Gefälschter Überweisungsträger
Betrüger nehmen Reitverein ins Visier

Nienborg -

Der Schock bei den Verantwortlichen des Reitvereins St. Georg Heek-Nienborg war groß. Über 5000 Euro fehlten vor einigen Tagen plötzlich auf dem Konto. Das, was auf den ersten Blick wie eine normale Überweisung aussah, stellte sich als dreister Betrug heraus. Und der oder die Täter waren vor Ort aktiv.

Montag, 22.02.2021, 18:13 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 17:54 Uhr
Mit einem gefälschten Überweisungsträger, der in der Volksbank-Filiale Nienborg abgegeben worden war, versuchten Betrüger Geld vom Konto des Reitvereins St. Georg Heek-Nienborg sich zu erschleichen.
Mit einem gefälschten Überweisungsträger, der in der Volksbank-Filiale Nienborg abgegeben worden war, versuchten Betrüger Geld vom Konto des Reitvereins St. Georg Heek-Nienborg sich zu erschleichen. Foto: Martin Klose

„Das war furchtbar, ein Schock. So eine Dreistigkeit ist einfach unfassbar“, stellt die RV-Vorsitzende Mattea Heinrich klar. Anders als beim Betrugsversuch im Oktober 2020 operierten sie dieses Mal nicht über das Internet.

Nur die Bankverbindung sowie die Namen des Vorstands dürften sich die Betrüger auf digitalem Weg besorgt haben. Alles Weitere lief mittels klassischem Überweisungsträger ab. Dieser wurde bei der Volksbank-Filiale in Nienborg eingereicht.

„Das kann für lokale Täter sprechen, aber muss es nicht zwangsläufig“, ordnet Kreis-Polizeipressesprecher Frank Rentmeister den Vorfall ein. Die Volksbank jedenfalls überwies die auf dem Überweisungsträger angegebene Summe von 5280,40 Euro auf die vermeintliche Bankverbindung eines großes Elektronikfachmarkts.

Unterzeichnerin gar nicht befugt

Das hätte laut Reitverein gar nicht erst passieren dürfen. Denn der Überweisungsträger sei mit einem Namen aus dem Vorstand „unterschrieben“ gewesen, der nicht befugt sei, dies überhaupt zu tun. „Dafür ist bei uns bisher nur eine Person berechtigt. Das ist wohl leider so bei der Bank durchgerutscht“, sagt Mattea Heinrich.

Jochen Schürmann, Teilmarktleiter Heek, stellt auf Anfrage klar: „Überweisungen unserer Kunden werden systematisch und detailliert kontrolliert.“ Damit könnten die meisten aller Betrugsversuche im Vorfeld verhindert werden.

In diesem Fall wurde die Überweisung allerdings leider nicht als Fälschung identifiziert, räumt Schürmann ein. „Wir überprüfen den vorliegenden Sachverhalt genau, um unsere Kontrollmechanismen weiter auszubauen.“ Einen finanziellen Schaden des Reitvereins hätte die Volksbank regulieren müssen.

So hatten Reitverein und Bank Glück im Unglück, dass Kassenwartin Tanja Schlichtmann sehr aufmerksam war.

Zufall half mit

„Großes Lob, dass sie da sofort reagiert hat“, hebt Mattea Heinrich hervor. Obendrein half auch der Zufall ein wenig mit.

​Denn als die Kassenwartin zufällig mittels Onlinebanking einige Dinge für den Verein regeln wollte, sei sie aus allen Wolken gefallen, als sie die 5000-Euro-Abbuchung gesehen habe.

„Sie hat alles richtig gemacht, wir haben uns direkt ausgetauscht und eine umgehende Rückbuchung veranlasst“, berichtet Mattea Heinrich. Der finanzielle Schaden wurde so gerade noch abgewendet. Was bleibt, ist ein Gefühl des Unbehagens. „Es ist schon komisch, dass wir als kleiner Verein gleich zwei Mal in so kurzer Zeit ins Visier von Kriminellen geraten“, so die Vorsitzende. „Man macht sich da im ersten Moment schon Gedanken, ob es da jemand persönlich auf uns abgesehen hat.“

Im Oktober 2020 wurde ein Vereinsmitglied in einer gefälschten Mail, die angeblich von einem Vorstandsmitglied kam, aufgefordert, die Kosten für die Jahreshauptversammlung zu begleichen – ebenfalls mittels Überweisung.

​Möglich ist auch, dass der Reitverein nur ein Zufallsopfer ist. Es ist sogar von einer Häufung dieser Vorfälle im Kreis Borken zu hören. Etwas, das Polizei-Pressesprecher Frank Rentmeister nicht bestätigen kann. Es gebe immer mal wieder solche Fälle. Von einer Häufung mag er nicht sprechen.

Der Reitverein Heek-Nienborg hat Anzeige erstattet. „Wir haben den Vorfall auch an den Kreisverband weitergeleitet und werden jetzt noch wachsamer sein“, sagt Mattea Heinrich.

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