Beschicker, Gemeinde und Heimatverein tauschen sich aus
Beteiligte reden Tacheles zum Schlöffkenmarkt

Heek -

Der Schlöffken-Krammarkt gab in diesem Jahr ein trauriges Bild ab. Sieben Stände, kaum Kundschaft und ein hoher Frustpegel bei Organisator Siegmund Stängel. Für die Tristesse hatte er schnell einen Schuldigen ausgemacht: Den Heimatverein, der den frühen Beginn der Musik im Epping‘schen Hof am Schlöffken-Montag abgenickt hatte.

Dienstag, 18.02.2020, 18:00 Uhr
Die Händler waren mit dem diesjährigen Schlöffkenmarkt überhaupt nicht zufrieden. Deshalb soll ein neues Konzept her.
Die Händler waren mit dem diesjährigen Schlöffkenmarkt überhaupt nicht zufrieden. Deshalb soll ein neues Konzept her. Foto: Till Goerke

Ab 9.10 Uhr sorgte eine Tanzkapelle für gute Stimmung im Bürgerhaus. Aus Sicht der Händler viel zu früh. Denn die Musik habe die Kunden weg vom Markt gelockt. Verhärtete Fronten. Darum hatte jüngst die Gemeinde alle Beteiligten zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen. Dabei wurde nicht nur Tacheles geredet, sondern auch erste Lösungsansätze erarbeitet.

Eine Verlegung des Krammarktes von Montag auf Sonntag, eine attraktiveres Rahmenprogramm, ein Flohmarkt, anderer Aufbau der Stände und ein Zeitfenster ohne Musik im Epping‘schen Hof – das sind im Kern die ersten Ergebnisse. Doch bis alle Beteiligten mit diesen Resultaten das Rathaus verlassen konnten, flogen einige verbale Spitzen.

Von der Gemeinde saßen Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff , Ordnungsamtsleiterin Doris Reufer sowie Michael Averbeck am Tisch, vom Heimatverein waren Ralf Münstermann (Vorsitzender), Michael Alfert (Geschäftsführer) und Willi Bröckers gekommen. Die Fahne der Händler hielt Siegmund Stängel aufrecht.

Die drei Gemeindevertreter hatten besonders in den ersten Minuten alle Hände voll zu tun, die Wogen zu glätten. Denn der verbale Schlagabtausch der Beteiligten war hitzig, mit gegenseitigen Schuldzuweisungen gespickt. Immer wieder mussten Doris Reufer und Franz-Josef Weilinghoff eingreifen und das Gespräch lenken.

Minutenlang wurde darüber debattiert, warum die Winterkirmes am Schlöffken-Sonntag überhaupt Kirmes heißt, obwohl schon seit Jahren kein Karussell mehr auf dem Marktplatz steht. „Das ist halt der Name“, so Michael Alfert. „Das ist eben Tradition.“ Konter Siegmund Stängel: „Auch der Krammarkt ist Tradition, nur der kommt nicht mehr wieder, wenn jetzt nichts passiert. Das ist der Unterschied.“

Mit zunehmender Gesprächsdauer wurde die Sache zielführender. So sollen die Krammarkt-Händler fortan einen Tag eher, sprich am Sonntag von etwa 11.30 bis 15.30 Uhr, die Chance bekommen, ihre Ware ohne Musik im Bürgerhaus anbieten zu können.

Diesen Vorschlag brachte Michael Alfert ins Spiel und stieß damit bei Siegmund Stängel auf offene Ohren. „Ich werde das mit meinen Händlern besprechen, bin aber optimistisch, dass das so funktionieren kann.“

Zudem sollen die Krammarktstände fortan so aufgebaut werden, dass jeder, der den Epping‘schen Hof betreten will, durch die Stände hindurchlaufen muss. Die Marktstände würden sich dementsprechend rund um das Bücherregal an der Nordwestseite positionieren.

Im Idealfall runden ein (Kinder-)Flohmarkt, ein kleines Karussell und ein Süßigkeitenstand das Angebot außerhalb des Bürgerhauses ab.

Wer sich allerdings um die Organisation dieser Neuerungen kümmern soll, steht noch nicht fest. Vermutlich wird es auf die Gemeinde hinauslaufen. „Wir besprechen das jetzt noch mal intern und schauen dann, was möglich ist“, so Franz-Josef Weilinghoff. Letztlich geht es jetzt ohnehin darum, etwas Neues auszuprobieren. Tradition hin oder her.

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