Kreis befürchtet durch Wegfall der Notarzt-Station in Vreden keine Auswirkungen für Heek
Helfer sind fast immer pünktlich

Heek -

Der Name Heek sei bei der Notarztdiskussion „bisher Gott sei Dank nicht thematisiert worden“. Heeks CDU-Fraktionschef Walter Niemeyer wollte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwochabend aber trotzdem wissen, wie sich die Veränderung der Notarzt-Struktur im Kreis für Heek auswirken wird.

Donnerstag, 28.11.2019, 20:29 Uhr
Die Mitarbeiter der Johanniter rücken von der Rettungswache in Heek zu den Einsätzen aus. Der Notarzt kommt in der Regel aus Ahaus. Er kann aber auch aus Gronau angefordert werden.
Die Mitarbeiter der Johanniter rücken von der Rettungswache in Heek zu den Einsätzen aus. Der Notarzt kommt in der Regel aus Ahaus. Er kann aber auch aus Gronau angefordert werden. Foto: Markus Gehring

Hintergrund: Ab Januar wird es in Vreden keinen Notarzt-Standort mehr geben. Im Kreis gibt es danach mit Ahaus, Stadtlohn, Borken, Bocholt und Gronau nur noch fünf Standorte, von denen aus ein Notarzt ausrücken wird. Die sind dann zuständig für 17 Städte und Gemeinden im Kreis, insgesamt 1054 Kilometer Straßen und 1420 Quadratkilometer Fläche, auf denen rund 370 000 Einwohner leben.

Mit dem Wegfall des Notarzt-Standortes in Vreden verändert sich die Einsatzstruktur der Notärzte aus Stadtlohn und Ahaus. Die sind dann auch für den Raum Vreden zuständig. Wie Heribert Volmering, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung beim Kreis Borken, ausführte, ist vorgesehen, dass der Notarzt aus Ahaus den nördlichen Bereich Vredens mit den Ortsteilen Lünten, Ellewick und Ammeloe zusätzlich übernehmen wird. Aus Stadtlohn soll der Notarzt zu Einsätzen in den übrigen Bereichen Vredens ausrücken.

Wie Heribert Volmering erklärte, bedeutet das für den Ahauser Notarzt, dass er rund 25 Prozent der bisherigen Einsätze des Vredener Notarztes (363 in 2018) übernehmen wird. Damit würden auf den Notarzt aus Ahaus rund 80 Einsätze im Raum Vreden zukommen. Das bei einer derzeitigen Zahl von 1054 Einsätzen im Jahr.

Dreijährige Ausbildung

Seit 2014 hat der Kreis in Bocholt eine eigene Schule für die Ausbildung von Notfallsanitätern. Rund 520 Stunden Ausbildung musste noch vor ein paar Jahren ein Rettungssanitäter absolvieren, bevor er auf dem Rettungswagen eingesetzt wurde. Heute dauert die Vollausbildung für einen Notfallsanitäter rund drei Jahre. Mittlerweile gibt es 110 Notfallsanitäter, die im Kreis Borken auf Rettungswagen ihren Dienst versehen. Ziel sei es, 140 Notfallsanitäter im Kreisgebiet einzusetzen, erklärte Heribert Volmering. Jährlich werden 20 neue Notfallsanitäter ausgebildet.

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„Das ist weit davon entfernt, was ein Notarzt-Standort leisten kann“, schilderte Volmering, dass der Notarzt in Bocholt schon rund 2600 Einsätze im Jahr gefahren hat. Im Vorjahr lag die Zahl bei 1831 Einsätzen. „Klar ist, der Ahauser Notarzt muss ein bisschen weiter fahren“, räumte Heribert Volmering ein. Was ist, wenn der Ahauser Notarzt in Vreden unterwegs ist? Diese Frage war für die Kommunalpolitiker natürlich wichtig.

Wie Heribert Volmering ausführte, ist Heek „in der glücklichen Lage“, zeitnah auch vom Notarzt aus Gronau erreichbar zu sein. So könnten doppelte Einsatzgeschehen aufgefangen werden, schilderte Volmering. Dadurch würden „keine gravierenden Zeitverluste entstehen“, betonte der Mitarbeiter des Kreises. Und: „Heek ist dadurch relativ gut abgesichert.“ Die rettungsdienstliche Versorgung werde sich „in Zukunft nicht gravierend ändern oder verschlechtern“, ergänzte Volmering.

Gleichzeitig führte der Fachbereichsleiter aus, dass die Einsatzzahlen der Notärzte seit 2015 rückläufig sind. „Das hängt damit zusammen, dass die Notfallsanitäter wesentlich besser ausgebildet sind“, sagte Volmering (siehe Infokasten). Oft sei kein Notarzt bei Einsätzen mehr erforderlich.

Zwölf Minuten sei die sogenannte Hilfsfrist. Das sei die Zeit, die vom Notruf bis zum Eintreffen des ersten Hilfsmittels eingehalten werden sollte. Heribert Volmering berichtete den Mitgliedern des Ausschusses, dass diese Hilfsfrist in Heek in 96 Prozent aller Einsätze eingehalten wird. Auf Kreisebene seien es 93 Prozent.

Angestrebt sei die Einhaltung der Hilfsfrist in 95 Prozent aller Fälle. 90 Prozent seien aber schon gut, erklärte Volmering. Er wies auch darauf hin, dass die zwölf Minuten keine gesetzliche Vorgabe seien: „Es gibt ein Gerichtsurteil“, in dem diese zwölf Minuten gefordert wurden.

„Die Zahlen sprechen für sich“, gab sich Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff nach den Ausführungen beruhigt, was die notärztliche Versorgung Heeks ab Januar 2020 angeht. Von Seiten der Politiker gab es keine weiteren Fragen zur Notarztversorgung für Nienborg und Heek.

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