Verschärfte Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus
Erstmal wird auf Dialog gesetzt

Heek/Nienborg -

Auch Spiel- und Bolzplätze dürfen aus Angst vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus ab sofort nicht mehr genutzt werden. Die Einhaltung dieser Regeln wird in Heek gezielt kontrolliert.

Freitag, 20.03.2020, 17:06 Uhr aktualisiert: 23.03.2020, 17:44 Uhr
So wie dieser Platz an der Bischof-Hermann-Straße in Nienborg sind inzwischen alle Spielplätze der Gemeinde gesperrt.
So wie dieser Platz an der Bischof-Hermann-Straße in Nienborg sind inzwischen alle Spielplätze der Gemeinde gesperrt. Foto: Bernd Schäfer

Am Donnerstag waren Ordnungsamtsleiterin Doris Reufer und Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff im gesamten Gemeindegebiet unterwegs, um sich davon zu überzeugen, wie es in Sachen Schutzmaßnahmen und Hygiene in den Verbrauchermärkten aussieht. Zudem sind die Spielplätze in der Gemeinde vorsorglich mit Flatterband abgesperrt.

​Auch in den kommenden Tagen und Wochen werden die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamts sowie eine Politesse gezielt die Einhaltung der Corona-Regeln überprüfen. Das kündigte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff an. „Die Lage ist sehr ernst.“

Bußgeld ist möglich

Was ist, wenn sich beispielsweise Kinder trotz Absperrung und Verbot auf dem Spielplatz tummeln? „Wir setzen da erstmal auf den Dialog“, so der Bürgermeister. Aufklärung sei besser, als direkt zu sanktionieren. Wobei ein Bußgeld nach aktueller Gesetzeslage durchaus im Rahmen des Möglichen liegt. Und wie üblich haften Eltern für Kinder.

Davon abgesehen fällt das erste Zwischenfazit der Kontrollen vom Donnerstag durchwachsen aus. „Die Einzelhändler ziehen mit, das ist schon mal positiv. An allem anderen arbeiten wir“, so der Bürgermeister. Heißt: Die Läden, die laut Allgemeinverfügung geschlossen haben müssen, haben es auch. Und die Hygienemaßnahmen in den Verbrauchermärkten sind angelaufen. So tragen die Mitarbeiter beispielsweise Handschuhe.

Die Leute nehmen die Sache nicht ernst genug, gerade beim Einkauf. Das muss sich dringend ändern.

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff

Es ist etwas anderes, das Franz-Josef Weilinghoff beunruhigt. „Die Leute nehmen die Sache nicht ernst genug, gerade beim Einkauf. Das muss sich dringend ändern.“ Dabei geht es um den Zweit-Meter-Abstand. An den Kassen werde dieser nicht immer eingehalten. „Wenn man sieht, dass ein Markt gut besucht ist, sollte man später wiederkommen, wenn es leerer ist. Die Läden haben lange genug geöffnet“, rät der Bürgermeister.

Mittlerweile werde bereits über Bodenmarkierungen in den Verbrauchermärkten – die den Zwei-Meter-Abstand markieren – sowie Einlasskontrollen nachgedacht.

Dann käme jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Personen gleichzeitig in das entsprechende Geschäft. In Münster ist das in manchen Märkten bereits der Fall. Übrigens: Die Postenbörse im Ortsteil Heek ist geschlossen. Die Weinhandlung Beugelink hingegen nicht. „Wir bieten ja auch Nudeln, Pesto und Säfte an“, erklärt Rita Beugeling.

Noch ist das hier zu handhaben. Ich hoffe inständig, dass es das auch weiterhin bleibt.

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff

Außerdem habe man einen „kontaktlosen“ Lieferservice eingerichtet, der bereits sehr gut angenommen werde. „Das sind die Dinge bei uns, die zum täglichen Bedarf gehören“, so die Inhaberin. ​Wie streng die Kontrollen und Maßnahmen in der Dinkelgemeinde in den kommenden Tagen und Wochen noch werden, hat jeder Bürger auch ein Stück weit selbst in der Hand. „Ich appelliere an alle in der Gemeinde, sich an die gemachten Vorgaben dringend zu halten“, so Franz-Josef Weilinghoff.

Denn bislang (Stand 20. März) hat die Gemeinde lediglich einen bestätigten Infektionsfall. „Wir wissen, wer die Person ist und stehen mit ihr und den Angehörigen in regelmäßigem Kontakt“, berichtet der Bürgermeister. Die Person befindet sich in häuslicher Quarantäne. „Noch ist das hier zu handhaben. Ich hoffe inständig, dass es das auch weiterhin bleibt.“

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