Joke Stöhler setzt beim SV Heek auf Online-Rehatraining
Der Blick geht zum Bildschirm

Heek -

Gruppensport während der Corona-Krise? Wochenlang undenkbar. Und auch nach den jüngsten Lockerungen des Bundes noch nicht allgegenwärtig. Darum geht man beim SV Heek einen kreativen Weg.

Donnerstag, 14.05.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 16:46 Uhr
Nur einen Laptop und einige kleinere Geräte benötigt Joke Stöhler, um online ihre Reha-Stunden zu absolvieren.
Nur einen Laptop und einige kleinere Geräte benötigt Joke Stöhler, um online ihre Reha-Stunden zu absolvieren. Foto: privat

Die Einschränkungen während der Corona-Krise betreffen auch den Freizeit- und Breitensport. Zwar dürfen nach den jüngsten Zugeständnissen des Bundes Sportarten wieder unter freiem Himmel stattfinden, doch die Auflagen sind strikt. Darum hatte Joke Stöhler (29) schon vor Wochen eine kreative Idee.

Die Physiotherapeutin und zertifizierte Rehasporttrainerin bietet beim SV Heek ein Online-Rehatraining an. Schon vor der Corona-Krise war die 29-Jährige beim SVH nebenberuflich aktiv. „Da haben wir das aber noch alles schön in der Halle gemacht. Die Not macht dann erfinderisch.“

Dabei sei die Sache, so erzählt es die Asbeckerin, eigentlich aus einer Schnapsidee heraus entstanden. Den Anfang machte ihre Frauen-Reha-Gruppe. „Ich habe eigentlich nur aus Spaß in der Whats-App-Gruppe gefragt, ob alle artig Sport machen“, erzählt Joke Stöhler. Die Resonanz? Unerwartet gut. „Ich wurde direkt gefragt, ob ich etwas in Zeiten der Corona-Krise anbieten würde.“

Der Startschuss fiel am 4. April. Gut eine Woche Vorbereitungszeit hatte Joke Stöhler. „Ich musste ja zusehen, dass das mit der Technik funktioniert.“ Das Internet in Asbeck sei nun mal nicht das Beste. „Aber es läuft alles.“

​Zwei Laptops, ein Handy und jede Menge Sportutensilien – so sieht es aus, wenn Joke Stöhler in ihrem Arbeitszimmer den Rehakurs zum Skype-Training bittet. „Wobei der zweite Laptop eigentlich nur als Sicherheit dient, falls der andere mal nicht so will.“ Pannen waren rar gesät. „Einmal ist die Verbindung abgebrochen, ansonsten läuft es gut.“

Pluspunkt: „Der Verband hat grünes Licht dafür gegeben, dass der Kurs online abgerechnet werden darf.“ Nicht selbstverständlich. Die Sache entwickelt sich. Das gilt auch für die Reha-Stunde als solches. Denn zunächst kamen ganz alltägliche Dinge als Sportgeräte zum Einsatz. „Putzlappen, Flaschen und so etwas. Damit mussten wir uns zunächst behelfen“, erzählt die 29-Jährige.

​Dann hatte Anne Uphues vom SV Heek ihr Okay gegeben, dass Joke Stöhler Sportutensilien wie Hanteln und andere Dinge aus dem Vereinsheim holen dufte. Ein Vertrauensvorschuss an alle Kursteilnehmer. Stöhler: „Ich habe die Sachen abgeholt und kontaktlos verteilt.“

Während des Kurses sieht Joke Stöhler die Frauen nur über den Splittscreen auf dem Laptop. Und die Teilnehmerinnen natürlich ihre Lehrerin. Nach dem Aufwärmen geht es an die Übungen. „Ich mache diese vor und alle machen sie nach. Die Ausführungen kann ich über den Monitor beobachten.“

​Dabei sei klar, dass die Betreuung, also in Bezug auf das Ausführen der Übungen, nicht so gut sein könne, wie in der Halle. „Da bin ich ja dicht dran und kann korrigierend eingreifen.“ In Zeiten der Corona-Krise ist das ausgeschlossen. „Aber ich melde mich schon zu Wort, wenn etwas nicht passt“, sagt die 29-jährige lachend.

Einen Pluspunkt hat das Online-Training gegenüber dem in der Halle allerdings. „Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Man kann sich nach der Einladung auch später einwählen“, sagt Joke Stöhler. Klar, man kann auch beim Training in der Halle später dazu stoßen, doch das sei natürlich mit einer Störung verbunden. „Wenn online jemand dazustößt, lenkt das niemanden ab.“

Neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind willkommen, auch ohne ärztliche Verordnung. Interessierte können sich bei Anne Uphues,  02568 674 oder Nicole Uphues,  0151 46606995, melden. „Aktuell sind in der Frauen-Gruppe elf Teilnehmerinnen. Vier wären noch möglich“, sagt Joke Stöhler. Zudem gibt es zwei weitere Rehagruppen. Alter und Geschlecht spielen keine Rolle. Es ist bunt gemischt.

Ob nach der Lockerung der Corona-Schutzverordnung das Ganze in Zukunft nach draußen verlagert wird, ist noch nicht entschieden. „Eines ist jedenfalls klar: Das Online-Training ist in jedem Fall eine gut funktionierende Alternative.“

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