Doris Hartmanns Café ist seit März geschlossen / Ausweichquartier im Epping‘schen Hof
Hauptsche, es geht vorwärts

Heek -

Mit voller Wucht hat auch Doris Hartmann, Betreiberin des Cafés am Kirchplatz, die Corona-Pandemie getroffen. Sorgen und Zukunftsängste plagten die 59-Jährige. Denn ihr Café kann und darf sie seit dem 10. März nicht mehr öffnen. Zumindest nicht am angestammten Ort. Erst im September konnte eine gute Übergangslösung realisiert werden.

Donnerstag, 24.09.2020, 18:18 Uhr
Doris Hartmann (l.) und Mitarbeiterin Brigitte Wolters versorgten die Gäste des Cafés und alle ehrenamtlichen Wahlhelfer auch am Kommunalwahl-Sonntag mit Kuchen.​
Doris Hartmann (l.) und Mitarbeiterin Brigitte Wolters versorgten die Gäste des Cafés und alle ehrenamtlichen Wahlhelfer auch am Kommunalwahl-Sonntag mit Kuchen.​ Foto: Till Goerke

Mit voller Wucht hat auch Doris Hartmann , Betreiberin des Cafés am Kirchplatz, die Corona-Pandemie getroffen. Sorgen und Zukunftsängste plagten die 59-Jährige. Denn ihr Café kann und darf sie seit dem 10. März nicht mehr öffnen. Zumindest nicht am angestammten Ort. Erst im September konnte eine gute Übergangslösung realisiert werden.

„Mir war das Risiko einfach zu hoch. Das konnte und wollte ich einfach nicht eingehen“, blickt Doris Hartmann auf den 10. März zurück. Jenen Tag, an dem sie ihr Café am Kirchplatz zum letzten Mal betreten hatte. Das Café ist in das Seniorenheim St. Ludgerus Heek integriert. Viele Gäste sind dementsprechend auch Bewohner des Seniorenheims.

​Doch wegen der Coronakrise war auf einmal alles anders. Seniorenheime wurden zum Schutz der Bewohner von der Außenwelt abgeschottet. Und auch jetzt sind Besuche nur unter strengen Hygieneauflagen möglich. Unter solchen Bedingungen ein Café zu betreiben, war aussichtslos. „Es war keine leichte Zeit für mich. Ich liebe meine Arbeit, meine Gäste und die Bewohner. Auf einmal war alles weg“, blickt Doris Hartmann zurück.

Glücklicherweise, das betont die 59-Jährige, habe man ihr angeboten, im Seniorenheim an der Pforte zu arbeiten. Das hat auch aktuell noch Bestand. Doch ein Ersatz für ihre Backleidenschaft und den Kontakt mit den Gästen sei das natürlich nicht. „Über das Angebot war ich natürlich trotzdem sehr erfreut.“ Doch hinter den Kulissen wurde monatelang und fieberhaft an einer Lösung für das Café gearbeitet.

​„Ende Mai habe ich schon mit Doris Hartmann telefoniert und wir haben zusammen überlegt, wie und wo es weitergehen kann mit dem Café“, berichtet Heidi Schiller von der Gemeindeverwaltung. Über verschiedene Standorte sei dabei gesprochen worden. Letztlich fiel die Wahl dann auch in Rücksprache mit Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf den Epping‘schen Hof. „Eine super Lösung. Dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar“, so Doris Hartmann.

Seit dem 13. September öffnet die 59-Jährige nun wieder jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr die Türen ihres Cafés mit selbst gebackenen Kuchen und Torten im Epping‘schen Hof. Dieser eine Tag ist natürlich deutlich weniger als die sonst üblichen Öffnungszeiten im Seniorenheim, aber Doris Hartmann ist einfach froh, dass sie wieder ihrer Leidenschaft nachgehen kann. „Es tut einfach gut, wieder das machen zu können, was mir so am Herzen liegt.“

Und da störe es auch gar nicht, dass die Küche im Epping‘schen Hof, wo die Kuchen und Torten gestaltet werden, deutlich kleiner als im Seniorenheim ist. „Damit arrangiert man sich. Das ist gar kein Problem.“ ​Insgesamt sei die Sache im Epping‘schen Hof mit Innen- und Außenplätzen schon ganz gut angelaufen. „Es muss sich aber noch etwas weiter rumsprechen. Noch immer fahren Leute zum Seniorenheim.“

Und wie lange soll die Übergangslösung Bestand haben? „Das kann jetzt noch niemand sagen“, so Doris Hartmann. „Wer weiß schon, wie lange uns das Thema Corona noch beschäftigt.“ Es sei ohnehin mit dem notwendigen Hygienekonzept ein enormer Aufwand derzeit. Aber: „Hauptsache, es geht etwas vorwärts.“

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