Klimaschutzmanager soll Aktivitäten koordinieren und bündeln
Gemeinderat will auch pfeifen

Heek -

Ungewohnte Einigkeit herrschte in der jüngsten Sondersitzung des Heeker Gemeinderats – der Klimaschutz eint die Parteien: „Ja“ zum Klimaschutzkonzept, „ja“ zur Einstellung eines Klimaschutzmanagers und „ja“ zum Bereitstellen eines entsprechenden Budgets.

Montag, 03.02.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 18:03 Uhr
Im Heeker Rathaus soll jetzt an der Stellenausschreibung eines Klimaschutzmanagers gefeilt werden.
Im Heeker Rathaus soll jetzt an der Stellenausschreibung eines Klimaschutzmanagers gefeilt werden. Foto: Montage: Martin Klose

Die Ingenieurgesellschaft Gertec aus Essen empfahl der Gemeinde mit Nachdruck, einen Klimaschutzmanager einzustellen. Die Gemeindeverwaltung hatte Gertec im Juli 2018 mit der Konzepterstellung beauftragt.

Knapp 530 000 Euro soll das Gesamtpaket Klimaschutz für die ersten drei Jahre Kosten. Bundesmittel für die Förderung sind dabei noch nicht berücksichtigt. Deren Beantragung steht als nächstes auf der Agenda.

„Sie werden es als Gemeinde nicht alleine schaffen“, stellte Gertec-Geschäftsführer Andreas Hübner in der Sondersitzung mit Blick auf den Posten eines Klimaschutzmanagers klar. Natürlich sei das alles mit Personal- und nicht unerheblichen Sachkosten verbunden, aber in Sachen Klimaschutz ein unumgänglicher Weg.

„Wir dürfen nicht nur den Mund spitzen, sondern müssen auch pfeifen“, sagte Reinhard Brunsch, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Vieles läuft über die Kommunikation bei diesem Konzept, dafür brauchen wir einen Manager“, schlug CDU-Fraktionsvorsitzender Walter Niemeyer in dieselbe Kerbe.

Der Klimaschutzmanager soll Kräfte bündeln, vermitteln, anstoßen, umsetzen und kontrollieren.

Über das genaue Anforderungsprofil gab es unter den Ratsmitgliedern jedoch Diskussionsbedarf. Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff brachte es auf den Punkt: „Die Frage ist nicht, ob wir eine Fachkraft bekommen, sondern was wir als Gemeinde überhaupt wollen.“ Gertec-Geschäftsführer Andreas Hübner empfahl dem Rat, jemanden zu engagieren, auf den das Attribut „Kommunikationsstärke“ zutrifft. „Mit jemandem, der nur vor sich alleine hinwerkelt, werden Sie keinen Blumentopf gewinnen.“ Denn Klimaschutz sei Netzwerkarbeit. Und Netzwerkarbeit ohne Kommunikation dürfte schwierig werden. „Ob das jetzt aber ein Geograf oder Ingenieur mit entsprechendem Fachwissen ist, das ist offen.“

Die Gemeinde hat die Stelle eines Klimaschutzmanagers jedenfalls schon einmal vorsorglich im Haushalt 2020 eingeplant.

Die Ausschreibung steht noch aus. Im Idealfall läuft es aus Gemeindesicht auf eine 50-Prozent-Stelle (die übrigen 50 Prozent trägt dann eine Nachbarkommune) mit einer 65-Prozent-Förderquote hinaus. Dann beliefen sich die tatsächlichen Personalkosten für die Gemeinde auf etwa 20 000 Euro im Jahr.

„Wichtig ist, dass Sie der- oder demjenigen bei diesem dynamischen Konzept ein entsprechendes Budget zur Verfügung stellen, mit denen möglichst viele Maßnahmen umgesetzt werden können“, so Hübner. Praktisch als „Lockmittel“, denn das Gehalt sei ohnehin über die Förderung gedeckelt.

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