Nienborger schmücken ihr Dorf, obwohl das Schützenfest abgesagt werden musste
Ein Trostpflaster für die Seele

nienborg -

Schützenmesse, Fahnenweihe, Kranzniederlegung, Festabend, Kaiserschießen, Großer Zapfenstreich, Festumzug, Vogelschießen, Schmökern in der Festschrift – alles war für das Jubiläum anlässlich des 500-jährigen Bestehens des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Nienborg hergerichtet. Dann kam die Corona-Krise und das Fest musste abgesagt werden. Doch ganz ausfallen lassen wollten die Bürgerschützen ihr Jubiläumsfest nicht.

Dienstag, 04.08.2020, 07:19 Uhr
Vorstandsmitglieder und Offiziere legten einen Kranz am Kriegerehrenmal nieder. Ein großes Banner an der St.-Peter-und-Paul-Kirche erinnerte an das Jubiläum, so wie das Königspaar aus Pappe. Und der Musikverein spielte Schützenfest-Gassenhauer.
Vorstandsmitglieder und Offiziere legten einen Kranz am Kriegerehrenmal nieder. Ein großes Banner an der St.-Peter-und-Paul-Kirche erinnerte an das Jubiläum, so wie das Königspaar aus Pappe. Und der Musikverein spielte Schützenfest-Gassenhauer. Foto: Bürgerschützenverein Nienborg

Die Nachbarschaften sorgten mit einem rot-weißen Fahnenmeer für einen festlich geschmückten Ort. Etwas Besonderes hatten sich die Nachbarn des Königspaars Jörg und Monica Rosery auf der Straße Am Kalvarienberg einfallen lassen. Für den Bruchteil einer Sekunde wirkte es so, als stehe das Königspaar in schwarzem Anzug und schickem Kleid im Vorgarten ihres Hauses. Doch es ist ein lebensgroßes Foto, sauber ausgeschnitten und auf Pappe aufgeklebt. Als kleines Trostpflaster für ein entfallenes Fest verteilte der Schützenverein mehr 100 Kisten Bier an die Nachbarschaften für ihren Einsatz.

Der Vorstand und die Offiziere hatten als sichtbares Zeichen, dass am Wochenende ein großes Jubiläum gefeiert werden sollte, ein großes Banner am Gerüst der St.-Peter-und-Paul-Kirche aufgehangen.

Die Vorstandsmitglieder und Offiziere legten am Samstag am Kriegerehrenmal einen Kranz nieder, wo der Fahnenclub zuvor die Fahnen gehisst hatte. Pater Joy Madassery segnete den Kranz. In einer Rede erinnerte Präsident Markus Callenbeck an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren.

„Die meisten von uns haben sich den heutigen Tag anders vorgestellt“, hob Markus Callenbeck hervor, dass der Verein in diesen Tagen auf seine 500-jährige Geschichte zurückblickt. „Mit Dankbarkeit begegnen wir den Menschen der vergangenen Jahrhunderte, die das Schützenwesen in Nienborg ins Leben riefen und diese schöne Tradition durch Sturm und Regen aufrecht hielten“, dankte er allen, die das Brauchtum in den fünf Jahrzehnten pflegten.

Albert Bömer vom Musikverein sorgte mit seiner Trompete für den musikalischen Rahmen.

Der Musikverein spielte am Sonntag zur Frühschoppenzeit Blasmusik. Neben dem Weckruf „Freut Euch des Lebens“ fehlten auch einige Schützenfest-Gassenhauser nicht.

Ralf Münstermann (Präsident) und Michael Alfert (Geschäftsführer) vom Heimat- und Schützenverein St. Ludgerus Heek überbrachten Markus Callenbeck Jubiläumswünsche. Andere Vereine gratulierten in den sozialen Medien, immer mit dem Wunsch verbunden, das Jubiläum im nächsten gemeinsam feiern zu können. „Dann feiern wir eben 500 plus eins im nächsten Jahr“, so die Bürgerschützen.

„Das kleine Alternativprogramm in diesem Jahr kann nur ein kleines Trostpflaster für die Seele sein“, schaute Markus Callenbeck hoffnungsvoll in die Zukunft.

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