Heeker Rat kommt erstmals seit Jahrzehnten mit drei Fraktionen zusammen
Eine ganz neue Situation

Heek/Nienborg -

(In der früheren Version des Artikels hat sich ein Missverständnis eingeschlichen. Das haben wir korrigiert)

Donnerstag, 05.11.2020, 18:39 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 11:46 Uhr
In „vollem Ornat“ legte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff zum zweiten Mal seinen Amtseid ab (Bild oben). Als seine Stellvertreterinnen wurden Marion Weichert (Bild unten, r.) und Birgit Wüsten gewählt.
In „vollem Ornat“ legte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff zum zweiten Mal seinen Amtseid ab (Bild oben). Als seine Stellvertreterinnen wurden Marion Weichert (Bild unten, r.) und Birgit Wüsten gewählt. Foto: Bernd Schäfer

Über das Alter einer Dame spricht man ja normalerweise nicht – Elisabeth Voss machte bei der ersten Ratssitzung der neuen Wahlperiode eine Ausnahme und gab freimütig zu, die älteste unter den Ratsmitgliedern zu sein. Der Altersvorsitzenden gebührt nämlich die Aufgabe, dem neuen (und alten) Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff den Amtseid abzunehmen.

„Ich habe zur Feier des Tages sogar extra meine Amtskette angelegt“, scherzte der, bevor er die Formel aufsagte, die ihn weitere fünf Jahre zum Rathauschef macht.

Uns wird viel Kommunikation und Kompromissfähigkeit abverlangt.

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff

„Für viele werden die nächsten fünf Jahre eine ganz neue Situation sein“, prophezeite Weilinghoff nicht nur mit Blick auf die 19 neuen Mitglieder im Gemeinderat, sondern auch auf die Verteilung der Lager: Erstmals seit ewigen Zeiten mischt mit dem Dinkelbündnis eine dritte Fraktion in der Lokalpolitik mit. „Uns wird viel Kommunikation und Kompromissfähigkeit abverlangt.“

Unbekannter Sympathisant

Aber das müsse für eine Gemeinde nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. „Ich wünsche mir dabei einen offenen, ehrlichen und fairen Umgang miteinander.“ Für sich selbst pochte er auf Unabhängigkeit. „Das halte ich bei einem Bürgermeister für ein ganz hohes Gut.“ Als seine beiden Stellvertreterinnen wurden Marion Weichert als gemeinsame Kandidatin von CDU und SPD mit 16 Stimmen als Erste und Birgit Wüsten vom Dinkelbündnis mit zwölf Stimmen als Zweite stellvertretende Bürgermeisterin in geheimer Abstimmung gewählt - einer Stimme mehr als das Dinkelbündnis Ratsmitglieder hat. Es muss also entweder ein Mitglied von CDU oder SPD oder der Bürgermeister für Wüsten gestimmt haben.

Kommentar

Neue Zeitrechnung

Eine neue Zeitrechnung ist am Mittwochabend in Heek angebrochen: Die CDU hat keine absolute Mehrheit mehr sondern hat mit elf nur genauso viele Sitze wie das Dinkelbündnis, die SPD ist mit ihren sechs Sitzen nicht mehr nur der Zuschauer am Rande, sondern kann bei Entscheidungen für Mehrheiten sorgen. Die große Überraschung ist bei der ersten Ratssitzung aber noch ausgeblieben. Die im Vorfeld zwischen CDU und SPD getroffenen Absprachen wurden eingehalten. Gleichzeitig blieben die Neulinge vom Dinkelbündnis bei ihrer Ratspremiere gelassen – selbst als sie die offenbar unerwartete Niederlage bei der Abstimmung über einen neuen Ausschuss hinnehmen mussten. Worauf sich wohl alle einstellen müssen: Als Hochschullehrer nimmt es Prof. Berthold Wigger ganz genau. Gleich mehrfach schaltete er sich ein, um Details in Formulierungen geklärt zu wissen, auch wenn sie an der eigentlichen Sache gar nichts änderten.

Da werden sowohl die Fraktionen als auch Bürgermeister und Verwaltung in Zukunft genau auf jedes Wort achten müssen, um nicht immer wieder in Diskussionen um deren Sinn verwickelt zu werden. Bernd Schäfer

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