RW Nienborg hängt Nistkästen auf
Meisen sollen das Jucken beenden

Nienborg -

Der Eichenprozessionsspinner sorgt jedes Jahr wieder für neues Aufsehen und Unruhe. Der Sportverein Rot-Weiß Nienborg geht nun mit einer besonderen Methode gegen die Raupen des Schmetterlings vor.

Freitag, 03.01.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 19:04 Uhr
Die 49 rund um das Eichenstadion angebrachten Nistkästen sollen dafür sorgen, dass mehr Eichenprozessionsspinner auf dem Speiseplan von Vögeln landen.
Die 49 rund um das Eichenstadion angebrachten Nistkästen sollen dafür sorgen, dass mehr Eichenprozessionsspinner auf dem Speiseplan von Vögeln landen. Foto: SC Nienborg

Wer momentan am Eichenstadion in Nienborg vorbeispaziert, dem wird eine Veränderung an den Bäumen aufgefallen sein. Seit Kurzem sind einige Eichen mit Nistkästen versehen. „Wir wollen damit auf natürlichem Wege den Eichenprozessionsspinner bekämpfen. Die Voraussagen der Experten sind, dass die Anzahl an Tieren in diesem Jahr im Vergleich zu den vergangenen Jahren noch zunehmen wird“, sagt Martin Mensing , Vereinschef von Rot-Weiß Nienborg.

Ziel ist, dass heimische Vogelarten das Problem verringern sollen. Meisen und Co. sollen sich niederlassen und möglichst viele Raupen vertilgen. Ähnliche Aktionen gab es schon in Ochtrup, Horstmar, Rinkerode und Metelen. Auch Lüdinghausen setzt auf Nistkästen für Meisen. Hunderte davon werden dort von Schülern angefertigt.

Es bestand nie eine Gefahr für die Sportler oder für die Zuschauer.

Martin Mensing

Bereits in den vergangenen Jahren hatte sich der Schmetterling mit einigen Nestern auf dem Gelände des Eichenstadions breitgemacht. „Es bestand jedoch nie eine Gefahr für die Sportler oder für die Zuschauer, da die Eichen weit entfernt vom Spielfeld stehen“, sagt Martin Mensing. Zumal die Gemeinde die betroffenen Bäume auch regelmäßig abgesaugt hatte. ​

Folgen eines Kontakts mit den Brennhaaren des Tieres können eine Rötung der Augen, ein Tränen, ein Jucken und eine Entzündung der Haut sein.

Die Ausdehnung des Eichenprozessionsspinners hatte auch in der gesamten Gemeinde Heek und in den umliegenden Orten für gesperrte Spielplätze und Parkanlagen gesorgt.

Daher rückten im Sommer und im Herbst viele Kommunen mit großen Saugern und Chemie gegen den Schädling aus. Nun soll mit den Nistkästen und dem Anlocken der Meisen auf eine natürliche Methode zur Bekämpfung der Raupen mit den Gifthaaren gesetzt werden.

Kontakt schnell hergestellt

Die Nistkästen für die Meisen hat der Verein von der Bürgerstiftung Heek bekommen. „Eines unserer Mitglieder hörte von den angefertigten Kästen. Dann wurde der Kontakt zur Bürgerstiftung schnell hergestellt und wir konnten die Nistkästen zeitnah abholen“, erzählt der Vereinschef von Rot-Weiß.

Die Bürgerstiftung produzierte die Nistkästen bereits im Vorhinein. Daher warteten sie schon auf die Abholung. Im Januar oder Februar hätten sie sowieso angebracht werden müssen, erklärt Martin Mensing. „Drei Leute aus dem Verein haben dann kurz nach Weihnachten insgesamt 49 Nistkästen auf dem Gelände des Eichenstadions angebracht.“

Die Verantwortlichen hoffen nun, dass die heimischen Vögel die Raupen des Eichenprozessionsspinners verspeisen. Die Nistkästen bleiben für die kommenden Jahre hängen und werden regelmäßig vom Platzwart der Rot-Weißen geprüft.

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