20 Einsatzkräfte des Löschzugs Heek nehmen an Trainingseinheit in Weeze teil
Sicherheit für den Ernstfall

Heek -

Feuer in einer Autowerkstatt. Der Löschzug Heek rast mit einem Einsatzfahrzeug zum Brandort. Als die zehn Wehrkameraden aus dem Auto springen, dringt bereits schwarzer Rauch aus dem Gebäude.

Sonntag, 20.09.2020, 20:18 Uhr
In Europas größtem BOS-Übungszentrum trainierten jetzt Einsatzkräfte des Löschzugs Heek.
In Europas größtem BOS-Übungszentrum trainierten jetzt Einsatzkräfte des Löschzugs Heek. Foto: Feuerwehr Heek

Mit hektischen Armbewegungen schildert der Werkstattbesitzer dem Einsatzleiter, dass einer seiner Mitarbeiter als vermisst gilt. Mit schwerem Atemschutz rücken die Angriffstrupps der Freiwilligen Feuerwehr vor.

Flammen, Hitze, dichter Rauch und eine schweißtreibende Arbeit, die gut koordiniert sein will, warten auf die Einsatzkräfte. Das Gute: Gefahr besteht keine. Für niemanden. Denn es ist nur ein Training, das die Feuerwehrmänner absolvieren. Zugegeben: Eines, das der Wirklichkeit sehr nah kommt. Und genau das ist Sinn und Zweck des Ganzen.

„Es war ein Training für Situationen, wie sie bei uns in Heek jeden Tag auftreten könnten“, erklärt Jörg Latussek, der beim Löschzug für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Ort des Geschehens war die Trainings-Basis in Weeze, Europas größtes Übungszentrum für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Feuerwehr , Polizei, Militär oder Rettungskräfte können dort speziell auf sie zugeschnittene Trainings absolvieren.

Im Fall des Löschzugs Heek waren es drei verschiedene Übungen. Bei der ersten ging es um Folgendes: Wie entwickelt sich der Rauch bei einem Gebäudebrand? Wie breitet sich ein Brand aus? Was passiert mit Pyrolysegasen und wie entwickelt sich die Temperatur? „Die Theorie ist das eine, das aber mal ganz konkret zu sehen, war sehr hilfreich“, so Jörg Latussek.

​Auch das Löschen eines Einfamilienhauses und eben der Werkstatt standen auf der Übungsagenda. Übungen, die den 20 Einsatzkräften des Löschzugs alles abverlangten. „Die Jungs waren abends ganz schön platt.“ Die Einsatzbereitschaft des Löschzugs war natürlich auch während der Abwesenheit der 20 Einsatzkräfte gewährleistet.

​Denn erstens nahmen die Trainingsteilnehmer nur ein Fahrzeug mit und zweitens zählt der Löschzug Heek 55 Einsatzkräfte. „Jeder hat zwar seine eigene Ausrüstung mitgenommen, aber Atemschutzflaschen haben wir uns vor Ort geliehen“, berichtet Jörg Latussek.

Einen mittleren vierstelligen Betrag kostete der Übungsnachmittag. Bezahlt hat ihn die Gemeinde. Gut investiertes Geld, denn so konnten Einsatzszenarien praktisch so trainiert werden, als seien sie Realität. Jörg Latussek: „Zwischendurch hat man einfach vergessen, dass es nur eine Übung war.“

Dazu trug auch die detailgetreue Trainingslandschaft bei. Bei der Autowerkstatt war alles vorhanden, wie es auch in der Wirklichkeit wäre. Autos, Werkzeug, Gasflaschen, Reifen und eine Hebebühne. Und selbst das Feuer und der Rauch waren echt und nicht aus einer Nebelmaschine. In einem Spezialcontainer wurde Holz verbrannt. Das stellte praktisch auch den Brandherd dar.

​Jedes Einsatzszenario wurde zweimal, sprich in zwei Zehnergruppen, durchgespielt. 30 bis 45 Minuten dauert das jeweils. Der Clou: Was für Einsätze auf die Feuerwehrkameraden zukommen würden, war im Vorfeld nicht klar. „Wir standen mit dem Einsatzfahrzeug abseits und wurden dann unter einem bestimmten Stichwort zur Übung gerufen“, schildert Jörg Latussek.

Vorher einen Plan zurecht legen, war also nicht möglich. „Das hätte ja auch keinen Sinn ergeben. Es sollte ja möglichst realitätsnah sein.“ Und das sei es auch gewesen. Vor allem weil zum gebuchten Trainingspaket auch Darsteller zählten. So wie der Werkstattbesitzer. „Das Training hatte für uns einen unheimlichen Mehrwert. Es gibt uns jetzt im Einsatz noch mehr Sicherheit“, bilanziert Jörg Latussek zufrieden.

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