Dinkelbündnis und Franz Epping feinden sich gegenseitig in einem sozialen Netzwerk an
Zoff im Kuschelparadies

Heek -

Über Jahrzehnte hinweg war die politische Welt in Heek und Nienborg in Ordnung: Die CDU regierte, die SPD war zweiter Sieger und setzte aus ihrer Rats-Opposition heraus immer mal kleine Nadelstiche, die aber keinem ernsthaft weh taten.

Mittwoch, 26.08.2020, 18:46 Uhr
Dinkelbündnis und Franz Epping feinden sich gegenseitig in einem sozialen Netzwerk an: Zoff im Kuschelparadies
Foto: Gro�e H�ttmann

In diesem Jahr will das Dinkelbündnis die traute Zweisamkeit im Ratssaal aufbrechen und stellt – was in der Politik ja nicht unüblich ist – auf der Jagd nach Stimmen die bisherige politische Arbeit der Mandatsträger in Frage. Und geht dabei entschieden zu weit, findet Franz Epping , der über 20 Jahre lang für die Christdemokraten im Gemeinderat saß und unter anderem den Bauausschuss leitete. In der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Nienborg, wenn …“ keilte er am Dienstag unter einem Posting des Dinkelbündnisses zurück, das Bündnis sei eine Gruppierung, „die im Hintergrund mit Lug und Trug Wahlkampf betreibt und in Bezug auf Kandidaturen Wahlbetrug begeht“.

Grenzen überschritten

Damit beziehe er sich wohl auf die Kandidatin Beate Weuler, vermutet das Dinkelbündnis, das den Disput mit Epping gestern als Screenshot auf seiner Internetseite veröffentlichte. Man habe „starke Hinweise darauf“, dass in ihrem Fall „Grenzen überschritten“ worden seien.

Weiter erklärt Epping in seinen Kommentaren, dass die Dinkelbündnis-Kandidaten Ralf Weichert und Pia Leusing „ungeheuerliche Wahrheiten“ über ihn verbreiteten, die sich auf seine Tätigkeit als Vorsitzender des Bauausschusses bezögen. „Es ist enttäuschend, nach über 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit so behandelt zu werden“, beklagt Epping, dass er in den Verdacht gestellt werde, dabei gemauschelt zu haben. „Davon weiß ich nichts“, sagt der Vorsitzende des Dinkelbündnisses, Prof. Dr. Berthold Wigger.

Schockiert über Vorwurf

Umso mehr habe ihn die Schärfe der Anschuldigung von Franz Epping überrascht: „Wir waren natürlich schockiert über den Vorwurf des Wahlbetrugs.“ Worauf der sich beziehe, könne er nicht sagen: „Der Vorwurf wird von ihm nicht weiter erläutert, obwohl wir ihn mehrfach dazu aufgefordert haben.“ Eins stehe für ihn und seine Dinkelbündnis-Mitstreiter fest: „Wir akzeptieren nicht, dass das eine private Äußerung gewesen sein soll.“ Genau das betont Franz Epping nämlich: „Natürlich habe ich das als Privatperson gesagt“, stünden seine Äußerungen nicht für die CDU.

Ob die gegenseitigen Vorwürfe noch vor dem 13. September aufgeklärt werden, ist fraglich. „Ich werde da nichts mehr zu sagen“, will Epping wieder Dampf aus dem Wahlkampf-Kessel nehmen.

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