Rat steht Wunsch des Gewerbevereins Heek-Nienborg skeptisch gegenüber
Genaue Zahlen sollen her

Heek/Nienborg -

Selbstständige und Betriebe kämpfen ums wirtschaftliche Überleben. Darum fordert der Gewerbeverein Heek-Nienborg in einem Antrag von der Gemeinde weitere finanzielle Hilfe für die Gewerbetreibenden (die WN berichteten).

Freitag, 05.02.2021, 20:23 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 20:30 Uhr
Veranstaltungen wie der Hasensonntag werden auch in diesem Jahr
Veranstaltungen wie der Hasensonntag werden auch in diesem Jahr Foto: Angelika Hoof

Der Wunsch fand in der jüngsten Ratssitzung allerdings noch keinen großen Zuspruch. „Eine Anpassung der Gewerbesteuer können wir nicht nachvollziehen“, sagte beispielsweise Mario Strehlow ( CDU ). „Die Steuern sind doch an den Gewinn gekoppelt.“

​Auch die vom Gewerbeverein angeregten Veranstaltungen wie „Tag der offenen Tür“ oder der traditionelle „Hasensonntag“ wurden im Rat unter den Vorzeichen von Corona samt Schutzverordnung als unpassend eingestuft. „Veranstaltungen dieser Art sehe ich kritisch. So etwas ist derzeit einfach nicht möglich“, so Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff .

Keine Begeisterungsstürme

Auch der angeregte Aufbau jeweils einer Abholstation pro Ortsteil nach dem Vorbild von DHL-Packstationen, an denen zuvor online in den örtlichen Geschäften erworbene Einkäufe rund um die Uhr abgeholt werden könnten, lösten keine Begeisterungsstürme aus. ​Mario Strehlow bemängelte, dass der Antrag nur allgemeine Anregungen ohne konkrete Pläne und Kostenschätzung beinhalte. „Liegt so etwas vor, können wir als Gemeinde schauen, wo und wie wir uns beteiligen können.“ Und auch der Bürgermeister sagte: „Ich kann das, Stand jetzt, alles noch nicht abschließend beurteilen.“

Einen Pauschalbetrag für die Gewerbetreibenden wird es also wohl nicht geben, die Möglichkeit, einzelne Aktionen zu unterstützen, bleibt aber offen.

Einig waren sich alle drei Fraktionen, dass auch eine mögliche Verlängerung der Sondergutscheinaktion zunächst einer genaueren Betrachtung der Zahlen bedürfe.

Wo wird tatsächlich Geld benötigt?

Aktuell sind die im vergangenen Jahr von der Gemeinde mit 30 000 Euro subventionierten Gutscheine bis zum 31. März gültig. Vergriffen sind die Gutscheine übrigens alle, eingelöst aber wohl noch nicht.

„Wie sind denn die Rückläufe der Gutscheine? Wie viele profitieren überhaupt davon? Das müsste doch zu klären sein“, wollte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hermann-Josef Schepers wissen. Und für den Fall, dass nur wenige von den Gutscheinen profitieren würden, solle man sich besser etwas anderes überlegen.

In diese Kerbe schlugen auch die Fraktionsvorsitzenden Bernhard Holtkamp (DB) und Walter Niemeyer (CDU): Auch sie regten an, dass die Verwaltung in Person des Bürgermeisters der Lokalpolitik mal aufzeigen soll, wie es wirtschaftlich um die Heeker Firmen bestellt ist und wo tatsächlich Geld benötigt wird. Das soll jetzt angegangen werden, stellte Franz-Josef Weilinghoff in Aussicht.

Im kommenden Haupt- und Finanzausschuss sollen vor allem mit Blick auf die „Sondergutscheine“ Zahlen auf den Tisch kommen – allerdings nur im nicht öffentlichen Teil.

Zudem werden sich die Fraktionen noch intern besprechen. „Eventuell können wir das Thema zu den Haushaltsberatungen mit aufnehmen“, so Weilinghoff.

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