Erweiterung zum Sport- und Kulturzentrum ist beschlossene Sache
„Durchsichtiges Manöver“

Heek/Nienborg -

Dass es mit seinem Antrag, über die Zukunft Turnhalle der Kreuzschule per Bürgerratsentscheid zu entscheiden, bei den Ratsmitgliedern nicht mit fröhlicher Zustimmung rechnen durfte, konnte sich das Dinkelbündnis am Mittwochabend ausrechnen.

Donnerstag, 17.12.2020, 14:42 Uhr aktualisiert: 17.12.2020, 16:18 Uhr
Mit der Sanierung und Erweiterung der Kreuzschul-Turnhalle kann jetzt begonnen werden.
Mit der Sanierung und Erweiterung der Kreuzschul-Turnhalle kann jetzt begonnen werden. Foto: Rupert Joemann

Und auch wenn dessen Fraktionsvorsitzender Bernhard Holtkamp vor der Abstimmung in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats betonte, dass der Antrag nicht für einen politischen Kleinkrieg genutzt werden sollte, wurde ihm genau das von CDU und SPD vorgeworfen.

„Damit wird ausschließlich das Ziel verfolgt, den anderen Parteien fehlende Bürgernähe zu unterstellen“, wetterte CDU-Fraktionschef Walter Niemeyer .

Das ist nur ein durchsichtiges Manöver, um sich selbst zu profilieren.

CDU-Fraktionschef Walter Niemeyer

Die in seinen Augen „dünne Begründung“ des Antrags sei ein Zeichen, sich gar nicht ernsthaft mit der Sache auseinandergesetzt zu haben. „Das ist nur ein durchsichtiges Manöver, um sich selbst zu profilieren.“

In die gleiche Kerbe schlug Hermann Kösters für die SPD: „Das ist ein durchsichtiges Manöver des Dinkelbündnisses.“ Seine Fraktion sei prinzipiell gerne bereit, Bürger in Entscheidungen mit einzubeziehen. „Aber in diesem Fall absolut nicht.“ Seit Jahren habe es immer eindeutige Entscheidungen in den Ausschüssen und im Rat gegeben, dass die Halle zu einem Kultur- und Sportzentrum ausgebaut werden soll. „Wenn der Rat jetzt diesem Antrag zustimmt, ist das ein Armutszeugnis.“

Wenn der Rat jetzt diesem Antrag zustimmt, ist das ein Armutszeugnis.

Hermann Kösters, SPD

Selbst Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff, alles andere als ein erklärter Gegner des Dinkelbündnisses, hielt eine flammende Rede gegen den Antrag – für die er sogar Applaus von SPD- und CDU-Fraktion bekam: „Ich sehe das auch kritisch – der Antrag kommt aus einer bestimmten Motivation heraus“, machte er seine Meinung eindeutig klar.

Sie sind dazu legitimiert, diese Entscheidungen zu treffen – das ist Ihr Job!

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff

Die Bürger könnten bei der Flut von Zahlen und Gutachten, die seit 2014 immer wieder in Rat und Ausschüssen behandelt worden sind, gar nicht beurteilen, welche Konsequenzen eine bestimmte Entscheidung haben würde. Genau deshalb gebe es ja das politische Gremium: „Sie vertreten die Bürger“, wandte er sich an die Ratsmitglieder. „Sie müssen auch alle Entscheidungen ihnen gegenüber erklären. Sie sind dazu legitimiert, diese Entscheidungen zu treffen – das ist Ihr Job!“

Das Statement beeindruckte offenbar selbst das Dinkelbündnis so sehr, dass die Diskussion damit endete und abgestimmt wurde. Mit dem vorher absehbaren Ergebnis, dass der Antrag mit den Stimmen von CDU und SPD abgelehnt wurde.

Ein ähnlicher Schlagabtausch entwickelte sich beim nächsten Punkt, der endgültigen Abstimmung über die Erweiterung der Sporthalle zu einem Kultur- und Sportzentrum. Auch hier versuchte das Dinkelbündnis noch einmal, seinen ablehnenden Standpunkt zu vertreten.

Die Art und Weise, wie mit uns kommuniziert wird, finde ich höchst verwerflich.

Birgit Wüsten, Dinkelbündnis

Matthias Alfert (SPD) und Elisabeth Voss (CDU) warfen der Wählergruppe vor, angeblich die Interessen der Schule vertreten zu wollen, ohne mit Schulleiterin Martina John gesprochen zu haben. „Ihre Argumente laufen alle ins Leere, weil sie sich nicht informiert haben“, meinte Alfert.

„Ich möchte hier mal klarstellen, dass wir nicht gegen die Interessen der Schule handeln wollen und finde es verwerflich, dass Sie uns das vorwerfen“, haderte Birgit Wüsten mit den beiden anderen Fraktionen. „Auch die Art und Weise, wie mit uns kommuniziert wird, finde ich höchst verwerflich.“

Dinkelbündnis-Fraktionschef Bernhard Holtkamp beklagte eine mangelnde Kreativität: „Mich stört, dass wir uns nicht über Alternativen zu den Plänen unterhalten.“

Damit traf er einen Nerv. „Alternativen sind schon seit 2014 thematisiert worden“, wies ihn Walter Niemeyer zurecht. Die Beratung darüber habe 2016 zu dem jetzigen Ergebnis geführt. „Sie waren damals noch nicht im Rat, aber Sie können sich ja mal im Ratsinformationssystem die alten Unterlagen ansehen“, konnte sich Niemeyer eine Spitze nicht verkneifen.

Auch diese Diskussion endete mit dem vorhersehbaren Ergebnis: Die Verwaltung soll mit den Stimmen von SPD und CDU mit den Ausschreibungen aller Gewerke für die Erweiterung der Sporthalle zu einem Kultur- und Sportzentrumbeginnen.

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