Mehrkosten für Eltern: OGS-Beiträge in Heek sollen steigen
Weit weg von der Höchstgrenze

Heek/Nienborg -

Müssen Eltern in Heek bald tiefer in die Tasche greifen für die OGS-Betreuung? Geht es nach dem Ausschuss für Bildung und Soziales, dann ja.

Montag, 01.03.2021, 18:28 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 16:55 Uhr
In Zeiten des Fachkräftemangels soll die Gemeinde für pädagogische Fachkräfte attraktiver werden und damit die Qualität der Betreuung langfristig sichergestellt werden.
In Zeiten des Fachkräftemangels soll die Gemeinde für pädagogische Fachkräfte attraktiver werden und damit die Qualität der Betreuung langfristig sichergestellt werden. Foto: dpa

Aktuell liegt der Elternbeitrag bei 35 Euro pro Monat zuzüglich 45 Euro Essensgeld. Für die zum Schuljahr 2021/22 geplante Erhöhung gibt es gute Gründe.

Zusammen mit Legden hat die Dinkelgemeinde den niedrigsten Elternbeitragswert im Kreis Borken. Empfänger von Familienzuschlag, Wohngeld oder SGB II-Leistungen sind generell befreit. Und die letztmaligen Erhöhungen in den Ortsteilen liegen auch schon einige Jahre zurück. In Heek war dies zuletzt 2019 der Fall, in Nienborg 2015. Jetzt sollen für beide Ortsteile zehn Euro dazukommen, also 45 Euro pro Monat plus Essensgeld.

​Damit folgt die Lokalpolitik einstimmig einer Empfehlung der Gemeindeprüfungsanstalt, die eine generelle Erhöhung der Elternbeiträge nahegelegt hat. Davon ab möchten die beiden Offenen Ganztagsschulen die Gehälter und den Urlaubsanspruch der Beschäftigten an die Festsetzungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst angleichen.

Attraktiver für Fachkräfte

Die Idee: In Zeiten des Fachkräftemangels soll die Gemeinde für pädagogische Fachkräfte attraktiver werden und damit die Qualität der Betreuung langfristig sichergestellt werden. Das zieht natürlich einen höheren Kostenaufwand nach sich.

​Und bevor der Aufschrei groß ist: Laut Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung für Gebundene und Offene Ganztagsschulen kann ein Träger sogar einen maximalen Elternbeitrag bis zu 203 Euro je Monat pro Kind erheben. Ab dem 1. August erhöht sich diese Höchstgrenze zudem jährlich zum Schuljahresbeginn um drei Prozent.

Davon ist man in Heek also noch weit entfernt. Allerdings ist es denkbar, dass perspektivisch die Elternbeiträge an das jeweilige (Familien-)Einkommen angepasst werden.

Soziale Gerechtigkeit

Diesen Punkt sprach im Ausschuss der SPD-Fraktionsvorsitzende Herman-Josef Schepers an. „Für die soziale Gerechtigkeit“, wie er anmerkte. Grundlage könne dabei die Einkommenssteuererklärung sein. ​Für die Verwaltung würde dies mit Blick auf die Einkommensprüfung und die notwendigen Kontrollen natürlich einen höheren Arbeitsaufwand nach sich ziehen.

Doch deswegen ist das Thema nicht vom Tisch. Aktuell aber spielt es keine Rolle. „Personal und Elternbeiträge werden ein Dauerthema bleiben“, wie Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff klarstellte. Den endgültigen Entschluss, die Elternbeiträge um zehn Euro zu erhöhen, muss jetzt noch der Rat fassen.

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