Plattdeutscher Lesewettbewerb an der Bischof-Martin-Grundschule
Ein Gaörrenhööp und drei Treckers

Nienborg -

Zumindest zwei wichtige plattdeutsche Worte kennen jetzt alle Kinder der zweiten, dritten und vierten Schuljahre der Bischof-Martin-Grundschule: „Gueden Dag“ und „Guet goahn“.

Dienstag, 11.02.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 17:28 Uhr
Elisabeth Haget (r.) hat den Plattdeutschen Lesewettbewerb an der Bischof-Martin-Schule gewonnen. Aber auch Luis Bömer, Mia Kuiper und Amelia Depenbrock schlugen sich so achtbar, dass die Jury allen Dreien den zweiten Platz zuerkannte.
Elisabeth Haget (r.) hat den Plattdeutschen Lesewettbewerb an der Bischof-Martin-Schule gewonnen. Aber auch Luis Bömer, Mia Kuiper und Amelia Depenbrock schlugen sich so achtbar, dass die Jury allen Dreien den zweiten Platz zuerkannte. Foto: Bernd Schäfer

Mia Kuiper , Luis Bömer , Amelia Depenbrock und Elisabeth Haget können sogar noch viele mehr. Und vor allem: Sie können sie auch ablesen. Was bei plattdeutschen Worten nicht unbedingt immer einfach nicht: Bei einem Wort wie „Gaörrenhööp“ muss man erstmal im Kopf die Buchstaben sortieren – und sie dann auch noch unfallfrei über die Lippen bekommen . . .

Zum ersten Mal richtete die Nienborger Grundschule am Dienstagmorgen einen plattdeutschen Lesewettbewerb aus. Die vier teilnehmenden Kinder konnten dafür vorher schon ins „Trainingslager“ gehen – von Mitgliedern des „Plattdeutschen Krinks“ wurden sie in die Feinheiten der traditionellen Sprache eingeweiht. Wobei sie zum Beispiel erfuhren, dass der „Gaörrenhööp“ ein Maulwurfshaufen ist. Oder mit „Burg Bempen“ die Burg Bentheim gemeint ist.

Unterschiede schön sichtbar

Die gab einer der Geschichten, die sich die Kinder für den Wettbewerb ausgesucht hatten, den Titel: „Wat dat Müsewichtken Pieps up de Burg Bempen belewed heff“. Ein anderer Text hatte den Titel „De Musekatt up Voggeljagd“. Elisabeth Haget hatte sich die Erzählung „Opa un de Wett met de Treckers“ ausgesucht, in der die Unterschiede zwischen hoch- und plattdeutscher Sprache schön sichtbar werden: Opa wettet in der Kneipe, dass er mehr Trecker als der Großbauer hat.

Die Lösung: „Eeenen richtigen Trecker, eenen Schruwentrecker un eenen Schoantrecker“, also. Einen richtigen Traktor, einen Schraubendreher und einen Schuhanzieher. Mit ihrer Aussprache und Leseweise überzeugte sie die Jury, die mit Margret Overkamp, Josef Lammers und Maria Schlichtmann aus Experten des Heimatvereins bestand. „Die Sprache kann nur überleben, wenn sie auch zuhause gesprochen wird“, hofft Lammers, dass das Plattdeutsche nicht ausstirbt.

Viele sagen, es ist schade, wenn die Sprache ausstirbt.

Petra Giesker

„Bei Elisabeth wird zuhause noch platt gesprochen“, weiß Petra Giesker, die den Lesewettbewerb für den Förderverein der Grundschule organisierte. Dabei hat sie auch mitbekommen, dass das Interesse daran, die plattdeutsche Sprache an Kinder weiterzugeben durchaus vorhanden sei – allerdings können viele Eltern sie selbst mittlerweile nicht mehr.

Deshalb will sie mit dem Plattdeutschen Krink des Heimatvereins ausloten, ob etwa eine AG eingerichtet werden kann. „Viele sagen, es ist schade, wenn die Sprache ausstirbt.“

Für ihren ersten Platz im Lesewettbewerb erhielt Elisabeth Haget einen Preis des Fördervereins und einen Gutschein, den das Eiscafé gesponsert hat. Und die Berechtigung zur Teilnahme am Kreisentscheid, der am 25. März in Borken stattfindet.

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