Heeker und Nienborger Veranstalter gehen mit der aktuellen Situation ganz unterschiedlich um
Verunsicherung ist zu spüren

Heek -

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen steigt im Münsterland weiter. Die NRW-Landesregierung hat darum bereits Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagt. Für kleine Events gibt es noch keine Regelung. Die Heeker Veranstalter gehen mit der Situation ganz unterschiedlich um.

Mittwoch, 11.03.2020, 17:12 Uhr aktualisiert: 12.03.2020, 18:28 Uhr
Eine Absage des des verkaufsoffenen Hasensonntags am 22. März wäre aus wirtschaftlicher Sicht ärgerlich für die Gewerbetreibenden.
Eine Absage des des verkaufsoffenen Hasensonntags am 22. März wäre aus wirtschaftlicher Sicht ärgerlich für die Gewerbetreibenden. Foto: Till Goerke

Das könnte sich heute ändern, wenn der Kreis Borken und die Kommunen eine einheitliche Regelung treffen wollen. Je nach Ausgang könnten dann auch in der Dinkelgemeinde Events ausfallen.

Ralf Münstermann , Vorsitzender des Heimat- und Schützenverein Heek, sieht die Sache noch entspannt. Der Plattdeutsche Nachmittag am Sonntag (15. März) im Eppingschen Hof soll wie geplant über die Bühne gehen. „Über eine Absage haben wir auch gar nicht nachgedacht.“ Rund 100 Besucher erwartet der Heimatverein dort. Im Fall einer generellen Absage aller Veranstaltungen würde dies auch das Jahreskonzert des Musikvereins Nienborg (28. März), den Hasensonntag (22. März), Konzerte in der Landesmusikakademie (LMA), den Umwelttag in der Gemeinde (14. März) oder die 100-Jahrfeier des SV Heek (19. April) betreffen.

Auf der Tagesordnung

Obwohl die Gemeinde derzeit noch vom Coronavirus verschont geblieben ist: In der LMA gehört das Thema zur Tagesordnung, berichtet Geschäftsführer Gerd Kühlkamp . Viele Schulklassen, die die Akademie normalerweise als Musikhotel nutzen, hätten bereits angefragt, was eine Stornierung kosten würde oder diese bereits durchgezogen. „Die Verunsicherung ist zu spüren. Die Leute sind einfach unsicher.“

Dabei habe man in Sachen Vorkehrungen in der LMA alles getan, was möglich sei – etwa Hinweise zum Hygieneverhalten in den Gästezimmern aufgehängt und zusätzliche Seife ausgelegt. „Mehr können wir nicht machen. Wir können nur abwarten, wie es sich weiter entwickelt.“ Davon unabhängig: Der wirtschaftliche Schaden durch das Coronavirus sei jetzt schon nicht unerheblich. „Stornogebühren können ja niemals den normalen Preis ausgleichen“, stellt Gerd Kühlkamp klar. Mögliche Konzertausfälle würden die Situation noch verschärfen.

Für den Musikverein Nienborg wäre ein Corona-bedingter Ausfall des Jahreskonzerts am 28. März „sehr bitter“. So umschreibt es der Vorsitzende Norbert Denis. Gar nicht mal, weil dann das viele Proben „umsonst“ gewesen wäre, sondern weil aktuell nicht klar ist, ob es einen Ausweichtermin geben würde. „Der Konzertsaal in der LMA müsste ja auch dafür frei sein. Im Moment ist alles eben sehr vage.“

Im Konzertsaal finden etwa 300 Zuschauer Platz. „Natürlich kann das Risiken bergen, aber wir bereiten uns erst mal ganz normal weiter auf unseren Auftritt vor“, sagt Norbert Denis. „Wir müssen die weitere Entwicklung einfach abwarten. Was sollen wir sonst auch tun?“

100-Jahrfeier weiter in Planung

Gleiches gilt für den SV Heek und seine 100-Jahrfeier am 19. April. „Wir haben noch nichts unternommen, aber die Sache im Blick“, so der Vorsitzende Andreas Oellerich.

Eine Absage des Hasensonntags (22. März) – traditionell verkaufsoffener Sonntag mit Rahmenprogramm – wäre aus wirtschaftlicher Sicht ärgerlich für die Gewerbetreibenden.

Bisher, so berichtet es Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff, gebe es dazu noch keinen Austausch zwischen Gemeinde und Gewerbeverein. Und muss es auch gar nicht mehr. „Warten wir mal das Ergebnis von Donnerstag ab“, so der Bürgermeister.

Daran gekoppelt ist auch, ob der so genannte „Umwelttag“ am kommenden Samstag (14. März) in der Gemeinde stattfindet. Zur Sicherheit hat die Gemeinde bereits das abschließende Beisammensein der Helfer abgesagt. „Falls der Tag stattfinden kann, wird es für das Abschlusstreffen einen Ersatztermin geben“, stellt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff in Aussicht.​

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