreht das Kreuzverhör um. Er wollte dem abgemagerten und ungepflegten Mädel nur helfen. Als sie frisch geduscht gehen wollte, war diese so dankbar, dass sie fragte, ob er noch etwas von seiner Frau übrig hatte, das sie nie nutzt. Er zeigte auf das Bett und war sich daraufhin der Scheidungsunterlagen sicher.

Aber wo ist Natz Brömmelkamp abgeblieben? Der Wachtmeister nahm geduldig die äußeren Merkmale auf, die dessen Frau ihm geschildert hat. „Was hat er getragen?“ – „Nix, er hat nie was getragen oder mir geholfen.“ Keine Haare auf dem Kopf, sondern nur in der riesigen Nase, eher breit anstatt groß sei der Natz. Der Wachtmeister fasst alles zusammen: „Ist das so richtig, werte Frau?“ – „Ach, wissen Sie, wenn ich das alles so höre: Lassen Sie das Suchen mal lieber sein.“

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