Rat findet überraschend Lösung für die Kindergartensituation in Nienborg
Plötzlich ging es doch ganz schnell

Nienborg -

Dass es in diesem Jahr noch eine Entscheidung über die Zukunft der Kindergartenlandschaft in Nienborg geben würde, war eigentlich schon ausgeschlossen. Die CDU-Abgesandten des eigens eingerichteten Arbeitskreises konnten sich nicht zwischen zwei Optionen entscheiden. Nachdem SPD und Dinkelbündnis in der Ratssitzung zur Eile mahnten, wurden sich plötzlich doch alle ganz schnell einig.

Freitag, 18.12.2020, 18:56 Uhr
Der Erweiterung der beiden bestehenden Nienborger Kindergärten hat der Gemeinderat am Mittwoch den Weg versperrt. Stattdessen soll mit einem weiteren Träger für mehr Wettbewerb gesorgt werden.
Der Erweiterung der beiden bestehenden Nienborger Kindergärten hat der Gemeinderat am Mittwoch den Weg versperrt. Stattdessen soll mit einem weiteren Träger für mehr Wettbewerb gesorgt werden. Foto: privat

Eigentlich sollte der Punkt, der bei der jüngsten Gemeinderatssitzung als Nummer sieben auf der Tagesordnung stand, nur im Vorbeigehen abgehakt werden: Am Montag hatte sich der Arbeitskreis, der aus den möglichen Szenarien für die Lösung der fehlenden Kindergartenplätze in Nienborg das passendste heraussuchen sollte, zuletzt getroffen.

Die davon erwartete Beschlussempfehlung für den Rat kam dabei allerdings nicht heraus, die CDU-Teilnehmer des Arbeitskreises konnten sich zwischen zwei der fünf Optionen nicht entscheiden und meldeten weiteren Beratungsbedarf an. Nicht mehr als das sollte eigentlich in der Ratssitzung verkündet werden.

Die Zeit drängt

Aber da unterbrach SPD-Fraktionschef Hermann-Josef Schepers das beschauliche Abspulen der Tagesordnungspunkte: „Wir haben uns schon intensiv Gedanken gemacht und sind da schon weiter als die Verwaltung: Wir wollen eine neue Einrichtung in Trägerschaft des DRK. Die Zeit drängt, von uns aus können wir das heute direkt beschließen.“

Bernhard Holtkamp unterstützte für das Dinkelbündnis diesen Vorschlag: „Wir brauchen schnell eine Lösung. Wir haben das ähnlich wie die SPD diskutiert: Wir sollten über einen Neubau im Bereich Hoffstätte sprechen, Träger könnte das DRK werden.“ Elisabeth Voss legte noch einmal die Gründe für das Zögern der CDU dar: „Wir sind mit Blick auf zusätzliche Öffnungszeiten vorsichtig geworden. Zweizügige Kindergärten sind zu klein, um da flexibel zu sein.“

Hehres Ziel

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff teilte diese Ansicht: „Meine Sorge ist auch, dass ein zweiter Kindergartenträger zwar ein hehres Ziel, ein zweizügiger Kindergarten aber nicht so flexibel sein kann wie ein vierzügiger – der hat einfach mehr Möglichkeiten.“

Den Einwand von Birgit Wüsten vom Dinkelbündnis, dass auch ein zweizügiger Kindergarten flexible Öffnungszeiten anbieten könne, „das kostet halt nur mehr Geld“, kommentierte er: „Klar, mit Geld geht alles.“

Carolin Schuckenbrock (DB) brachte ein weiteres Argument ins Spiel: „Dies ist wahrscheinlich die letzte Chance, einen weiteren Träger nach Nienborg zu holen“, wies sie auf das bestehende Monopol der katholischen Kirche als Kindergartenträger hin.

Weiterer Träger schafft Wettbewerb

Dem schloss sich Hermann-Josef Schepers an: „Ein weiterer Träger schafft Wettbewerb, auch bei der Bereitstellung von Öffnungszeiten.“ Selbst Walter Niemeyer (CDU) fand ein Argument für diese Option: „Ein Neubau ist sinnvoll, sonst kann später nicht mehr an den bestehenden Standorten erweitert werden“, verwies er auf die begrenzten Ausbaumöglichkeiten in St. Franziskus und St. Peter und Paul.

Hermann Kösters (SPD) machte schließlich Nägel mit Köpfen: „Wir wollen auf jeden Fall eine Abstimmung noch heute Abend.“

Obwohl Dinkelbündnis und SPD ohnehin eine Mehrheit gehabt und den Beschluss auch alleine hätten durchbringen können, wurde die Sitzung unterbrochen, damit die CDU-Fraktion sich noch einmal beraten konnte. Schließlich deutete sich bereits an, dass auch sie gerne offiziell ihre Zustimmung geben würde. Und genauso kam es dann auch: „Wir unterstützen die Idee eines Neubaus unter neuer Trägerschaft und die Einleitung des Auswahlverfahrens dafür“, verkündete Niemeyer nach der Rückkehr im zum Ratssaal umfunktionierten Musikzentrum der Landesmusikakademie.

Damit war die anschließende Abstimmung nur noch Formsache, einstimmig entschieden sich alle drei Fraktionen dafür, die Verwaltung mit den Vorbereitungen zum Bau eines neuen Kindergartens in Nienborg zu beauftragen.

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