Blühwiesen
Kostenlos Blütenmeer anlegen

Nienborg/Heek -

Insekten sind ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil unseres Ökosystems. Um dem Populationsrückgang entgegenzuwirken, gibt es viele Maßnahmen. Daran beteiligen kann sich jeder.

Dienstag, 15.10.2019, 17:16 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 17:04 Uhr
Mohn könnte eine Alternative im Saatgut für Blühwiesen und Blühstreifen werden.
Mohn könnte eine Alternative im Saatgut für Blühwiesen und Blühstreifen werden. Foto: Klaus Meyer

Sie sollen einen Lebensraum für Bienen und Insekten schaffen und zugleich das Auge erfreuen – die Blühwiesen und Blühstreifen in Nienborg und Heek. Seit dem Antrag der SPD-Fraktion im Mai 2018 ist das Thema in der Gemeinde akut. Sogar eine eigene Arbeitsgruppe wurde gegründet. Der Erfolg ist noch ausbaubar.

Eines vorweg: Die zwei trockenen Sommer in Folge waren für das Projekt nicht förderlich. In Teilen hat das Saatgut schlicht nicht gekeimt. Auch die Vor- sowie Nacharbeit war nicht ohne. So ist laut der Arbeitsgruppe vor der Einsaat eine intensive Bearbeitung der Fläche notwendig. Damit „Ungräser“ wie die Quecke und Brennnessel nicht die Oberhand gewinnen.

Das gilt für alle Teilbereiche des Projektes. Beteiligt sind die Gemeinde, die Bürgerstiftung Heek-Nienborg und Privatpersonen. So brachte die Gemeinde bereits 2018 auf einer Gesamtfläche von vier Hektar Saatgut aus. Die Bürgerstiftung tat dies mit der Hilfe eines Gönners und vieler Sponsoren in diesem Jahr ebenfalls.

2019 holten sich immerhin 24 Personen kostenloses Saatgut beim Bauamt der Gemeinde ab. 2018 sollen es gerade einmal drei gewesen sein. Dabei ist das der Kerngedanke der Blühstreifen. Besonders in Zeiten, in denen Steingärten offenkundig immer beliebter werden. Bürger können etwas für die Biodiversität und den Rückgang des Insektenbestandes tun, indem sie Blühflächen auf ihren Grundstücken anlegen. Reinhard Brunsch ( SPD ) sagte in der jüngsten Ratssitzung: „Wir sind auf einem gutem Weg. Ein Anfang ist gemacht. Es gibt aber auch noch Luft nach oben.“

Für alle Blühflächen gilt: Direkt an der Straße bergen sie ein gewisses Risiko in den trockenen Monaten des Jahres. Da reicht schon eine arglos aus dem Autofenster geworfene Zigarette, um einen Brand auslösen.

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff wurde mit Blick auf die bisherige Bürgerbeteiligung in der jüngsten Sitzung deutlich: „Unser Ziel ist es, das Thema noch mehr in die Öffentlichkeit zu tragen. Jeder Bürger kann sich hier einbringen.“ Für alle Beteiligten gilt das Credo „experimentieren“. Gerade mit Blick auf die Zusammenstellung der Saatmischung. So sagte Walter Sosul (Vorsitzender der Bürgerstiftung) bereits im August: „Vielleicht setzen wir im kommenden Jahr mal auf Mohn. Wir müssen ausprobieren, was auf dem Boden möglich ist.“

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