Hausabriss wegen Sturmschäden
Nur das Nötigste wurde gerettet - Familie lebt in Notunterkunft

Heek -

Das Sturmtief „Sabine“ ist Geschichte. Zwei Tage lang wütete der Orkan über dem Münsterland. Allerdings sind „Sabines“ Folgen in der Dinkelgemeinde noch immer präsent: Der Abriss des vom Sturm stark beschädigten Wohnhauses in der Ludgeristraße läuft noch immer. Und für die betroffene Familie wird dringend eine neue Unterkunft gesucht.

Mittwoch, 12.02.2020, 17:28 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 20:54 Uhr
Das Haus in der Ludgeristraße, das vom Sturmtief „Sabine“ stark beschädigt wurde, wird komplett abgerissen. Für die dort lebende Familie aus Syrien wird ein neues Zuhause gesucht.
Das Haus in der Ludgeristraße, das vom Sturmtief „Sabine“ stark beschädigt wurde, wird komplett abgerissen. Für die dort lebende Familie aus Syrien wird ein neues Zuhause gesucht. Foto: Bernd Schäfer

Stück für Stück reißt der Abrissbagger am Dienstag und Mittwoch die Mauern des ersten Obergeschosses ein. Das Dach war bereits im Lauf des Montags entfernt worden. Aus Sicherheitsgründen. Zu groß war die Gefahr, dass eine Windbö auch noch weitere Teile der maroden Bausubstanz abgerissen hätte und Nachbargebäude oder Personen dadurch zu Schaden gekommen wären.

Dabei zerquetscht der Maschinist auch die restlichen von der siebenköpfigen syrischen Flüchtlingsfamilie zurückgelassenen Möbel mit der großen Greifschaufel seines Baggers. Kleidungsstücke und Plastiksäcke, die in einem offenen Schrank liegen, entsorgt er in einem gesonderten Container.

Wohnhaus in Heek abgerissen

1/7
  • In Heek riss Sturmtief „Sabine“ Teile des Giebels eines Wohnhauses weg.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Dabei fielen Trümmer zu Boden und teilweise auch auf die Straße.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Das Gebäude in der Ludgeristraße musste vollständig abgerissen werden.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Das Haus wurde von einer siebenköpfigen Familie bewohnt, die am Sonntag evakuiert worden waren.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Sturmschaden in Heek

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Sturmschaden in Heek

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Sturmschaden in Heek

    Foto: Wilfried Gerharz

Kein Dauerzustand

Der Familienvater hatte am Montagmorgen nur das nötigste Hab und Gut aus dem Unglücks-Haus geholt und alles andere notgedrungen zurückgelassen. Dass die von der Gemeinde gestellten Möbel verschrottet wurden, war dem Zeitdruck geschuldet. Es wurde nur das aus dem Haus gebracht, was ohne Probleme durch das Treppenhaus passte. Ein Bett und Schrank gehörten nicht dazu. Und ein Abbau hätte angesichts des Zeitdrucks sowieso zu lange gedauert.

Das geht für den Moment, ist aber natürlich kein Dauerzustand.

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff

„Der Mann machte angesichts der Umstände auf mich einen gefassten Eindruck“, berichtet Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff . Derzeit ist die Familie in einem Haus der Gemeinde untergebracht, wo sie umfassend betreut werde. Mehr Details werden derzeit aus Rücksicht auf die Privatsphäre nicht bekannt gegeben. Das Haus selbst wurde übrigens schon mal als Flüchtlingsunterkunft genutzt. „Das geht für den Moment, ist aber natürlich kein Dauerzustand.“

Orkantief "Sabine" im Münsterland

1/18
  • In einer Bauerschaft in Gronau stürzte am Sonntagnachmittag ein Baum auf die Straße. Die Feuerwehr Gronau rückte zu ihrem ersten Einsatz aus.

    Foto: Feuerwehr
  • Kurzfristig wurde am Sonntagnachmittag der beliebte Flohmarkt auf der Zeche Westfalen in Ahlen abgesagt.  

    Foto: Ulrich Gösmann
  • In Gronau waren am Sonntagnachmittag Feuerwehr und THW im Einsatz, weil der Sturm Teile eines Flachdachs am Schäferweg umklappte. 

    Foto: Klaus Wiedau
  • Am Hauptbahnhof in Münster bildeten sich lange Warteschlangen vor dem Reisezentrum. Für wartende Reisende wurde außerdem ein Hotelzug aufgestellt. 

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Münsteranerinnen und Münsteraner wurden am dringend aufgefordert, die Promenade zu meiden. Teilbereiche wurden schon am Sonntag von der Polizei gesperrt. 

    Foto: diverse
  • Wegen umgestürzter Bäume war die Königsstraße in Greven von Sonntagabend an vollständig gesperrt, meldet die Feuerwehr. 

    Foto: Feuerwehr Greven
  • In Heek riss Sturmtief "Sabine" am Sonntagabend Teile des Giebels eines Wohnhauses an der Ludgeristraße weg. Die Bewohner des Hauses wurden evakuiert.

    Foto: THW Ahaus
  • Am Montagmorgen musste die Feuerwehr in Gronau erneut ausrücken, weil am Wackengoorweg eine Baumkrone über der Fahrbahn hing. 

    Foto: Klaus Wiedau
  • Am Zwinger in Münster musste am Montagmorgen ein Baum gefällt werden. 

    Foto: Martin Kalitschke
  • Auch das Albertus-Magnus-Familienwohnheim für Studierende am Horstmarer Landweg in Münster erlitt Sturmschäden. 

    Foto: Feuerwehr Münster
  • Zwischen Sonntagnachmittag und Montagvormittag gab es im Dorffeld in Vorhelm wegen umgestürzter Bäume kein Durchkommen mehr.

    Foto: Christian Wolff
  • In Heek musste das Haus, das am Sonntagabend durch den Sturm beschädigt wurde, komplett abgerissen werden. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • An dem beschädigten Haus in Heek war die Gefahr herabfallender Mauerteile zu hoch, weshalb das Gebäude abgerissen werden musste. 

    Foto: Bernd Schäfer
  • In dem Haus lebte eine siebenköpfige Familie, die am Sonntag evakuiert wurde. Für sie wird nun eine neue dauerhafte Unterkunft gesucht. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die Feuerwehr Lengerich vermeldet 15 Einsätze am Sonntag. Sturmtief „Sabine" sorgte für umgestürzte Bäume, einen vollgelaufenen Keller - und ein umgestürztes Dixi-Klo. 

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde
  • Auch in Drensteinfurt musste die Feuerwehr Sturmschäden beseitigen. 

    Foto: Feuerwehr Drensteinfurt
  • In allen drei Ortsteilen Drensteinfurts mussten Feuerwehrleute insgesamt 19 Mal ausrücken. 

    Foto: Feuerwehr Drensteinfurt
  • Wegen des Sturms mussten Reisende teilweise unfreiwillig eine Nacht in Münster verbringen. 

    Foto: Björn Meyer

Darum wird jetzt fieberhaft nach einer neuen Bleibe für die Familie gesucht. Auch in den örtlichen Facebook-Gruppen wurden bereits Aufrufe gestartet. Angesichts der Größe der Familie dürfte das aber kein leichtes Unterfangen werden. „Wer etwas anbieten kann oder helfen möchte, kann sich jederzeit an das Ordnungsamt der Gemeinde wenden“, stellt Weilinghoff klar.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7256212?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F27962%2F
Unbekannte sprengen Geldautomat
Die Sprengung des Geldautomaten an der Westfalen Tankstelle hat heftige Folgeschäden hinterlassen: Schaufenster und Tür sind demoliert worden.
Nachrichten-Ticker