Landesmusikakademie in Zeiten der Corona-Pandemie
Ungewöhnliche Stille

Nienborg -

Derzeit ist es in der Landesmusikakademie stiller als sonst. Doch die Musiker, die dort proben, genießen die Abgeschiedenheit. Auch viele ins landhineinreichende Projekte gehen weiter.

Donnerstag, 01.10.2020, 06:09 Uhr
Um LMA-Direktorin Antje Valentin und ihre Mitarbeiter ist es im Musikzentrum derzeit ungewöhnlich ruhig.
Um LMA-Direktorin Antje Valentin und ihre Mitarbeiter ist es im Musikzentrum derzeit ungewöhnlich ruhig. Foto: Andreas Bäumer

Es ist ein Morgen Mitte September. Im Musikzentrum am Steinweg ist es still und auch auf der Burg begegnet man nur vereinzelt Musikern. An den Sträßchen zwischen Langem Haus und der Kirche St. Peter und Paul sind immer wieder Hinweise auf Gästehäuser zu finden – ein dörflicher Campus.

„Normalerweise wären um diese Zeit im Jahr wöchentlich Gruppen mit 120 bis 180 Schülern hier. Solche Gruppen bleiben dann zwei bis drei Tage“, erklärt LMA-Direktorin Antje Valentin .

Einzelstunden für zwei Cellistinnen und zwei Cellisten

Die Schüler proben zum Anfang des Schuljahres hier gewöhnlich in Klausur – für Musicals, Orchester- oder Chorstücke. Corona bremse das, weil die Schulen solch ein Zusammensein scheuen, trotz des Hygienekonzepts der Akademie. Auch die Aufführungen finden nicht statt.

Diese Änderungen gibt es im Herbst in NRW

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  • Ab Donnerstag gilt In NRW eine neue Corona-Schutzverordnung. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat jetzt die neuen Regeln und Maßnahmen zum Infektionsschutz vorgestellt. Ein Überblick.

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  • Fantasie-Namen werden teuer

    Laumann teilte mit, dass das Land Nordrhein-Westfalen künftig für falsche Angaben zur Person auf den Kontaktlisten in Restaurants oder Gaststätten ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro verhängt.

    Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Merkel hatten am Dienstag ein Mindestbußgeld von 50 Euro vereinbart. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte daraufhin für NRW ein höheres Bußgeld angekündigt.

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  • Weihnachtsmärkte unter Auflagen erlaubt

    Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) werden Weihnachtsmärkte durch die neue Coronaschutz-Verordnung, die ab Donnerstag gilt, unter Auflagen erlaubt.

    Voraussetzungen seien unter anderem eine Zugangssteuerung, ein Hygienekonzept und Namenslisten für Stehtische an Glühweinständen.

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  • Geschäfte dürfen in Adventszeit sonntags öffnen

    In der Adventszeit sollen Geschäfte in Nordrhein-Westfalen sonntags von 13 bis 18 Uhr öffnen dürfen, wie Laumann mitteilte.

    Damit solle das Gedränge in Fußgängerzonen an den Adventssamstagen entzerrt werden. Es handele sich um eine einmalige Maßnahme in der Corona-Pandemie. Das Land wolle damit nicht den Sonntagsschutz aushöhlen. 

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  • Corona-Schnelltests 

    Das Land NRW will seine Corona-Teststrategie um Schnelltests erweitern. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagte am Mittwoch, dass man ab 1. November Details nennen könne. Er selbst setze sehr stark auf die Tests, die innerhalb von 15 oder 30 Minuten ein Ergebnis brächten. Er rechne auch damit, dass die Gesetzlichen Krankenkassen Tests bezahlen werden.

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  • Zuschauer bei Fußballspielen je nach Infektionslage

    Die Entscheidung über die Genehmigung von Zuschauern bei Fußballspielen soll künftig spätestens am Tag vorher entsprechend des Infektionsgeschehens fallen, berichtet Laumann in Düsseldorf.

    Entscheidend sei zum Beispiel bei einem für Samstags angesetzten Spiel die Kennzahl vom Freitag. Ab dem Wert von 35 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen wären Zuschauer damit verboten. 

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  • Keine Maskenpflicht in Büros geplant

    Eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz in Büros und Behörden plant die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nicht. Laumann teilte mit, er sehe keinen Anlass dafür, dass es in NRW wie in Berlin allgemeine Regelungen über alle Behörden und Büros hinweg geben müsste. Corona-Infektionen am Arbeitsplatz machten nur rund sechs Prozent aller Infektionen aus. Ein größeres Risiko stellten derzeit vielmehr Feiern dar. 

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  • Private Feiern in Gaststätten ab 50 Gästen anmeldepflichtig

    Private Feiern zu herausragenden Anlässen wie Hochzeiten mit mehr als 50 Gästen müssen in Nordrhein-Westfalen künftig den Behörden gemeldet werden. Das gilt nur für Feiern außerhalb des privaten Bereichs etwa in Gaststätten. Die Feiern müssten mindestens drei Werktage vorher beim örtlichen Ordnungsamt angemeldet werden. Außerdem müsse eine für die Feier verantwortliche Person benannt werden, erläuterte Laumann. Für die Veranstaltung müsse eine Gästeliste geführt werden.

    Wichtig sei zu wissen, dass die Ordnungsämter kein Genehmigungsverfahren durchführten. Es gehe vielmehr darum, dass die Ämter Kenntnis hätten, welche Feiern in der jeweiligen Kommune stattfinden und gegebenenfalls kontrollieren könnten, ob die Corona-Auflagen eingehalten würden. Unverändert gelte die Höchstgrenze von 150 Gästen für private Feiern im öffentlichen Raum.

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  • Keine generellen Alkoholverbote

    Generelle Alkoholverbote wegen Corona soll es in NRW nicht geben. Laumann sagte, er könne sich das - wenn überhaupt - bei einem „diffusen“ Infektionsgeschehen vorstellen, bei dem man den Hergang nicht nachvollziehen könne. Dann könnte man theoretisch darüber nachdenken, an einzelnen Plätzen oder Straßen an bestimmten Tagen oder Uhrzeiten über ein Alkoholverbot nachdenken.

    Die Bundesregierung hatte Anfang der Woche den Vorschlag ins Spiel gebracht, Alkoholausschank in besonders betroffenen Regionen unter bestimmten Bedingungen befristet begrenzen lassen.

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Gerade weil solche Auftritte für die Schüler ein großer Ansporn zum Üben und Musizieren sind, bedauert Valentin diesen Wegfall sehr: „Es ist super wichtig für junge Leute, Ziele zu haben.“

Andererseits sind in dieser Woche zwei Gruppen hier, die von den freien Plätzen profitieren. „Sonst müssen Gruppen hier schon zwei Jahre im Voraus Termine machen“, sagt Valentin.​

Der Cello-Dozent Jorin Jordan gibt eine Kurswoche mit Einzelstunden für zwei Cellistinnen und zwei Cellisten. Die Fünf genießen sichtlich den lauschigen Platz im Garten der Mensa.

16-köpfige Posaunenklasse

Derzeit findet in der Akademie weniger als ein Konzert pro Monat statt, sonst sind es monatlich drei Konzerte. Durchschnittlich 4000 Konzertgäste hat die Akademie jährlich. Auch die Bibliothek nutzen die Westmünsterländer und derzeit findet auch der Musikverein Nienborg hier sein Corona-Refugium.

Die zweite Gruppe, die Mitte September hier eine Woche verbringt, ist die 16-köpfige Posaunenklasse der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf.

Prof. Matthias Gromer von der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf ist das erste Mal hier und hat den Tipp von einem seiner Studenten bekommen, der das Haus aus einem C-Lehrgang kannte. Diese Lehrgänge, fortgeschrittene Kurse für Laienmusiker, sind ein weiterer wichtiger Teil der Arbeit der LMA.

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