Gemeinde Heek probiert Fallen für den Eichenprozessionsspinner aus
„Schwarze Löcher“ für Raupen

Heek -

Unter anderem im Stiegenpark sieht man sie – die schwarzen Spezialbeutel, die zusammen mit einem Schlauch und weißer Manschette an ausgewählten Eichen befestigt sind. In sicherer Höhe von gut drei Metern. „Damit niemand auf die Idee kommt, da noch dran zu gehen“, wie Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff sagt.

Dienstag, 28.04.2020, 16:44 Uhr
Die Beutel hängen in rund drei Metern Höhe an 100 Bäumen im Gemeindegebiet
Die Beutel hängen in rund drei Metern Höhe an 100 Bäumen im Gemeindegebiet Foto: Till Goerke

Besser ist das, denn die Beutel sind von innen nicht nur speziell beschichtet, sondern werden einmal – so zumindest die Hoffnung – etliche Giftraupen „aufnehmen“. Rund 100 Stück dieser Fallen hat die Verwaltung eingekauft und von Mitarbeitern des Bauhofs über das gesamte Gemeindegebiet verteilt anbringen lassen.

„Es ist ein Versuch. Wir werden sehen, wie gut das funktioniert“, so Bauamtsleiter Herbert Gausling. Neben Nistkästen, der Prävention mit einem Biozid und dem Absaugen sei dies eine weitere Möglichkeit, die von Experten vorausgesagte Plage der Giftraupe etwas einzudämmen. Das Prinzip der Fallen selbst ist simpel. Ein Schlauch wird eng um den Stamm einer Eiche gelegt. Das Ganze wird von einer PVC-Manschette, die übersteht, umschlossen. Der schwarze Spezialbeutel wird mittels T-Stück am unterem Ende mit dem Schlauch verbunden.

Im Beutel enthalten ist ein Geruchsstoff. „Ein Lockmittel für die Raupen. Das sind keine Chemikalien“, wie der Bauamtsleiter erklärt. Die Idee: Die Raupen werden von dem Lockstoff angezogen, wandern den Stamm hinunter und werden über den Schlauch zielgerichtet in den Beutel gelockt. Dieser ist von innen besonders beschichtet, sodass die Raupen nicht mehr hinauskommen. „Die Mitarbeiter des Bauhofs werden die Fallen kontrollieren und die Beutel entsorgen“, sagt Herbert Gausling.

Die Beutel sind schwarz und so konzipiert, dass sie sich in der Sonne auf bis zu 70 Grad erhitzen. Die Brennhaare der Giftraupe sind bereits ab 55 Grad unschädlich, da die Eiweißverbindungen durch die Hitze zerstört werden.

Die Beutel können aber auch im Ofen oder Wasserbad erhitzt werden und danach samt Inhalt gefahrlos entsorgt werden. Ob die Theorie in der Praxis funktioniert,wird sich in Heek allerdings erst noch zeigen müssen.

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