Händler vom Krammarkt am Schlöffkenmontag enttäuscht
Kundschaft ist praktisch Fehlanzeige

Heek -

Der Schlöffken-Krammarkt gab in diesem Jahr ein trauriges Bild ab. Organisator Siegmund Stängel hat dafür einen Grund ausgemacht. Und kritisiert darum den Heimat- und Schützenverein scharf.

Montag, 27.01.2020, 17:02 Uhr aktualisiert: 28.01.2020, 17:02 Uhr
Auf dem Krammarkt zum Schlöffkenmontag verloren sich vor gut zwei Wochen nur wenige Besucher – zum Leidwesen der Händler.
Auf dem Krammarkt zum Schlöffkenmontag verloren sich vor gut zwei Wochen nur wenige Besucher – zum Leidwesen der Händler. Foto: Goerke

Der Himmel ist wolkenverhangen. Es ist frisch. Der Wind pfeift über den Marktplatz. Sieben Krammarkthändler stehen am Schlöffkenmontag (13. Januar) seit 8 Uhr hinter ihren Ständen. Kundschaft? Praktisch Fehlanzeige.

Nur ein paar ältere Menschen schlendern an den Ständen vorbei. Ein trauriges Bild. Die Party steigt nebenan im Eppingschen Hof mit lauter Musik. Für die Händler ein riesiges Problem.

Krammarkt-Organisator Siegmund Stängel muss seinem Unmut darum einfach Luft machen. „Der Krammarkt ist beim Heimatverein überhaupt kein Thema.“ Dabei gehöre der Markt einfach zum Schlöffkenfest. Und das seit Jahrzehnten. „Das ist eine 40-jährige Tradition“, so Siegmund Stängel. Man könne und dürfe das nicht von einander trennen. Doch darauf laufe es derzeit hinaus.​

Anders gesagt: Der Schlöffken-Krammarkt steht vor dem Aus. Zumindest, wenn sich nicht schon im nächsten Jahr etwas ändert. Das stellt Siegmund Stängel klar. Seit gut 20 Jahren organisiert er den Krammarkt in Heek. Das Händler-Dasein sei zwar seit Jahren durch die Möglichkeit des Internet-Shoppings auf einem absteigenden Ast, aber so existenziell bedrohend wie derzeit sei es noch nie gewesen.

Und da wo die Musik ist sind die Leute.

Siegmund Stängel

Auslöser seines Unmuts ist die Musik im Epping‘schen Hof. Dort sorgte die Tanzkapelle „Happy Music“ ab 9 Uhr für mächtig Stimmung. „Und da wo die Musik ist sind die Leute“, stellt Stängel klar. Heißt im Umkehrschluss: Gähnende Leere auf dem Krammarkt. „Unser Schicksal interessiert scheinbar keinen vom Heimatverein.“

Ganz anders das Bild in der Tenne des Bürgerhauses – dort war es bereits um 9.30 Uhr rappelvoll. Und da hatten die Markthändler noch über drei Stunden vor sich. „Das lohnt sich so einfach nicht“, sagt der Markt-Organisator. Erst recht nicht für die Händler, die extra aus dem Ruhrgebiet angereist sind.

Doch Siegmund Stängel macht nicht nur seinem Ärger Luft, sondern präsentiert auch einen potenziellen Lösungsvorschlag. „Wir kämpfen seit Jahren dafür, dass die Musik erst später anfängt.“ Zwei Stunden später, also erst um 11 Uhr, wären seiner Ansicht nach schon ausreichend. „So kommen vorher noch Leute bei uns vorbei, ehe sie reingehen, feiern und versacken.“

Eine Kommunikation zwischen dem Marktorganisator und dem Vorstand des Heimatvereins habe es nicht gegeben – Stängel, so berichtet er, habe im Vorfeld mit jemandem aus dem Vorstand das Gespräch gesucht, aber dies habe sich dann zerschlagen. Und so hat jeder sein eigenes Ding gemacht.

Wir möchten, dass der Krammarkt weiterhin stattfindet.

Doris Reufer

Die Gemeindeverwaltung spielt bei dieser Traditionsveranstaltung nur eine untergeordnete Rolle. „Auf den Ablauf haben wir keinen Einfluss“, stellt Doris Reufer, Leiterin des Ordnungsamts, klar. Die Gemeinde sperre lediglich den Marktplatz für den Autoverkehr. Aber: „Wir würden natürlich gerne zwischen den Parteien vermitteln. Wir möchten, dass der Krammarkt weiterhin stattfindet.“

Ein offenes Gespräch zwischen den Parteien scheint jedenfalls unausweichlich. „Es geht ja bloß um zwei Stunden. Wenn hier nichts passiert, dann ist bald Feierabend“, wird Siegmund Stängel deutlich.

Er wünscht sich einen Ablauf wie auf dem Clemensmarkt in Nienborg. „Dort findet vieles draußen statt und eins greift ins andere.“

So hätten auch Händler eine Chance, Umsatz zu machen. Und ihre Existenz zu sichern.

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