Solo-Selbständige können flexibler über Zuschüsse verfügen
„Das ist Erleichterung pur“

Nienborg -

„Seit gestern bin ich richtig befreit. Das ist Erleichterung pur“, sagt Sarah Brundu. 2000 Euro darf die Betreiberin des gleichnamigen Fotostudios nun auch für den Lebensunterhalt nutzen.

Mittwoch, 13.05.2020, 17:46 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 21:09 Uhr
Von Sarah Brundu ist eine enorme Last abgefallen – die jetzt wieder Kraft und Nerven freisetzt.
Von Sarah Brundu ist eine enorme Last abgefallen – die jetzt wieder Kraft und Nerven freisetzt. Foto: Till Goerke

Gute Nachrichten für Solo-Selbständige in NRW: Die Verwendungsmöglichkeit der Corona-Soforthilfe wurde geändert.

Das WDR-Fernsehen hat umgehend einen geplanten Drehtermin abgesagt. „Der Beitrag war für das Format Markt gedacht“, so Sarah Brundu . Geplant war, dass der Beitrag die eingeschränkten Verwendungsmöglichkeiten der Soforthilfe aufzeigt. Das ist jetzt hinfällig.

Bis zum 12. Mai war es so, dass die Soforthilfe nur für laufende betriebliche Sach- und Finanzaufwendungen verwendet werden durfte und nicht für den Lebensunterhalt. Kranken- oder Rentenkassenbeiträge konnten mit dem Geld nicht bezahlt werden. „Dabei würde mir genau das helfen, weil diese Kosten weiterlaufen“, hatte Sarah Brundu bereits vor Wochen erklärt. Die Betriebskosten seien weniger das Problem. Problematisch war, dass die eingeschränkte Verwendungsmöglichkeit der Bundesgelder seitens des Landes nicht klar kommuniziert wurde.

Wochenlang praktisch ungenutzt

Denn die Einschränkungen wurden erst veröffentlicht, nachdem die Anträge gestellt werden konnten. „Darum ging ich davon aus, über das Geld frei verfügen zu können“, blickt Sarah Brundu zurück.

Aber von wegen. Bei der Nienborgerin lagen die 9000 Euro wochenlang praktisch ungenutzt auf dem Konto. Doch jetzt die Kehrtwende. 2000 Euro darf die Fotostudio-Betreiberin jetzt auch für den Lebensunterhalt nutzen. „Das ist ein tolles Zeichen vom Land. Das gibt mir ein Stück Sicherheit. So kann ich jetzt meine Kraft und Nerven voll und ganz auf andere Dinge fokussieren“, so Sarah Brundu.

Spielraum für die nächsten Monate

Es sei einfach eine enorme Last, die jetzt abgefallen sei. „Die Verluste in diesem Jahr wird das zwar nicht ausgleichen, aber es gibt für die nächsten Monate etwas Spielraum.“

Ihr Geschäft ist trotz anhaltender Corona-Krise wieder etwas angelaufen. „Es ist noch etwas schleppend, aber es wird“, so die Betreiberin. „Ich habe ohnehin den Eindruck, dass mich die Menschen unterstützen möchten. Das ist ein ganz tolles Gefühl.“

Da ihre 450-Euro-Kraft noch nicht wieder im Dienst ist, arbeitet Sarah Brundu derzeit vornehmlich nach Termin. „So bin ich flexibel und kann mich nach den Wünschen des Kunden richten – auch am Wochenende.“

Und der Blick geht sowieso nach vorne. „Ich freue mich schon auf den Tag, an dem wir hier wieder ganz normal durchstarten können.“

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