Energiegenossenschaft
Freude über hohe Dividende

Nienborg -

Die Situation bei der Generalversammlung war ungewohnt: Wo sonst Hunderte Menschen sitzen, standen nur Kameras. Doch Michael Kersting, Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden, ließ sich davon nicht irritieren. Zumal er gute Nachrichten zu verkünden hatte.

Freitag, 26.06.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 26.06.2020, 19:20 Uhr
Ein ungewohntes Bild: Vorstand und Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden hielten die Generalversammlung digital in der Landesmusikakademie ab.
Ein ungewohntes Bild: Vorstand und Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden hielten die Generalversammlung digital in der Landesmusikakademie ab. Foto: Johannes Schmittmann

Die Ansagen auf dem kleinen Monitor waren klar: „Lauter sprechen“, „Näher ans Mikro“, „Leiser sprechen“. Michael Kersting , Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden, war die ungewohnte Situation aber nicht anzumerken. Souverän begrüßte er die Mitglieder vom Podium. Doch dort, wo sonst mehrere Hundert Menschen gespannt lauschen, stand diesmal nur jede Menge Technik.

Denn die Generalversammlung musste coronabedingt digital stattfinden. Als schon ungewohnt bezeichnete Kersting die Situation. Aber es blieb keine andere Wahl, denn satzungsgemäß muss die Versammlung in der ersten Jahreshälfte stattfinden. Sich nur mit den maximal erlaubten 100 Menschen zu versammeln, hätte ebenfalls den Statuten widersprochen.

Und so holte man sich schnell Experten an Bord, mietete die Landesmusikakademie und präsentierte so die Tagesordnungspunkte per Stream. Fragen konnten vorher eingereicht werden.

Damit man auf technische Probleme reagieren konnte, wurde das Video leicht zeitversetzt übertragen. Und auch, wenn es zumindest vor Ort keinen Applaus gab, dürften sich die Mitglieder vor ihren Monitoren gefreut haben. Denn gemeinsam blickten Vorstand und Aufsichtsrat auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück. Für die gut 1100 Anteilseigner bedeutet das vor allem: der Euro rollt.

Vier Prozent Dividende plus einen Bonus von 3,25 Prozent werden ausgeschüttet, sofern die Mitglieder per Online-Abstimmung dem Vorschlag des Vorstandes folgen.

Gregor Ahler , leitender Angestellter des Vorstandsstabes, präsentierte die Zahlen. Der Bilanzgewinn fiel im Vergleich zum Jahr 2018 (668 000 Euro) mit 932 000 Euro deutlich höher aus.

„Das Ergebnis 2019 übertrifft unsere Erwartungen und Planrechnungen. Wir sind sehr zufrieden“, so Ahler. Mit dem Bonus wolle man die Mitglieder an den Sondereffekten beteiligen.

Zu diesen Sondereffekten, so paradox es klingen mag, gehört auch die zeitweise Stilllegung beziehungsweise Drosselung einiger Windräder. „Für diese Windräder wurden durch die Sanierung bedingten Ertragsausfälle durch Enercon übernommen“, berichtete Ahler.

„Die Sanierungen führen dazu, dass für einige dieser Anlagen die Abschreibungen noch nicht oder erst im Laufe des Jahres 2019 einsetzten.“ Die Jahresergebnisse nach Verrechnung aller Aufwendungen und Erträge seien dadurch höher ausgefallen. Passenderweise kurz vor der Versammlung erhielt Ahler die Mitteilung, dass nun wieder alle 19 Windräder laufen, an denen die Genossenschaft beteiligt ist.

Auf den guten Zahlen möchte sich die Genossenschaft aber nicht ausruhen. Michael Kersting kündigte an, dass schon zeitnah neue Projekte starten sollen. Ob es sich dabei um den Bau neuer Windräder oder die Beteiligung an Windparks handelt, ließ er noch nicht durchblicken. Man wolle in Zukunft aber auch in anderen Bereichen aktiv werden. Als Stichwort nannte der Aufsichtsratvorsitzende das Thema Stromspeicherung.

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