Politik stellt 100 000 Euro für Corona-Schutztechnik an Schulen und Kitas in den Haushalt ein
Polster für zügiges Reagieren

Heek/Nienborg -

Die schrittweise Schulöffnung läuft in NRW seit dem 22. Februar. Zuerst kehrten die Kinder der Grundschulen und der Abschlussklassen in die Schulen zurück. Ab dem 15. März füllen nun auch die Schüler der übrigen Stufen die Klassenzimmer wieder mit Leben. Zumindest tageweise.

Dienstag, 16.03.2021, 20:58 Uhr aktualisiert: 16.03.2021, 21:00 Uhr
Noch streiten sich die Gelehrten, welches die effektivste Methode zur Verminderung der Virenlast in Schulen ist.
Noch streiten sich die Gelehrten, welches die effektivste Methode zur Verminderung der Virenlast in Schulen ist. Foto: dpa

Darum steht jetzt mit Blick auf die hohe Inzidenz im Kreis Borken auch in Heek Geld für Schutzmaßnahmen an den Schulen und Kitas bereit. Den Entschluss fällte die Lokalpolitik jüngst einstimmig. Doch noch ist nicht klar, ob das Geld auch tatsächlich eingesetzt wird.

In einem Antrag der SPD-Fraktion im Haupt- und Finanzausschuss forderte sie in einem Zweistufenplan Schutzmaßnahmen wegen der Pandemie an den Heeker Schulen und Kitas. In der ersten Stufe sollten Fieberdisplays zum Einsatz kommen – alternativ regelmäßige Tests – und in Stufe zwei Lüftungsanlagen.

Die Idee als als solche stieß fraktionsübergreifend auf offene Ohren. Jörg Oellerich ( CDU ) sagte: „Es muss etwas passieren. Das sehen wir auch so.“ Und Birgit Wüsten (DB): „Wir finden es wichtig, etwas zu tun. Kann man da eventuell von den Erfahrungswerten anderer Kommunen profitieren?“

​Einige Kommunen in der Nachbarschaft setzen zum Beispiel Lüfter in den Schulen ein. Von diesem Einsatz hatte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff bisher noch abgesehen, weil die Verwaltung nicht eindeutig erkenne könne, ob es durch sie tatsächlich Verbesserungen gebe.

Keine Fieberdisplays

​Durchgesetzt hat sich jetzt aber die Lokalpolitik. „Ich kann verstehen, dass man etwas machen will, aber vor blindem Aktionismus kann ich nur warnen“, teilte der Bürgermeister die Ansicht des Rats nicht. Lüften sei nach wie vor die effektivste Methode. Und dass (lokale) Anbieter mit ihren Lüftern Geld verdienen wollten, liege auch auf der Hand.

Vom Tisch ist allerdings der Einsatz von Fieberdisplays. Als zu unpraktikabel wurden diese letztlich von den Ausschussmitgliedern eingestuft. Wohlgemerkt nur was den Einsatz in Schulen oder Kitas betrifft. Über alle anderen Möglichkeiten soll die Verwaltung jetzt Informationen aus anderen Kommunen einholen. Was funktioniert gut? Und was nicht?

​Ob dann allerdings tatsächlich Maßnahmen umgesetzt werden, ist noch unklar. „Wichtig ist erst mal, dass wir einen Haushaltsansatz haben und das Ganze in den Fachausschuss bekommen“, machte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hermann-Josef Schepers deutlich. 100 000 Euro, darauf verständigten sich die Ausschussmitglieder, sollen in den Haushalt 2021 eingestellt werden. Wenn dann eine eindeutige Empfehlung komme, dass eine oder mehrere Maßnahmen nachhaltig effektiv seien, könne man so zügig reagieren.

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