Heeker Gemeinderat beschäftigt sich mit Zuschuss zum Heek-Gutschein
Stärkung für den lokalen Handel

Heek -

Lydia van Goer, Inhaberin des Modehauses Fabry und Schwieters in Heek, hat sich ein Herz gefasst. Im Mai setzte sie ein Schreiben an Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff und die Ratsmitglieder auf. Ihre Anregung: eine zeitlich befristete Bezuschussung des Heek-Gutscheins mit Haushaltsmitteln aufgrund der Coronakrise.

Mittwoch, 17.06.2020, 17:45 Uhr
Lydia van Goer freut sich, dass die Politik ihre Idee eines Zuschusses für Heek-Gutscheine aufgenommen hat.
Lydia van Goer freut sich, dass die Politik ihre Idee eines Zuschusses für Heek-Gutscheine aufgenommen hat. Foto: Markus Gehring

„Die Idee ist mir bereits Mitte Mai gekommen, als ich mitbekommen habe, dass die Stadt Ahaus so eine Aktion ins Leben gerufen hat“, erzählt Lydia van Goer. Kurzerhand habe sie sich dann entschlossen, diese Idee schriftlich an die Gemeinde heranzutragen.

„Es freut mich sehr, dass sich die Politik damit beschäftigt und uns helfen will.“ 40 000 Euro stehen im Raum.

​Dabei, das betont Lydia van Goer, gehe es ihr nicht um sie selbst, sondern allgemein um die lokale Wirtschaft in der Dinkelgemeinde. Viele Gewerbetreibende habe die Coronakrise finanziell schwer getroffen.

Die Aktion könne jetzt dazu beitragen, die lokale Wirtschaft wieder Stück für Stück zu stärken. „Wir müssen doch hier vor Ort alle zusammenhalten.“

Wichtiger Faktor für die Stärkung

Angedockt werden soll die Aktion an den Heek-Gutschein, den es seit 2015 im Wert von zehn, 20 oder 50 Euro gibt. Die örtlichen Geldinstitute verkaufen die Coupons. Die Gutscheine werden vom Gewerbeverein ausgegeben und sind ein wichtiger Faktor für die Stärkung der lokalen Wirtschaft.

​Die Idee, die im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss auf den Tisch kam, sieht vor, dass jeder, der einen Gutschein erwirbt, einen Zuschuss geschenkt bekommt.

Als Beispiel: Kauft man einen Gutschein für 20 Euro, bekommt man einen Coupon im Wert von 40 Euro. Die exakte Höhe der Bezuschussung ist noch nicht in Stein gemeißelt. Aber von 20 Euro war während der Sitzung die Rede.

„Tolles Signal“ in der derzeitigen Situation

Auf diesem Weg soll der Anreiz geschaffen werden, Geld vor Ort in Heek auszugeben, um so die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Susanne Tombrink, Vorsitzende des Gewerbevereins, wertet die Aktion dementsprechend als „tolles Signal“ in der derzeitigen Situation.

​40 000 Euro stehen als Zuschuss seitens der Gemeinde im Raum.

Doch woher kommt das Geld auf einmal? Aus dem Etat der Gewerbeschau. Diese fällt wegen der Coronakrise ins Wasser.

Abzüglich einiger Kosten stehen so etwa 40 000 Euro zur Verfügung. Eine „Umdefinierung“ im Haushalt.

CDU- und SPD-Ortsfraktion gaben für die Umsetzung generell grünes Licht. Eine Entscheidung fällt der Rat in seiner nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch (24. Juni). Bis dahin soll die Gemeindeverwaltung ein Konzept entwickeln. ​

Und darin müssen viele Fragen geklärt sein. Darf jeder den Gutschein erwerben oder nur Heeker? Wann startet die Aktion? Wie hoch ist der Zuschuss? Wie lange sind die bezuschussten Gutscheine gültig?

In Bezug auf den letzten Punkt sprachen sich die Ausschuss-Mitglieder dafür aus, die Gültigkeit auf den 31. Dezember dieses Jahres zu begrenzen. Idee: Die Gutscheine sollen nicht gehortet, sondern zügig investiert werden.

Alle sollen profitieren

Auch über eine Obergrenze – etwa maximal Gutscheine im Wert von 100 Euro pro Person – wurde in der Sitzung gesprochen.

Das dürfte, so es denn so kommt, bedeuten, dass beim Kauf auch die persönlichen Daten des Käufers erfasst werden.

Hermann-Josef Schepers (SPD) regte zudem an, dass bei der Aktion auch Firmen berücksichtigt werden sollten, die nicht Mitglied im Gewerbeverein sind. Diese Idee fand allgemeine Zustimmung.

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