Ergebnisse des Massentests vom vergangenen Mittwoch sind da
35 Corona-Infektionen im Ludgerushaus

Heek -

17 Bewohner und 18 Mitarbeiter aus dem Seniorenheim St. Ludgerus Heek haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das sind die Ergebnisse des zweiten Massentests vom vergangenen Mittwoch. Bei einigen Senioren gibt es schwere Krankheitsverläufe.

Freitag, 20.11.2020, 17:22 Uhr
Ein generelles Besuchsverbot gibt es im Ludgerushaus nicht, Angehörige werden aber gebeten, die Kontakte zu den Bewohnern möglichst zu reduzieren.
Ein generelles Besuchsverbot gibt es im Ludgerushaus nicht, Angehörige werden aber gebeten, die Kontakte zu den Bewohnern möglichst zu reduzieren. Foto: Markus Gehring

Ausgangspunkt des Infektionsgeschehens im Ludgerus-Haus war die Erkennung der Infektion eines 90-jährigen Bewohners. Auch Personen außerhalb der Einrichtung sind vom Infektionsgeschehen im Seniorenheim betroffen. Das bestätigt der Kreis Borken auf Nachfrage. Laut dem Träger, dem Caritasverband Ahaus-Vreden, waren Angehörige im betroffenen Wohnbereich zu Besuch und infizierten sich mit dem Coronavirus.

Vereinzelt schwere Krankheitsverläufe

​„Die betroffenen Bewohner befinden sich alle im Ludgerus-Haus“, sagt Caritas-Pressesprecher Christian Bödding auf Redaktionsanfrage. Nur einer werde mittlerweile stationär im Krankenhaus behandelt. Zudem sollen mehrere der infizierten Bewohner Symptome zeigen. Bei einzelnen Bewohnern gebe es schwere Krankheitsverläufe, wie der Caritas-Pressesprecher mitteilt.

Gekleidet wie Astronauten

In dem betroffenen Wohnbereich wird unter Quarantänebedingungen gearbeitet. Die Mitarbeiter tragen Schutzanzüge und FFP2-Masken. „Sie sehen aus wie ein Astronaut“, sagten Bewohner schon zu Pflegekräften. Keine Frage, die Lage ist schwierig und ernst. Daraus macht auch die Caritas keinen Hehl. „Aber alle sind bemüht, den Bewohnern so viel Normalität wie möglich zu erhalten, trotz der Umsetzung zusätzlicher Maßnahmen“, erklärt Matthias Wittland, Vorstand für das Ressort Pflege beim Caritasverband.

Für den Wohnbereich mit den infizierten Heimbewohnern gilt ein Besuchsverbot, für die anderen Wohnbereiche nicht. Doch auch in den nicht betroffenen Bereichen gelten erweiterte Schutzmaßnahmen. Angehörige werden gebeten, derzeit auf Besuche zu verzichten oder diese zu reduzieren.

Infizierte möglicherweise auch außerhalb des Hauses

Möglicherweise stehen auch weitere Neuinfektionen in der Gemeinde im direkten Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen im Ludgerus-Haus.

Am Freitag (20. November) waren 63 Personen infiziert – gut 50 mehr als noch vor knapp zwei Wochen. Zudem befinden sich laut Ordnungsamt derzeit 120 Personen in Quarantäne. „Dass sich Besucher direkt bei ihren Angehörigen angesteckt haben, ist eine von vielen denkbaren Möglichkeiten“, sagt Christian Bödding. Bewiesen sei das nicht, aber eben auch nicht ausgeschlossen.

Eine dritte Reihentestung von Bewohnern und Mitarbeitern des Ludgerus-Hauses ist für Mitte nächster Woche vorgesehen. Vorher wird der Caritasverband zudem erneut mit eigenen Antigen-Schnelltests Abstriche bei allen Bewohnern und Mitarbeitern nehmen. In einer ersten Testung am vergangenen Wochenende gab es bei allen getesteten Bewohnern in den beiden nicht betroffenen Wohnbereichen negative Ergebnisse.

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