Schlöffkenfest fällt erstmals komplett aus
Nachfeiern ist kein Thema

Heek -

Mettwurst, Schnesen, die typische Tracht und eine ausgelassene Stimmung durch alle Generationen hinweg: Dafür steht das Schlöffkenfest mit seiner langen Tradition in Heek.

Freitag, 08.01.2021, 17:07 Uhr
Auch wenn das Schlöffkenfest
Auch wenn das Schlöffkenfest Foto: Till Goerke

Jedes Jahr im Januar am Sonntag und Montag nach den „Heiligen drei Königen“ ist in der Dinkelgemeinde richtig was los.

Unter Regie der Mitglieder des Heimat- und Schützenvereins feiern und pflegen die Heeker ihre Tradition. Doch in diesem Jahr macht Corona dem bunten Treiben einen Strich durch die Rechnung. Erstmals überhaupt fällt das Schlöffkenfest aus. Und zwar ersatzlos.

​„Nachfeiern war für uns noch nie ein Thema“, sagt Karl Flüeck vom Heimatverein. Es sei allein schon wegen der Tradition schwierig. „Das wird es nicht geben.“

Traurige Premiere

„Wir hätten sehr gerne gefeiert, aber es geht eben nicht in diesen Zeiten“, bringt es Flüeck auf den Punkt. In den Worten schwingt hörbar Wehmut mit. Denn jetzt ist etwas eingetreten, das es vorher so noch nicht gegeben hat. „Ich bin seit 1998 dabei und ich wüsste nicht, dass das Event jemals ausgefallen wäre. Es ist in diesem Jahr also die traurige Premiere.“

​Die Entscheidung sei intern schon Ende Oktober gereift. „Da war ja schon anhand der Entwicklung absehbar, dass es schwierig werden würde.“ Zunächst habe man noch überlegt, eine „Lightversion“ anzubieten, aber das habe man schnell verworfen. „Es wäre ja nichts Ganzes und nichts Halbes gewesen.“

Kneipensterben bereitet Sorge

Und obwohl sich die „Schlöffken“-Tradition und das damit verbundene Brauchtum im Lauf der Jahrzehnte gewandelt hat und es in diesem Jahr ersatzlos ausfallen muss, eines sei dennoch klar: Die Tradition soll aufrechterhalten werden. Das betont Karl Flüeck. „Wir hoffen darum auch, dass uns der Krammarkt erhalten bleibt. Der gehört einfach dazu.“ ​Sorgen bereitet Karl Flüeck mit Blick auf die „Schlöffken“-Tradition da schon eher das Kneipensterben in Heek. Denn eigentlich gehört es dazu, auch durch die Kneipen zu ziehen. „Aber in Heek gibt es ja nicht mehr viele. Es wird immer weniger. Das ist sehr schade.“ Eine Entwicklung, auf die der Heimat- und Schützenverein keinen Einfluss hat.

Nachwuchssorgen gibt es dagegen keine: Selbst Kindergartenkinder kamen mit selbstgemachten Schnesen und daran befestigter Mettwurst ins Bürgerhaus. „Es ist einfach schön zu sehen, dass sich der Nachwuchs für unsere Tradition interessiert. Das macht Hoffnung für die Zukunft“, frohlockt Karl Flüeck.

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