Die Firma Farm Innovation Team stellt FFP2-Schutzmasken her
Maskenproduktion läuft in Heek an

Heek -

Mit Masken hatte die Firma Farm Innovation Team (FIT) bis zu Beginn dieses Jahres nichts zu tun. Das Steinfurter Unternehmen, das eine Lagerhalle im Heeker Gewerbegebiet hat, liefert technische Geräte für die Geflügeltierhaltung.

Donnerstag, 23.07.2020, 11:44 Uhr aktualisiert: 23.07.2020, 12:02 Uhr
In einer extra eingerichteten Halle produziert die Firma Farm Innovation Team jetzt FFP2-Schutzmasken her. 200 000 Stück sollen hier in zwei Schichten hergestellt werden.
In einer extra eingerichteten Halle produziert die Firma Farm Innovation Team jetzt FFP2-Schutzmasken her. 200 000 Stück sollen hier in zwei Schichten hergestellt werden. Foto: Bastian Becker

Als eine Kundin aus Malaysia sich dann jedoch meldete, um im Auftrag der Landesregierung nachzufragen, ob FIT in Corona-Zeiten nicht in die Maskenproduktion einsteigen wolle, beschäftigte sich das Unternehmen erstmals mit den Voraussetzungen für ein damals hierzulande noch ungewöhnlich erscheinendes Projekt.

„Wir haben uns intensiv damit auseinandergesetzt“, sagt der technische Leiter, Sergej Ledowski . Im April gab es dann eine deutschlandweite Ausschreibung der Bundesregierung zur Produktion von FFP2-Schutzmasken im Inland.

„Es geht um den Ausbau der Maskenproduktion in Deutschland, damit man unabhängig vom Ausland wird“, erklärt Sergej Ledowski. 20 Unternehmen setzten sich bei der Ausschreibung durch, dazu zählte FIT. In Heek fand man die passenden Räumlichkeiten vor, um die Masken zu produzieren. Den Auftrag aus Malaysia konnte das Unternehmen aber da nicht mehr wahrnehmen.

Zertifizierte Masken mit Universalgröße

​Nun eröffnete Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff offiziell die Produktion. 200.000 Schutzmasken werden jetzt pro Woche in Heek produziert. Für die Maskenfertigung wurde in der großen Lagerhalle eine kleine Halle gebaut, um Kontaminationen zu vermeiden. Durch eine Lüftungsanlage mit Überdruck wird saubere Luft herein- und die verbrauchte Luft herausgeleitet.

Vor vier Wochen trafen die Maschinen aus China ein. Dort wurden damit zuvor bereits FFP2-Masken produziert. Installateur Ludger Gausling installierte anschließend mit seinem Team die elektrischen Anlagen in der kleinen Halle.

Acht Mitarbeiter kümmern sich in zwei Schichten um die Anlage mit zwei Produktionssträngen. „Wir fertigen vier- und fünflagige Masken“, erläutert Sergej Ledowski. „Die Masken haben von beiden Seiten Filter, somit ist ein geringerer Atemwiderstand gewährleistet.“​

Nacheinander werden eine wasserabweisende Außenschicht, das Filtermaterial, eine statisch aufladbare Schicht in der Mitte und die hautverträgliche Schicht für den Kontakt mit dem Gesicht gefertigt und am Ende mit einem Ultraschallgerät verschweißt. Das Ergebnis sind zertifizierte Masken mit einer Universalgröße.

Bedarf an Masken nach wie vor hoch

Diese können zunächst auf Baustellen oder im medizinischen Bereich genutzt werden, in einem zweiten Schritt sollen die Schutzmasken dann auch auf dem freien Markt verkauft werden. Auch das Bedrucken mit einem individuellen Logo ist möglich.

Bürgermeister Franz Josef Weilinghoff meint zum Start der Produktion: „Das Produkt ist auch für uns wichtig. Wir haben selbst gesehen, dass wir in der Gemeinde Probleme mit Masken hatten. Durch die Nähe zur Produktion erhoffe ich mir eine gewisse Sicherheit und besseren Schutz für die Bevölkerung.“ Aus diesem Anlass hat sich der Bürgermeister gleich erkundigt, ob die Gemeinde gegebenenfalls Masken kaufen könnte.​

Der Bedarf an FFP2-Masken, die anders als selbst gebastelte Stoffmasken nachweislich auch den Träger vor Infektionen schützen, ist nach wie vor hoch. Sollte außerdem im Zuge einer möglichen zweiten Corona-Welle noch größerer Bedarf entstehen, könnte das Unternehmen auch auf ein Modell mit drei Schichten umsteigen und mehr Masken produzieren.

Diese Lockerungen der Corona-Regeln gelten ab Mittwoch

1/6
  • Lockerungen ab Mittwoch

    In Nordrhein-Westfalen werden die Corona-Regeln an diesem Mittwoch wieder etwas gelockert. Das wird vor allem die Menschen freuen, die ein großes Fest feiern wollen. 

    Foto: Jens Kalaene
  • Erleichterungen bei Festen und Feiern

    Private Feste aus einem besonderen Anlass wie zum Beispiel Geburtstage, Taufen, Hochzeiten und Abschlussfeiern sind nun mit 150 Gästen erlaubt, also deutlich mehr als die bisherigen 50.

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand
  • Maskenpflicht und Abstandsregeln bleiben

    Trotz dieser Lockerung gelten die drei Grundregeln weiter: Abstand halten, Mund-Nasenschutz tragen und die Nachverfolgbarkeit der Infektionsketten sicherstellen.

    Foto: Boris Roessler
  • Mehr Möglichkeiten beim Sport 

    Beim Kontaktsport in der Halle sind statt der bisher 10 dann 30 Teilnehmer erlaubt. Zuschauen dürfen bei Sportveranstaltungen 300 statt der bisher 100.

    Foto: Christina Pohler
  • Hygienekonzept ab 300 Leuten

    Bei Kultur und sonstigen Veranstaltungen muss ein Hygienekonzept erst bei 300 Teilnehmern vorgelegt werden und nicht mehr schon bei 100

    Foto: Oliver Berg
  • Änderungen in der Coronaeinreiseverordnung

    Änderungen gibt es in der Coronaeinreiseverordnung für Beschäftigte aus kritischen Infrastrukturen: Wer aus dem Sommerurlaub oder vom Verwandtschaftsbesuch aus Corona-Risikogebieten zurückkommt, ist nicht mehr automatisch von der Quarantänepflicht ausgenommen. Er ist das nur nach einem negativen Test. 

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7505463?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F27962%2F
Nachrichten-Ticker