Verfahren wegen Körperverletzung und Beleidigung gegen 19-jährigen Heeker
Streit bei Landjugendparty endet mit Schlägen und Beleidigungen

Heek/Ahaus -

Die Einsicht kam spät und erst nach einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Verteidiger vor der Tür des Saals beim Amtsgericht Ahaus. Dann gestand der wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung angeklagte 19-jährige Heeker die ihm zur Last gelegten Taten während einer Landjugendparty in der Bauerschaft Averbeck. Das Verfahren wurde daraufhin unter Auflagen eingestellt.

Dienstag, 07.01.2020, 06:00 Uhr
Eine Landjugendparty (hier ein Symbolfoto) in der Bauerschaft endet mit Schlägen und Beleidigungen.
Eine Landjugendparty (hier ein Symbolfoto) in der Bauerschaft endet mit Schlägen und Beleidigungen. Foto: Britta Pedersen/dpa

„Sie kommen hier mit einem blauen Augen davon“, stellte der Richter zum Abschluss klar. Und so klar diese Aussage war, so undurchsichtig war über weite Strecken die Beweisaufnahme, um den Tathergang im Detail zu rekonstruieren.

Die Eckdaten: Gegen 2 Uhr nachts am 16. Juni 2019 kam es vor dem Festplatz zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und zwei Geschädigten. Dabei schlug der 19-Jährige dem ersten Opfer unvermittelt von hinten in den Rücken, ehe er dessen Begleiterin gegen einen Bauzaun drückte.

Dass die Geschichte nicht noch weiter eskalierte, war den Sicherheitskräften zu verdanken, die schnell eingriffen und den Schläger mit einem Griff in den Nacken vom Ort des Geschehens entfernten. So zumindest schilderten es die Geschädigten vor Gericht. Für sie selbst ging es nach dem Vorfall ins Krankenhaus.

Die Polizei wurde nicht gerufen. Die Anzeige erfolgte einen Tag später. Dabei, so schilderten es beide Opfer, hätten sie die Geschichte gerne mit dem „Schläger“ selbst geregelt. „Aber sein Vater hat uns des Hofes verwiesen, als wir die Sache besprechen wollten“, führten sie aus. Erst daraufhin habe man sich entschieden, den Vorfall anzuzeigen.

Der körperlichen Auseinandersetzung sollen bereits verbale Scharmützel auf der Landjugendparty vorausgegangen sein. Worte wie „Schlampe“, „Hure“ und „asozial“ seien dabei durch den Angeklagten in Richtung der Geschädigten gefallen. Auslöser soll eine familiäre Angelegenheit aus der jüngeren Vergangenheit des 19-Jährigen gewesen sein, über die die Geschädigten gesprochen haben sollen. Die genauen Hintergründe blieben letztlich unklar.

Diese spielten für den weiteren Verlauf des Verfahrens aber ohnehin keine Rolle. Und leugnete der Angeklagte noch während der Beweisaufnahme vehement die gegen ihn im Raum stehenden Vorwürfe, so knickte der 19-Jährige später doch ein.

Das Kalkül: Ein Geständnis sollte bewirken, dass das Verfahren vorläufig unter Auflagen eingestellt wird. Damit einhergehend würde der Angeklagte zugleich seine strafrechtlich weiße Weste behalten. Ein Plan, der aufging.

„Ja, ich habe das alles gemacht“, gestand der 19-Jährige fast schon im Flüsterton und mit gesenktem Kopf. Die Quittung: eine für seine wirtschaftlichen Verhältnisse saftige Geldstrafe als Auflage für die Verfahrenseinstellung. Je 300 Euro Schmerzensgeld in jeweils zwei Raten an die beiden Geschädigten sowie 300 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung muss er zahlen. „Das tut Ihnen weh, aber das soll es ja schließlich auch“, so der Staatsanwalt.

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