Horstmann Maschinenbau lässt die Luft aus dem Karton
Innovation aus Heek

Heek -

Wer kennt das nicht: Schnell mal eine Kleinigkeit im Internet bestellt und wenige Tage später das Ganze in einem überdimensional großen Karton – mit jeder Menge überflüssigem Füllmaterial im Karton.

Montag, 06.04.2020, 17:18 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 16:46 Uhr
Rudolf Bröckers (v.l.), Norbert Wieland und Klaus Horstmann von Maschinenbau Horstmann aus Heek glauben fest daran, dass der Boxmaker die Verpackungs-Welt weiter revolutionieren wird..
Rudolf Bröckers (v.l.), Norbert Wieland und Klaus Horstmann von Maschinenbau Horstmann aus Heek glauben fest daran, dass der Boxmaker die Verpackungs-Welt weiter revolutionieren wird.. Foto: Till Goerke

Für Klaus Horstmann und Rudolf Böckers ist dieses Phänomen nicht nur Ressourcenverschwendung, sondern auch aus ökonomischer Sicht nicht nachvollziehbar. Und so tüftelten die beiden Gesellschafter der Horstmann Maschinenbau GmbH über Jahre hinweg an einer Lösung. Herausgekommen ist dabei der „Boxmaker“. Mit dieser Maschine werden Verpackungen exakt auf die Größe zugeschnitten, die für das jeweilige Produkt notwendig sind. „Schluss mit unnötigem Verpackungsmaterial“ lautet die Devise. Der Clou: Den Boxmaker gibt es in unterschiedlichen Größen. Und er kann vollautomatisiert oder von Mitarbeitern gesteuert arbeiten.

Im Mittelpunkt steht dabei immer die Schneidemaschine. Preislich liegt das Ganze im unteren sechsstelligen Bereich. „Es geht aber auch mit weniger“, so Rudolf Böckers.

Weniger Füllmaterial

Der Vorteil für Unternehmen liegt auf der Hand: Eine passende Verpackung spart Kosten für die Kartonage und reduziert den Einsatz von Füllmaterial. Die Versandkosten sind geringer – und ökologischer ist das Ganze auch noch, weil unter anderem weniger Mischabfälle anfallen. „Ökologie wird immer wichtiger im Verpackungsbereich“ unterstreicht Norbert Wieland aus dem Vertrieb. Und zugleich muss der Endkunde weniger Müll in der eigenen Papiertonne entsorgen. „Es greift also ein Rädchen ins andere.“

Mittlerweile sind in der rund 800 Quadratmeter großen Produktionshalle am Düstermühlenweg 51 Mitarbeiter beschäftigt. Kaum noch vorstellbar, dass alles in einer Garage in der Dinkelgemeinde angefangen hat: 1979 gründete Maschinenbau-Meister Franz Horstmann das Unternehmen, mit dem er anfänglich Maschinen für die Textilindustrie entwickelte. 1983 zog die Firma an den heutigen Standort, sechs Jahre später stieg Feinwerkmechaniker-Meister Klaus Horstmann, der Sohn des Firmengründers, in den Betrieb ein. Seit vielen Jahren ist auch Diplom-Ingenieur Rudolf Böckers an Bord.

Der Versandhandel wird in der globalisierten Welt immer wichtiger und damit auch die Verpackung.

Klaus Horstmann

„Der Versandhandel wird in der globalisierten Welt immer wichtiger und damit auch die Verpackung“, sagt Klaus Horstmann. Und damit auch die Bedeutung des Boxmakers – ist zumindest die Hoffnung der Gesellschafter. „Kunden werden immer kritischer, was die Art der Verpackung angeht“, fügt Norbert Wieland hinzu.

Und offenkundig registrieren das auch immer mehr Unternehmen. Nicht ohne Grund produziert Horstmann Maschinenbau stets einige Boxmaker im Voraus. Aktuell sind vier Stück in der Produktion. „Damit wir zügig ausliefern können“, erklärt Klaus Horstmann. Übrigens nicht, ohne dem Kunden vorher die Funktionsweise der bestellten Maschine ausführlich vorgeführt zu haben.

Dafür gibt es eine große Vorführhalle in Gronau. Fertig produzierte und verkaufte Boxmaker werden dorthin transportiert und vor den Augen des Kunden in Betrieb genommen. Die Bedienung soll trotz der innovativen Technik kinderleicht sein: Jeder, der ein Smartphone bedienen kann, komme ebenso leicht mit der Bedienung des Boxmakers zurecht, sind die Gesellschafter überzeugt.

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