Freies W-Lan
Kein Internet an zentralen Punkten

Nienborg/Heek -

Es ist einfach praktisch: kostenloses, frei zugängliches W-Lan im öffentlichen Raum. Doch in Heek sind solche Hot Spots rar gesät. Ob sich das ändern wird, hängt von vielen Faktoren ab.

Montag, 14.10.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 17:04 Uhr
Freies W-Lan auf öffentlichen Plätzen wie dem Marktplatz würden die Bürger der Gemeinde Heek begrüßen. Die Verwaltung hofft hingegen auf einen flächendeckenden neuen 5G-Standard. Der so genannte Freifunk wäre auch eine Option.
Freies W-Lan auf öffentlichen Plätzen wie dem Marktplatz würden die Bürger der Gemeinde Heek begrüßen. Die Verwaltung hofft hingegen auf einen flächendeckenden neuen 5G-Standard. Der so genannte Freifunk wäre auch eine Option. Foto: Klose

Es tut sich einfach nichts. Mitten auf dem Marktplatz in Heek ist man im Netz des Mobilfunkanbieters O2 praktisch verloren. Schnelles mobiles Internet? Fehlanzeige. Das langsame „Edge“ ist das höchste der Gefühle. Wenn überhaupt. Der Seitenaufbau dauert eine gefühlte Ewigkeit. Die Probleme mit O2 in und um Heek sind nicht neu. Wer auf ein Telekom-Netz zurückgreifen kann, ist klar im Vorteil. In einigen Fällen gibt es sogar LTE-Geschwindigkeit. Für alle, die dieses Glück nicht haben oder Datenvolumen sparen wollen, wären öffentliche W-Lan-Hotspots eine ideale Lösung.

Die Idee ist im Heeker Rathaus nicht neu. Im November 2014 regte die CDU-Fraktion an, in allen öffentlichen Gebäuden sowie an allen öffentlichen Plätzen kostenloses W-Lan zu installieren. Als Service für die Allgemeinheit. Praktisch wäre dies allemal – erst recht als O2-Kunde. Fünf Jahre später ist eine Lösung noch immer nicht in Sicht. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde die Geschichte auf die lange Bank geschoben. „Ist das technologisch jetzt noch erforderlich?“, fragte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff in die Runde und verwies dabei auf die neue 5G-Mobilfunktechnik.

Diese Technik soll das mobile surfen und telefonieren revolutionieren und zugleich die Digitalisierung vorantreiben. Ab 2020 soll das 5G-Netz in Deutschland für Kunden verfügbar sein. Also das Ende aller öffentlicher W-Lan-Pläne für die Gemeinde Heek? Jein. Ja, weil der ursprünglich geplante Umfang merklich reduziert werden soll. Und nein, weil zumindest kleine Bereiche, etwa am Eppingschen Hof und auf der Burg, mit öffentlichem W-Lan versorgt werden sollen. In der Theorie zumindest.

„Es würde aber auch an weiteren öffentlichen Gebäuden Sinn machen“, sagte Walter Niemeyer ( CDU ) in der Sitzung. „Da, wo es Sinn macht, werden wir die Sache prüfen“, antworte Franz-Josef Weilinghoff. Prinzipiell ginge es darum, die Kosten und den Aufwand möglichst gering zu halten.

Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten für eine professionelle, vollflächige W-Lan-Erschließung des Marktplatzes und der Stiege sowie des Burgbereiches auf 20 000 bis 30 000 Euro – zuzüglich der monatlichen Gebühren für die notwendigen Internetanschlüsse. Eine Stange Geld, trotz Fördergeldern aus dem Programm „Wifi4EU“. Eine Zusicherung über 15 000 Euro liegt der Gemeinde bereits vor.

Eine junge Frau, die ihren Namen nicht in er Zeitung lesen möchte, sagt im Vor-Ort-Gespräch mit unserer Redaktion auf dem Marktplatz: „Ich würde kostenloses W-Lan hier sehr begrüßen. Datenvolumen sparen ist doch super und ob das mit 5G alles so funktioniert, ist ja auch nicht klar. Die Politik sollte endlich mal was machen.“ Aspekte, die nicht von der Hand zu weisen sind.

Eine kostengünstige Möglichkeit für die Gemeinde wäre es auch, konsequent auf den so genannten „Freifunk“ zu setzen. Vorausgesetzt die Bürger ziehen mit. Dazu benötigt man einen mit der „Freifunk-Software“ bespielten Router.

Nach der Installation der Software können die Freifunkrouter mit dem privaten Internetanschluss verbunden werden und sind dann für die Öffentlichkeit nutzbar. Derzeit gibt es 20 solcher Zugangspunkte in Heek, allerdings sehr verstreut und nicht an den angesprochenen öffentlichen Plätzen.

Sorgen um die Privatsphäre muss sich kein Anbieter machen. Die Freifunk-Router bauen einen VPN-Tunnel zu einem Gateway-Server des Fördervereins auf, sodass die Adresse des Internetanschlusses nicht sichtbar wird.

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