Keine Verletzten im Asylbewerberhaus
Brand macht Wohngebäude in Nienborg unbewohnbar

Nienborg. -

Am Freitagmorgen kam es aus bislang ungeklärter Ursache zu einem Brand in einer Asylunterkunft in Heek-Nienborg. Kräfte der Feuerwehr
löschten die Flammen. Das Wohnhaus bewohnten vier Erwachsene und zwei Kinder. Verletzte gab es nicht. 

Freitag, 27.03.2020, 11:34 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 16:08 Uhr
Dichte Rauchwolken quollen am Freitagmorgen aus dem Haus in der Niestadt. Durch die Flammen sind Teile des Untergeschosses komplett ausgebrannt.
Dichte Rauchwolken quollen am Freitagmorgen aus dem Haus in der Niestadt. Durch die Flammen sind Teile des Untergeschosses komplett ausgebrannt. Foto: Klaus Wiedau

Sie konnten nur das retten, was sie am Körper trugen: Sichtlich geschockt und mit Plastikumhängen nur notdürftig geschützt laufen am Freitagmorgen um kurz nach neun Uhr vier Asylbewerber begleitet von Mitarbeitern der Gemeinde Heek über die Hauptstraße in Richtung Backhaus Ebbinghoff. Minuten zuvor haben die insgesamt vier Erwachsenen und zwei Kleinkinder ihre Unterkunft – ein Wohnhaus an der Straße Niestadt – Hals über Kopf verlassen müssen, als dort ein Brand ausbricht. Während die Bewohner in Sicherheit gebracht werden, kämpfen Feuerwehrleute dort jetzt mit den Flammen.

Aus der Eingangstür dringt dicker Rauch, die Wolke steht deutlich sichtbar über dem Ortsteil Nienborg. Mit rund 60 Feuerwehrleuten aus Heek und Nienborg sind Einsatzleiter Manfred Lösung (stellvertretender Leiter der Feuerwehr Heek) und Wehrleiter Heinz-Peter Rump im Einsatz. Mehrere Trupps rücken unter Atemschutz in und rund um das Gebäude vor, versuchen zu löschen, was noch zu löschen ist.

Untergeschoss ausgebrannt

Aber: „Das Untergeschoss ist im mittleren Bereich komplett ausgebrannt“, beschreibt Rump den Schaden in einer ersten Stellungnahme.

Als die Flammen gelöscht sind und der Qualm sich lichtet, inspiziert die Wehr den Rest des Gebäudes mit einem früheren Bewohner, der das Haus kennt. „Wir löschen jetzt noch Brandnester“, so Lösing. Auch bis ins Obergeschoss sei das Feuer vorgedrungen.

Während die Wehr noch löscht, kümmert sich Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff mit Kollegen der Verwaltung um die betroffenen Asylbewerber. „Die sind im Moment verständlicherweise total durch den Wind“, sagt er. Im Café Ebbinghoff gibt es für sie eine erste Atempause, dann sollen sie vorübergehend in einer Pension untergebracht werden. „Und wir werden ein anderes Haus klarmachen, wo sie anschließend bleiben können“, so Weilinghoff.

Brandstelle beschlagnahmt

Das ausgebrannte Haus werden sie nicht mehr bewohnen können, soviel ist sicher. „Wir haben im Moment nicht viel Glück mit unseren Asylbewerberunterkünften“, sagt Weilinghoff mit Blick darauf, dass erst vor wenigen Wochen während des Sturms „Sabine“ Teile der Fassade einer anderen Unterkunft an der Ludgeristraße einstürzten und die dortige Wohnung unbewohnbar machte.

Die Ursache für den Brand in der Niestadt müssen Experten der Kriminalpolizei erst noch ermitteln, wenn die Löscharbeiten abgeschlossen sind. Bis dahin ist die Brandstelle beschlagnahmt. Echte Anhaltspunkte für die Ermittlungen können die Bewohner am Freitagmorgen noch nicht liefern. Nur das Wort „Kitchen“ (Küche) fällt direkt nach Eintreffen der Rettungskräfte gegenüber der Polizei. Weitere Zeugenaussagen sind zunächst an der Brandstelle schwierig zu bekommen, weil die Bewohner nach Polizeiangaben kein Deutsch sprechen.

Nachbericht der Polizei

Am Nachmittag teilten die Behörden mit, dass die beiden Kinder im Säuglingsalter im Rettungswagen vorsorglich untersucht wurden. Das Erdgeschoss sei durch den Vorfall nicht mehr bewohnbar. Mitarbeiter des Ordnungsamtes kümmerten sich um die Unterbringung der Bewohner. Zur Schadenshöhe können derzeit keine Angaben gemacht werden. Hinweise zu einem fremdenfeindlichen Hintergrund liegen nicht vor. Der Brandort wurde durch die Polizei beschlagnahmt. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Für die Dauer der Löscharbeiten wurde die Hauptstraße
zwischen der Ochtruper Straße und der Straße Burg voll gesperrt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7345729?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F27962%2F
Nachrichten-Ticker