In Nienborg gibt es für das kommende Kita-Jahr keinen freien Platz mehr
Die Kita-Plätze werden knapp

Nienborg -

Im ganzen Land waren Schulen und Kitas wegen der Corona-Krise wochenlang geschlossen. Jetzt sind der Unterricht und die Betreuung unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregeln schrittweise wieder angelaufen.

Dienstag, 26.05.2020, 17:54 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 17:26 Uhr
In den Heeker Kitas ist noch Platz für weitere kleine Landschaftsgärtner. In Nienborg sind die Einrichtungen voll ausgelastet.
In den Heeker Kitas ist noch Platz für weitere kleine Landschaftsgärtner. In Nienborg sind die Einrichtungen voll ausgelastet. Foto: S. Rottmann

Deshalb muss der Blick nach vorne gehen, denn in Heek werden in einem Ortsteil die Kita-Plätze knapp.

Darum stand das Thema auch beim jüngsten Ausschuss für Schule, Familie und Soziales auf der Tagesagenda. Auslöser des Ganzen waren die Trägergespräche für die Heeker Kindergärten, die im Januar zwischen DRK , der Kirchengemeinde Heilig Kreuz und Vertretern des Kreis Borken über die Bühne gingen. Quintessenz: Bei den Kita-Plätze in Nienborg wird es mächtig eng.

​In der Sitzungsvorlage heißt es: „Die beiden Kitas sind stark ausgelastet“. Doch zwischen den Begrifflichkeiten „eng“ und „stark ausgelastet“ können Welten liegen. Wie ist also der Stand im Ortsteil Nienborg und den Kitas St. Peter und Paul sowie St. Franziskus? Nachfrage beim Kreis Borken, der für die Kindergartenbedarfsplanung in Heek zuständig ist.

Alle 116 Plätze sind vergeben

Die klare Antwort: Für das bevorstehende Kitajahr 20/21 gibt es im Ortsteil Nienborg keinen freien Platz mehr. Alle 116 Plätze sind vergeben. Lediglich so genannte „Überbelegungsplätze“ stünden noch zur Verfügung.

Damit können Kitas zumindest halbwegs flexibel und eigenverantwortlich auf Engpässe reagieren. Die genaue Anzahl dieser Plätze nennt der Kreis nicht.

​Dass die Angelegenheit so oder so keine ideale ist, betonte Jürgen Lammers von der Gemeindeverwaltung bereits während der Sitzung: „Leider ist die Situation dort sehr angespannt. Bei steigenden Geburtenzahlen könnten da noch richtige Diskussionen auf uns zukommen.“

Insgesamt gibt es für das Kita-Jahr 2020/21 362 Kita-Plätze, davon 116 in Nienborg (U3: 31/Ü3: 85) und 246 in Heek (U3: 63/Ü3: 183). Dabei bewege sich die U3-Nachfragequote noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau, wie Kirsten Bertling vom Kreis auf Anfrage mitteilt.

Das ist immer eine Frage des Drucks.

Jürgen Lammers

Während es in Nienborg aktuell keinen offiziellen Kita-Platz mehr gibt, sieht die Sache im Ortsteil Heek deutlich entspannter aus. Was natürlich auch in der baldigen Fertigstellung der neuen DRK-Kita in der Stroot begründet ist. 55 Kinder in drei Gruppen sollen dort nach der Sommerpause betreut werden können. Die Finanzierung der Kita läuft vollständig über das Kinderbildungsgesetz (Kibiz).

Könnten deshalb Kinder aus diesem Ortsteil in Heek zur Kita gehen? Immerhin stehen dort beispielsweise noch acht U3- und 14 Ü3-Plätze zur Verfügung. „Das ist immer eine Frage des Drucks“, meint Jürgen Lammers. Viele Eltern sähen es lieber, wenn ihre Kinder in dem Ortsteil zu Kita gingen, in dem sie auch wohnen.

Dazu sagte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff während der Sitzung: „Wir müssen den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz in der Gemeinde erfüllen, aber nicht den Wunsch-Kitaplatz.“ Derzeit seien ja alle Kinder mit einem Platz versorgt. Vom Tisch ist das Thema der Knappheit in Nienborg damit nicht. Ob eine Kapazitätserhöhung möglich ist, muss die Verwaltung mit dem Träger klären.

Davon ab, so erklärt es Jürgen Lammers, würden zweimal pro Jahr die Geburtenzahlen pro Ortsteil ausgewertet und die Betreuungsbedarfsplanung angepasst.

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