Heeker Feuerwehr ist im Ernstfall auf Hilfe aus Ahaus angewiesen
Akku-Energie birgt Gefahr

Heek -

Die Diskussionen um den Klimaschutz sind allgegenwärtig. Auch in Heek. So sind auch immer mehr E-Autos auf den Straßen unterwegs.

Dienstag, 22.09.2020, 18:08 Uhr
Ein „normales“ Auto zu löschen ist für die Feuerwehr kein Problem – bei Akkus wird es ein ganzes Stück heikler.
Ein „normales“ Auto zu löschen ist für die Feuerwehr kein Problem – bei Akkus wird es ein ganzes Stück heikler. Foto: Udo Bördemann

Auch ist der Ausbau des E-Car-Sharing ein denkbares Szenario.

Doch birgt das Ganze auch Gefahren? Aus Sicht der Feuerwehr ja. Denn geraten E-Autos in Brand, stellt das beispielsweise den Löschzug Heek vor ein große Herausforderung.

Laut ADAC brennen E-Autos zwar nicht häufiger als Benziner, aber sie stehen im wörtlichen Sinn unter Strom. Die Energie der E-Autos steckt im Akku im Unterbau des Fahrzeugs. Wenn dieser bei einem Unfall Feuer fängt, kann das Dilemma groß sein.

Nur massiver Wassereinsatz hilft

​Denn der Akku kann unheimlich viel Energie freisetzen. Die Flammen zu löschen ist dann sehr schwierig. Nur massiver Wassereinsatz zum kontinuierlichen Herunterkühlen des Akkus hilft. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich diese wieder von selbst entzünden. Genau vor diesem Problem stand der Löschzug Heek auch Ende Juli bei einem Brand in einem Heeker Unternehmen.

Dort hatten mehrere elektrische Gabelstapler samt Akkus Feuer gefangen. Einfach mal eben löschen? Nein.

Mit präziser Feinarbeit wurden die Akkus ins Freie und dann in einen Spezialcontainer der Ahauser Berufsfeuerwehr befördert. Dieser ist wasserundurchlässig und wurde geflutet. So wurden Batterien heruntergekühlt und ein (erneutes) Entzünden verhindert. Genau an dieser Stelle ist das Problem: Der Löschzug Heek besitzt keinen eigenen Spezialcontainer. Und das, obwohl der Löschzug auch für einen Teilabschnitt der A 31 zuständig ist. Und auf der Autobahn ist die Wasserverfügbarkeit ohnehin stark begrenzt. Hydranten gibt es keine.

Eigenes Equipment fehlt

Die Löschfahrzeuge bringen Wasser und Schaum mit. Brennt also auf der Autobahn ein E-Auto – diesen Fall hatte der Löschzug Heek noch nicht – muss mit dem mitgeführten Wasser gehaushaltet werden.

„Wir können darum nur hoffen, dass wir in so einem Fall den Container aus Ahaus bekommen können“, so Jörg Latussek vom Löschzug. „Wie wir fachlich mit so einer Situation umgehen müssen, wissen wir. Das können wir. Uns fehlt aber das dafür notwendige eigene Equipment.“

Im Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde Heek sind in der aktuellen Fassung weder ein Spezialcontainer noch ein Logistiksystem für die Feuerwehr vorgesehen. Immerhin absolvierte der Löschzug Heek 2018 unter anderem ein Spezialtraining, um die Gefahren eines E-Auto-Brands kennenzulernen und zu erarbeiten, wie in diesen Fällen vorzugehen ist.

​„Das Löschen ist nicht das Problem, sondern die Logistik und das Equipment“, stellt Jörg Latussek klar. Der E-Stapler-Brand Ende Juli war für den Löschzug Heek die „Feuertaufe“ in Sachen Elektroautos.

Laut des Heeker Feuerwehrchefs Heinz-Peter Rump hat der Löschzug diese mit Bravour bestanden. Und glücklicherweise stand auch der Spezialcontainer der Ahauser Feuerwehr zur Verfügung. Eine Garantie, dass der Container immer verfügbar ist, gibt es allerdings nicht.

Eigenes Logistiksystem

„Ein eigener Container wäre daher für uns von großem Vorteil, um ein eigenes Logistiksystem aufbauen zu können. Das wäre ganz essenziell für unsere Arbeit“, erklärt Jörg Latussek.

Und bedenkt man, dass E-Autos auch im Kreis Borken immer mehr auf dem Vormarsch sind, wäre eine dementsprechend passende Ausstattung der Heeker Feuerwehr nicht von Nachteil. Gab es zum Stichtag 31. Dezember 2016 nur 149 E-Autos im Kreis Borken, waren es 2017 bereits 224 und 2019 sogar 593.

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