Verwaltung lehnt Anschaffung von Luftreinigungsgeräten ab
In Heek bleiben die Fenster offen

Heek/NienborgDavon ab werde die Verwaltung mit dem Thema immer mal wieder konfrontiert. Regelmäßig gingen im Rathaus digitale Angebote in Sachen Lüfter ein. „Das Thema ist für uns ist also nicht neu, aber ich sehe da akut keinen Bedarf“, macht Franz-Josef Weilinghoff nochmals deutlich. -

Die meisten Klassenräume sind verwaist. Kein Geschrei, kein Getobe auf dem Flur oder Pausenhof. Im Lockdown herrscht Ruhe in den Schulen. Nur eine Notbetreuung wird angeboten, Homeschooling ist angesagt.

Montag, 08.02.2021, 17:54 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 18:00 Uhr
Auch wenn‘s mal kalt werden kann: Reinigungsgeräte sind in Schulklassen kein vollwertiger Ersatz für das Querlüften.
Auch wenn‘s mal kalt werden kann: Reinigungsgeräte sind in Schulklassen kein vollwertiger Ersatz für das Querlüften. Foto: dpa

Eigentlich ein guter Zeitpunkt, um Luftfilter für die Zeit nach dem Lernen auf Distanz zu installieren.

Stadtlohn investierte zum Beispiel gerade 112 000 Euro, um alle Klassen der vier Grundschulen mit Virenfilter-Geräten auszustatten. Auch Legden setzt auf Luftfilter. Doch in Heek wird es das vorerst es nicht geben.

„Wir sehen das Thema kritisch“, stellte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff in der jüngsten Ratssitzung klar. „Wir können nicht eindeutig erkennen, ob es tatsächlich Verbesserungen gibt.“ Zu dem Thema gebe es verschiedene Studien, die nicht alle zum selben Ergebnis kämen. Laut Verbraucherzentrale könnten die Luftreiniger zwar die Luftqualität verbessern, sie seien aber kein Ersatz für regelmäßiges Lüften.

Selbst bei niedrigen Temperaturen sei regelmäßiges Querlüften noch immer die effektivste Methode des Luftaustauschs.

Kein blinder Aktionismus

Auch das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass mobile Luftreinigungsgeräte zwar die Anzahl virushaltiger Partikel in Innenräumen senken können, doch ob diese Minderungen dafür ausreichen, eine Infektionsgefahr hinreichend abzuwenden, sei noch nicht bewiesen. „Wir raten vom blinden Aktionismus ab“, so der Bürgermeister.

Eine zuvor bei der Verwaltung schriftlich eingereichte Frage brachte den Stein in der Einwohnerfragestunde ins Rollen. Konkret lautete die Frage, ob es nicht sinnvoller sei, die Heeker Schulen mit Lüftern auszustatten, anstatt den Gewerbeverein mit 50 000 Euro oder mehr zu unterstützen.

​Aber funktioniert das mit dem Lüften in den Heeker Schulen überhaupt? „Wir haben die Räumlichkeiten in den Schulen ausführlich geprüft. Wir haben keine Probleme. Es kann überall gelüftet werden“, verspricht Franz-Josef Weilinghoff.

 

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