Schöppingen
„Schöppingen als Kunstort etablieren“

Montag, 22.10.2007, 17:10 Uhr

Schöppingen . Das Alleinstellungsmerkmal „Künstlerdorf“ verstärkt als Marketing-Instrument einsetzen, Schöppingen sozusagen selbst zum Künstlerdorf machen – das ist neben der Darstellung der inhaltlichen Arbeit der Stipendiaten das Hauptziel des Kunst-Projekts „Schritt für Schritt – Schöppingen voll Kunst“. Ein ehrgeiziges Unterfangen, bei dessen Umsetzung in den kommenden Jahren gleich eine ganze Reihe von lokalen Akteuren an einem Strang ziehen. Neben dem bekannten und bewährten „Dreiklang“ Künstlerdorf, Gemeinde und „Initiative“, der unter anderem bereits drei Mal die Stadtmarketingaktion „Ab in die Mitte“ vorbereitet und durchgeführt hat, sind nunmehr auch die Bürgerstiftung sowie diverse lokale Unternehmen als Sponsoren mit im Boot. „All diese Akteure bringen sich in das neue Projekt ein – und alle werden, so denke ich, profitieren“, sagte Künstlerdorf-Geschäftsführer Dr. Josef Spiegel gestern beim Vorstellungstermin.

Was verbirgt sich nun genau hinter der neuen Initiative, die Kunst als Schöppinger Markenzeichen in die Region transportieren soll? Erster Baustein ist der Aufbau einer „Kunstsammlung Schöppingen“ mit Bildern, fotografischen Arbeiten sowie Grafiken, die in verschiedenen öffentlichen Gebäuden einer Perlenschnur gleich in Form einer Galerie präsentiert werden sollen.

Zweite Idee: An diversen, ebenfalls öffentlich zugänglichen Orten sollen sogenannte Literaturoasen geschaffen werden. Dort werden Bücher von ehemaligen und aktuellen Autoren der Stiftung einsehbar sein. „Das könnte im Rathaus sein, aber auch in einer Arztpraxis oder in einem Hotel“, schildert Spiegel seine Vorstellungen.

Zugpferd soll der dritte Mosaikstein, der Aufbau einer Skulpturen-Route im öffentlichen Raum sein. Dank der Unterstützung der Bürgerstiftung und lokaler Unternehmen hat die Stiftung Künstlerdorf extra hierfür ein Sonderstipendium eingerichtet. Stefan Rohrer hat als erster Künstler den Zuschlag erhalten und fertigt derzeit bereits eine Arbeit an. Da das Autohaus Holste & Wuff Sponsor ist, wird das Kunstwerk sich mit der Sparte „Automobiles“ beschäftigen. Rohrer arbeitet bereits an einem überdimensionalen Auto mit extravaganten, teils an Designer Colani erinnernden Formen. Im Frühjahr des kommenden Jahres soll es installiert werden, der Standort ist noch nicht festgelegt.

Weitere Sponsoren für anschließende Projekte hätten bereits Interesse bekundet, betonte Stadtmarketing-Chef Rüdiger Sasse. Insgesamt ist die Initiative zunächst auf vier Jahre angesetzt. Zu gegebener Zeit soll auch ein Flyer aufgelegt werden, der umfassend zu den einzelnen Kunstwerken informiert, kündigte Reinhold Wellers (Initiative) an.

Bei allen drei Mosaiksteinen des Kunstprojektes bauen die Verantwortlichen auf ein bereits vorhandenes Fundament. Ob Bisky-Gemälde im Rathaus, Granitscheiben-Skulptur auf dem Berg oder Explosions-Darstellung eines Holzbootes von Stefan Sous auf dem Dachboden des Künstlerdorf-Hauptgebäudes – die Anfänge sind in jeder Sparte bereits gemacht. Zusätzliche Motivation habe die im kommenden Jahr anstehende Umgestaltung der Ortsdurchfahrt gegeben, machte Bürgermeister Josef Niehoff deutlich. „Auch in diesem Zusammenhang bedeutet das Projekt eine große Chance, die es zu nutzen gilt“, so der Rathauschef.

Zusammen mit der über Jahre gewachsenen, „inzwischen sehr vertrauensvollen Kooperation“ (O-Ton Sasse) zwischen den Akteuren soll die erfolgreiche Umsetzung des Gesamtprojektes gelingen.

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