Bastelgruppe der Leprahilfe bereitet sich auf den Basar vor
Tisch ist zu klein für alle Keksdosen

Nienborg -

Die Frauen der Leprabasar-Bastelgruppe freuen sich auf Weihnachten – allerdings bitte ohne Plätzchen. „Die mögen wir dann nicht mehr“, sagt Marina Kock. Kein Wunder, backen sie doch für den Leprabasar am kommenden Wochenende Plätzchen en masse.

Montag, 11.11.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 18:08 Uhr
Die Lichterketten werden von (o.v.l.) Marina Kock, Monika Kock und Elisabeth Kock kontrolliert. Derweil richtet Stephanie Wölki ein Gesteck.
Die Lichterketten werden von (o.v.l.) Marina Kock, Monika Kock und Elisabeth Kock kontrolliert. Derweil richtet Stephanie Wölki ein Gesteck. Foto: Rupert Joemann

Sechs Kilo Mehl hat Eva Küper bereits verarbeitet – alleine fürs Spritzgebäck. An diesem Abend stehen einige Keksdosen auf dem Tisch. Enthalten sind Kostproben. Stephanie Wölki hat schon 14 Eimer fertig. Bei den anderen Frauen sieht es ähnlich aus. Eva Küper reicht ihr 4,20 Meter langer Tisch nicht mehr für alle Kekse. Einige Dosen werden unter dem Tisch gelagert. Andere Frauen der Gruppe bewahren sie kühl im Keller auf. Jede so, wie sie Platz hat.

Die letzten zwei Wochen vor dem Leprabasar packt die Nienborgerinnen traditionell der Backstress. „Ich habe von morgens bis abends gebacken“, sagt Eva Küper. Einige andere nicken. Sie wissen wovon Küper spricht.

Generationenwechsel ist gesichert

Seit über 40 Jahren gibt es die Lepragruppe in Nienborg. Franz Tönnes von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe lobt das langjährige Engagement. „Nicht überall hat der Generationenwechsel so toll stattgefunden“, freut sich Tönnes, dass auch jüngere Frauen mitmachen. In anderen Orten müsse er schon mal die Mitglieder motivieren, „das ist hier nicht nötig“.

Marina Kock und Elisabeth Kock sind seit 1981 dabei. Die meisten anderen auch schon eine halbe Ewigkeit. Mit Lena und Christina Küper hilft aber schon der Nachwuchs mit. Der nächste Generationenwechsel scheint gesichert zu sein.

Ich sollte nur mal zeigen, wie man eine schöne Schleife bindet.

Marion Kaul

„Ich sollte nur mal zeigen, wie man eine schöne Schleife bindet“, erzählt Floristin Marion Kaul. Das war vor rund 30 Jahren. Beim Schleifebinden ist es nicht geblieben. Marina Kock und Stephanie Wölki haben als Zehnjährige geholfen, Kaffee auszugeben. Jetzt backen und basteln sie selbst. „Ich durfte als Kind länger aufbleiben, wenn die Erwachsenen im Keller gebastelt haben“, erinnert sich Marina Kock an die ersten Erlebnisse mit der Lepragruppe.

Am vergangenen Sonntag haben die Frauen die Plätzchen eingepackt. Dabei geht es fast zu wie beim Kinderspiel „Reise nach Jerusalem“. Eine Kekstüte steht auf einer Waage und die Frauen laufen um den Tisch und stecken von jeder Kekssorte ein Gebäck in die Tüte, bis diese 400 Gramm wiegt. Circa 200 Tüten haben die Frauen gefüllt. Jede Tüte wird für vier Euro verkauft.

Doch nicht nur Plätzchen haben sie hergestellt. Auch jede Menge weihnachtliche Dekorationen, Adventsgestecke, Marmeladen, Säfte und Liköre sollen Kunden für den guten Zweck anlocken.

In Marina Kocks Keller stehen die selbst gebastelten Gestecke. „Mit einem Lichtband sind sie besser zu verkaufen“, haben die Frauen die Erfahrung gemacht.

227 Marmeladen-Gläser

Marina Kock hat sogar einen eigenen Werkraum. In den Regalen sind fein säuberlich die benötigten Materialien verstaut – von Holzelementen bis hin zu kleinen roten Christbaum-Kugeln. Seit Anfang an, also seit fast 40 Jahren, wird hier für die Leprahilfe gewerkelt. Während das Backen kurz vor dem Basar ansteht, werden die anderen Produkte über das ganze Jahr verteilt hergestellt. Stephanie Wölkis beiden Adventskalender kommen erst gar nicht in den Verkauf. Die liebevoll gestalteten Pinguin-Kalender mit 48 kleinen selbst gestrickten rotz-weißen Mützen haben vorher schon ihre Abnehmer gefunden.

Elisabeth Kock hat es dieses Mal auf 227 Marmeladen-Gläser gebracht. Eva Küper ebenfalls auf stolze 100. „Ich musste mir die Gläser zusammensuchen“, erzählt Elisabeth Kock schmunzelnd. Freunde und Bekannte sammeln mit. Selbst die Mitglieder der Wassergymnastik-Gruppe helfen dabei.

Für die Marmeladen geht Elisabeth Kock entweder in den Garten oder in den Busch. Dort sucht sie verschiedene Beerensorten. „Ich habe in diesem Jahr Pflaumen geschenkt bekommen“, erzählt Stephanie Wölki, die verwendete sie prompt fürs Marmelade machen.

Auch wenn im Vorfeld die Frauen von allem en masse haben, gehen die Sachen während des Basars schnell weg. Viele Stammkunden warten schon auf die Spezialitäten. Die Kunden können offensichtlich die Plätzchen der Bastelgruppe zu Weihnachten sehen.

Öffnungszeiten

Der Leprabasar findet am Samstag (16. November) von 14 bis 20 Uhr und Sonntag (17. November) von 10 bis 17 Uhr im Haus Hugenroth auf der Burg statt. Die Caféteria ist am Samstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Kuchenspenden können an beiden Tagen ab 13 Uhr abgegeben werden.

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