Meisen sollen den Eichenprozessionsspinner im Zaum halten
Nistplätze für die natürliche „Waffe“

Nienborg -

1000 Nistkästen sollen auf natürliche Weise in der Gemeinde Heek- Nienborg helfen, die Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen.

Dienstag, 14.01.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 17:46 Uhr
1000 Nistkästen sollen Meisen als Helfer gegen die Eichenprozessionsspinner-Plage anlocken
1000 Nistkästen sollen Meisen als Helfer gegen die Eichenprozessionsspinner-Plage anlocken Foto: privat

Andreas Weilinghoff und Paul Wessling ergriffen die Initiative und stellten der Bürgerstiftung Heek-Nienborg das „Nistkasten-Projekt“ vor. Sie erhielten direkt eine Zusage für 500 Nistkästen. Weitere 500 Nistkästen, die von der „Chance“ in Gronau hergestellt wurden, finanzierte die Gemeinde.

Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen ihre gefährlichen Brennhaare, die bei Wind durch die Gegend geweht werden und sowohl bei Menschen als auch Tieren zu ernsthaften Beschwerden führen können. Haben die Larven dieses Stadium erreicht, helfen nur noch der Kuckuck oder der Wiedehopf als natürliche Feinde. Rotkehlchen, Kleiber, Blau- und Kohlmeisen sollen in einem früheren Stadium helfen, ein natürliches Gleichgewicht der Natur wieder herzustellen, indem sie bereits die Eier und Larven verspeisen.

Doch wer kann schon 1000 Nistkästen aufhängen? Ein kurzer Anruf bei den Jagd-Revierinhabern im Gemeindegebiet brachte eine schnelle Lösung: Alle Revierinhaber erklärten sich spontan bereit, das Aufhängen der Kästen im Außenbereich zu übernehmen.

Auch die Sportplätze wurden in Eigenregie miteinbezogen, RW Nienborg hat bereits etwa 50 Nistkästen angebracht (die WN berichtete). So entsteht ein schönes Gemeinschaftsprojekt, das helfen soll, die Eichenprozessionsspinner auf natürliche Weise zu bekämpfen.

Allerdings ist wohl nicht zu erwarten, dass in diesem Jahr das Problem beseitigt ist. „Auch wenn man schon positive Erfahrungen mit diesem Konzept gemacht hat, geht das nicht von heute auf morgen. Natur braucht Zeit“ sagt Andreas Weilinghoff, der selbst Jäger in Wichum ist.

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