Mehrere Betrugsversuche bei der Polizei angezeigt
Bankangestellte erkennt „Enkeltrick“

Gronau/Ahaus/Heek -

Mehrere Tausend Euro hatte eine ältere Dame in Heek bei der Bank abgehoben, nachdem ein Anrufer, angeblich ihr Enkel, behauptet hatte, in einen Unfall verwickelt zu sein und er sofort Bargeld benötige. Auch die IBAN-Nummer gab die Frau in dem Telefonat preis.

Mittwoch, 06.01.2021, 15:39 Uhr
Mehrere Betrugsversuche bei der Polizei angezeigt: Bankangestellte erkennt „Enkeltrick“
Foto: dpa

Auch im neuen Jahr sind Telefonbetrüger weiter aktiv und treiben ihr perfides Unwesen auf Kosten der Älteren.

Zur Geldübergabe kam es glücklicherweise jedoch nicht: Die Heekerin vertraute sich ihrer Schwiegertochter an, die Schlimmeres verhindern konnte und die Polizei einschaltete.

In Ahaus verhinderte eine aufmerksame Bankmitarbeiterin, dass die Betrugsmasche „Enkeltrick“ gelang, indem sie die Polizei informierte.

Dramatischer Anruf

Eine 87-Jährige Ahauserin hatte zuvor einen dramatischen Anruf erhalten: Er habe einen Menschen umgefahren und würde ins Gefängnis kommen, wenn er keine Kaution bezahlen könne, gab der Täter an, der sich als Verwandter ausgab. Die Seniorin gab in dem Telefonat Auskunft über ihre Vermögensverhältnisse und ging zur Bank, um den geforderten Geldbetrag abzuheben – was die Bankmitarbeiterin zum Glück verhinderte. Bei einem weiteren Anruf in Ahaus bemerkten die Täter, dass die angerufene 83-Jährige nicht alleine in der Wohnung war und beendeten das Gespräch.

In Gronau kam es ebenfalls zu mehreren Anrufen der Betrüger. In einem Fall erkannte die Tochter der Angerufenen die Masche und beendete das Gespräch. In drei weiteren Fällen bemerkten die Geschädigten selber den Betrug und legten auf.

Wortgewandte Männer

In den meisten Fällen hatten die Unbekannten männliche Stimmen. Die Täter sprachen verständlich, laut und wortgewandt. Die Taten ereigneten sich am Dienstag zwischen 11.20 Uhr und 13.45 Uhr.

Mit dem bereits des Öfteren beschriebenen Trick, angeblich gebe es einen Unfall oder Geldsorgen von Angehörigen, versuchen die Anrufer ihre Opfer zu beunruhigen. Im weiteren Verlauf wollen die Täter die Vermögensverhältnisse ausforschen und ihre Opfer dazu zu bringen, Geld und Schmuck persönlich an einen „Boten“ zu übergeben – es sind aber die gierigen Hände der Betrüger. Dies gelingt zwar nur in seltenen Fällen, aber leider werden trotzdem immer wieder ältere Menschen um ihr Erspartes gebracht.

In den Fällen vom Dienstag fielen die Angerufenen nicht auf den Trick herein, beziehungsweise verhinderten aufmerksame Menschen den Betrug. Leider ist damit zu rechnen, dass die Trickbetrüger weiter ihr Unwesen treiben werden.

Polizei: Seien Sie kritisch!

Die Polizei rät, insbesondere ältere Verwandten und Bekannten aufzuklären. An die Bankangestellten gerichtet, bittet sie: „Seien Sie weiter kritisch und melden Sie Verdachtsfälle umgehend der Polizei. Wie sich in Ahaus gezeigt hat, ist nur durch das schnelle Handeln ein hoher finanzieller Schaden verhindert worden.“

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