Xenia Janković und Nina Tichman in der Landesmusikakademie
Philosophische Ebene der Musik

Nienborg -

Beethoven und Fauré also. Zwei Komponisten, die sich trotz ihres Gehörverlustes auf für ihre Zeit neue musikalische Wege begaben, eine „philosophische Ebene“ betraten, wie Xenia Janković anmerkte. Die Cellistin gab am Freitagabend mit der Pianistin Nina Tichman ein Konzert in der Reihe „Meisterduos“ der Landesmusikakademie.

Sonntag, 08.12.2019, 18:00 Uhr
Nicht nur Pianistin Nina Tichman (.l) und Cellistin Xenia Janković hatten ihre Freude an dem Konzert, auch die Besucher freuten sich über einen gelungenen Auftritt.
Nicht nur Pianistin Nina Tichman (.l) und Cellistin Xenia Janković hatten ihre Freude an dem Konzert, auch die Besucher freuten sich über einen gelungenen Auftritt. Foto: Martin Borck

Welche musikalische Vorstellungskraft müssen die beiden Komponisten gehabt haben! Ohne dem komponierten Klang kritischen Hörproben unterziehen zu können, schufen sie Werke, die nahtlos an ihr bisheriges Œuvre anschlossen.

Die Sonaten für Klavier und Violoncello verfügen aber auch über eine spezielle Eigenschaft, die den Komponisten vielleicht entgegenkam: die körperlich besonders gut zu spürende Sonorität der beiden Instrumente. Cello und Klavier sind in ihrer Ganzheit Klangkörper, deren Vibrationen nicht nur über das Gehör sinnlich zu erfahren sind.

Die beiden Musikerinnen machten diese Körperlichkeit des Klangs auf ihre Art spürbar. Sie gingen mit: Janković legte den ganzen Körper in den Strich ihres Bogens, Tichman bewegte den Oberkörper, sang innerlich die Melodie mit. Bei alldem waren sie aber nicht in ihrer eigenen musikalischen Welt verhaftet, sondern achteten aufeinander. Sinnliche Erfahrungen, die sich auch auf die Zuhörer übertrugen.

Das Andante in Beethovens Sonate C-Dur ließ das Herz aufgehen: Diese von den beiden Musikerinnen fast ins Schmerzliche hinausgezögerten Pausen, bis endlich die sehnlich erwartete Auflösung in Harmonie erfolgt – das hatte Klasse.

Dann der unmittelbare Übergang ins fast feurige Allegro, das von einem energischen Thema beherrscht wird. Nach dem erwartungsweckenden Adagio der raffinierte Schlusssatz, in dem die beiden die markanten Motive spielerisch kommentierten und aufnahmen.

Auch Beethovens Sonate in D-Dur lebt von Kontrasten: Dem Allegro con brio folgt ein langes Adagio, das sich viel Raum für die Ausdrucksentfaltung nimmt – und dann schließt das Stück mit einem wie aus der Zeit gefallenen Allegro fugato. Eine Reminiszenz an Bach?

Faurés Sonate Nr. 1 in d-Moll war da weniger gut zu packen. Ein nachdenklicher Charakter bricht sich Bahn, das Cello erzeugt atmosphärische Stimmungen, die tatsächlich philosophische Gedanken und Assoziationen generieren. Die Entstehungszeit des Werkes am Ende des Ersten Weltkriegs mag für die musikalischen Gedankenspiele eine Rolle gespielt haben.

Die zweite Cellosonate, von denen das Duo den zweiten Satz als Zugabe spielte, war da zugänglicher – trotz oder gerade wegen seines elegischen Charakters.

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