In Heek verunglückten im vergangenen Jahr 39 Menschen im Straßenverkehr – zum Glück keiner tödlich
Pedelecfahrer besonders gefährdet

Heek/Nienborg -

Jedes Jahr veröffentlicht die Kreispolizei die Unfallstatistik. Und während in vielen Kommunen des Kreises die Statistik laut Landrat Dr. Kai Zwicker „stark beeinflusst ist durch die Corona-Pandemie“, sieht die Geschichte in der Dinkelgemeinde anders aus.

Mittwoch, 24.03.2021, 17:54 Uhr
Häufigste Ursache für Unfälle ist im Kreis Borken die Missachtung der Vorfahrt. Danach folgen Abbrems- und Wendemanöver (24 Prozent) sowie zu geringer Abstand.
Häufigste Ursache für Unfälle ist im Kreis Borken die Missachtung der Vorfahrt. Danach folgen Abbrems- und Wendemanöver (24 Prozent) sowie zu geringer Abstand. Foto: Stefan Grothues

Von einem Rückgang der Unfälle kann nicht gesprochen werden. Im Gegenteil.

So gab es in Heek im vergangenen Jahr mehr Unfälle der Kategorie eins bis vier, mehr schwere Unfälle, mehr Verunglückte sowie mehr schwer und leicht verletzte Personen. Auch die Zahl der Rad- und Pedelecunfälle war nicht rückläufig. Im kreisweiten Vergleich schneidet Heek in Relation somit nicht gut ab.

​Grundsätzlich, das zeigt die Kreis-Statistik, sind die Verkehrsunfallzahlen gesunken. Ein möglicher Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Schulschließungen und Homeoffice führten nachweislich zu weniger Verkehr auf den Straßen. Weniger Verkehr heißt auch weniger Risiko für einen Verkehrsunfall.

Insgesamt erfreuliche Entwicklung

Nicht von ungefähr ging die Zahl der Unfälle insgesamt und die der Verletzten sowie Getöteten im Kreis jeweils um mehr als 16 Prozent zurück. Bei leicht steigender Autodichte im Kreis Borken gab es insgesamt 9523 Unfälle. Eine erfreuliche Entwicklung, die an Heek vorbeiging.

​Gab es 2019 noch 31 Unfälle der Kategorie eins bis vier, waren es 2020 36. Zu diesen Kategorien werden Unfälle mit Personen- und/oder erheblichem Sachschaden gezählt. Um 200 Prozent gestiegen ist die Zahl der schweren Unfälle. Waren es 2019 nur zwei, ist die Zahl 2020 um vier Fälle auf sechs gestiegen.

Auch die Zahl der Verunglückten ist von 34 (2019) auf 39 gestiegen. Darüber hinaus gab es mehr Schwerverletzte (2019: 5 – 2020: sieben) ebenso wie mehr Leichtverletzte (2019: 29 – 2020: 32).

Weniger Unfallfluchten

Erfreulich ist aber die Tatsache, dass es im vergangenen Jahr wie schon 2019 keine Todesfälle im Heeker Straßenverkehr gab. ​Ebenfalls erfreulich: Die Zahl der Unfälle, bei denen ein Fahrzeugführer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, ging von fünf auf drei Fälle zurück. Ebenfalls gab es weniger Unfallfluchten. Waren es 2019 laut Statistik noch 35, sank die Zahl 2020 auf 30.

Als Unfallursache Nummer Eins hat die Polizeibehörde Borken die Missachtung der Vorfahrt (37 Prozent) ausgemacht. Es folgen Abbrems- und Wendemanöver (24 Prozent) sowie zu geringer Abstand (19 Prozent). Rückläufig ist überhöhte Geschwindigkeit als Ursache (fünf Prozent), in sechs Prozent der Unfälle war Alkohol beim Fahrer im Spiel.

Tragisch überrepräsentiert

​Der stellvertretende Leiter der Direktion Verkehr, Peter Lefering, stellte zudem die „besorgniserregende Entwicklung bei Fahrrad- und speziell bei Pedelecfahrenden vor“, die nach wie vor bei den Verletzten und Getöteten „überrepräsentiert“ seien. Die Zahl der verunglückten Pedelecfahrer ist im vergangenen Jahr entgegen dem allgemeinen Trend gestiegen – um mehr als zehn Prozent. Betroffen ist überproportional die Altersklasse der Senioren.

In NRW kamen 30 Pedelecfahrende ums Leben – sieben davon aus dem Kreis Borken. Um die Werte der Kommunen vergleichen zu können, wird die sogenannte Verunglückten-Häufigkeitszahl (Anzahl der Verunglückten mal 100 000 geteilt durch die tatsächliche Einwohnerzahl der Kommune) ermittelt. In Heek betrug dieser Wert 2020 ebenso wie 2019 104. Damit liegt die Gemeinde im Kreis Borken im Mittelfeld.

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