Ludgerus-Kirchendach erneuert
Wasser hat jetzt keine Wege mehr

Heek -

Dass bei einem Sturm mal die eine oder andere Dachziegel ihren Platz verlässt, ist nichts Ungewöhnliches – sie wird ersetzt, und alles ist gut. Zuletzt war das auf dem Anbau der Ludgerus-Kirche jedoch nicht mehr so einfach.

Donnerstag, 01.04.2021, 19:00 Uhr
Jörg Wilming (l.) und Azubi Carlo Naber erledigen die Feinarbeiten wie das Verfugen der Übergänge von den Dachziegeln zur Giebelwand.
Jörg Wilming (l.) und Azubi Carlo Naber erledigen die Feinarbeiten wie das Verfugen der Übergänge von den Dachziegeln zur Giebelwand. Foto: Bernd Schäfer

„Wenn eine herunterfiel, kamen die drumherum gleich mit“, erzählt Pfarrer Josef Leyer . Denn: Gut 50 Jahre nach dem Anbau des Seitenschiffs hatte der Zahn der Zeit ordentlich an der Dachkonstruktion genagt. Pfarrer Leyer weiß auch genau, warum: Auf dem nur sehr flach geneigten Schleppdach kann Regenwasser nicht schnell ablaufen. Erschwerend kommt hinzu, dass das Schiff auf der Nordseite der Kirche liegt und deshalb kaum etwas von der Sonne abbekommt, die das Wasser verdunsten lassen würde. Selbst der Wind konnte nicht helfen, beim Bau des Dachs Ende der 1960er-Jahre wurden noch keine Lüftungsziegel eingesetzt.

So konnte die Feuchtigkeit jahrzehntelang tief in die Konstruktion eindringen, oder sogar durch sie hindurch: „Nach starken Regenfällen wurden Kirchenbänke und Sitzpolsterauflagen nass. Es gibt Wasserflecken auf dem Marmorboden“, beschreibt Josef Leyer.

Die Ursache war zuletzt nur noch schwer – wenn überhaupt – zu finden. Durch Haarrisse in den Ziegeln und Schäden an den Bitumenbahnen der Unterdeckung suchte sich das Wasser seinen Weg in den Innenraum der Kirche – aber der war meist nicht der direkte und blieb entsprechend verborgen.

Seit gut einer Woche sind Mitarbeiter der Firma Opperbeck Bedachungstechnik dabei, Ziegel, Verlattung und Isolierung zu erneuern. Im ersten Schritt wurden die alten Ziegel vorsichtig abgenommen und gute Exemplare eingelagert. „Die über 50 Jahre alten Dachziegel von der Firma Laumann werden seit 15 Jahren nicht mehr produziert und sind auf dem Markt auch nicht mehr zu bekommen“, erklärt Pfarrer Leyer. Mit den jetzt geretteten Ziegeln können künftig Schäden im gegenüberliegenden Seitenschiff repariert werden. Die Sanierungsmaßnahme kostet insgesamt rund 25 000 Euro, von denen das Bistum Münster 20 000 Euro übernimmt. Die verbleibenden 5000 Euro werden aus der allgemeinen Rücklage der Pfarrei Heilig Kreuz bezahlt.

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