Dorfimkerei
Bienen spielen zentrale Rolle

Nienborg/Heek -

Die Dorfimkerei im Heeker Stiegenpark gibt es seit 2012. Die Idee hinter diesem Projekt ist vielschichtig. Die Honigproduktion als solches ist dabei lediglich ein kleiner Nebeneffekt.

Dienstag, 29.10.2019, 18:22 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 18:26 Uhr
Herbert Moritz (oben) vom Nabu steht Detlef Bauerdick (r.) als Projektleiter für den Betrieb der Dorfimkerei zur Seite.
Herbert Moritz (oben) vom Nabu steht Detlef Bauerdick (r.) als Projektleiter für den Betrieb der Dorfimkerei zur Seite. Foto: Markus Gehring/privat

Zentral und idyllisch ist der Standort der Dorfimkerei in Heek. Mitten im Stiegenpark haben sechs Bienenvölker ihr Zuhause gefunden. Seit 2012 betreut Kleinimker Detlef Bauerdick an diesem Standort die Bienen. Herbert Moritz vom Nabu steht ihm dabei als Projektleiter zur Seite.

Gemeinsam wollen die beiden vor allem rund um das Thema „Bienen“ sensibilisieren – besonders mit Blick auf das Bienensterben, für das laut Nabu überwiegend der Mensch verantwortlich sei. Dabei spielen gerade Bienen eine zentrale Rolle im Erhalt des Ökosystems.

In der Dorfimkerei findet keine intensive Bewirtschaftung statt.​„Ein bisschen Honig fällt am Ende aber auch ab“, sagt Detlef Bauerdick. Je nach Witterungsbedingungen und Intensität der Bewirtschaftung etwa 15 bis 20 Kilo pro Jahr. „Wenn man es ausreizen würde, wären auch 50 Kilo möglich. Aber darum geht es hier ja nicht“, so der Imker.

Viel wichtiger sei es, gerade Kinder für die Thematik der Bienen zu begeistern. „Sie sind unsere Zukunft. Wenn sie verstehen, wie wichtig Bienen für das Ökosystem sind, dann ist das sehr vielversprechend“, sagt Herbert Moritz. Genau deshalb freut es die beiden, das von den gut 400 Besuchern in diesem Jahr mehr als die Hälfte Kinder waren.

Während der Vor-Ort-Termine, die auch spontan auf Anfrage gebucht werden können, bringt Bauerdick den Besuchern all das nahe, was man über ein Bienenvolk wissen muss. Herbert Moritz ergänzt das Ganze mit Vorträgen zu weiteren, umweltrelevanten Themen.

Besonders in Zeiten von immer mehr sogenannten „Steingärten“ und großflächigem Pestizid-Einsatz haben es Bienen schwer, Nahrung zu finden und zu überleben. „Dabei könnte jeder so viel tun. Einfach mal eine kleine Blühfläche im Garten anlegen“, stellt Herbert Moritz klar. Die Gemeinde Heek vergibt sogar kostenloses Saatgut für Blühflächen.​

Bemerkenswert: Das gesamte Projekt, mit allem, was dazu gehört, basiert ausschließlich auf Spenden. Hütte, Toilette, Geräte, Schutzanzüge, Bienenkästen oder Werkzeug – alles wurde durch Spenden finanziert. Auf etwa 10 000 Euro schätzt Moritz das bisherige Investitionsvolumen.

„Wir haben glücklicherweise zehn Unternehmen aus vier Orten hier in der Gegend, die regelmäßig spenden.“ Die Gemeinde stellt das Areal im Stiegenpark kostenlos zur Verfügung. Für das kommende Jahr ist ein Teil der Spendengelder gedanklich schon verplant. „Wir würden gerne noch ein Gerätehaus bauen, einen weiteren Wildbienenkasten und ein zusätzliches Wildbienenhotel finanzieren“, so Herbert Moritz.

Übrigens: die sechs Bienenvölker im Stiegenpark sind keine Wildbienen. Darum stirbt über den Winter auch nicht das gesamte Volk. „Die Größe des Volkes reduziert sich im Winter von etwa 50 000 auf 10 000 Bienen“, erklärt Detlef Bauerdick. Die verbleibenden Bienen füttert der Imker mit 20 Kilo Zuckerwasser pro Volk durch den Winter. Die Honigproduktion selbst findet bei Detlef Bauerdick in der Küche statt. „Es gibt strenge Auflagen. Ich räume jedes Mal die komplette Küche aus“, erklärt der Imker. Zweimal im Jahr, Ende Mai und Mitte Juli, steht die „Ernte“ an. Dass der Honig etwas besonderes ist, zeigt sich daran, dass dieser schon mehrfach prämiert wurde.

In seinen Genuss kommen Spender und Besucher. Einen „richtigen“ Verkauf gibt es nicht, dafür ist die produzierte Honigmenge zu gering. Die werde auf bis zu 60 Inhaltsstoffe überprüft. „Wir können also feststellen, wenn jemand im Umkreis spritzt oder dergleichen“, sagt Herbert Moritz. Und der Umkreis ist begrenzt, in der Regel auf drei Kilometer rund um die Imkerei. „Nur in Ausnahmefällen legen die Bienen größere Distanzen zurück“, so Detlef Bauerdick.

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