Schöppingen
Wie einst die Wikinger

Freitag, 09.07.2010, 17:07 Uhr

Schöppingen - Celinas rechter Arm schwingt zwei, drei Mal vor und zurück. Die Siebenjährige zielt, dann lässt sie das Wurfholz aus ihrer Hand gleiten. „Klack“, macht es, als das Wurfholz den Klotz auf der Wiese trifft und dieser umfällt. Ihre Team-Mitglieder jubeln.

Celina Mol ist die jüngste Akteurin bei den „Woodsnipers“ („Holzscharfschützen“), einem Schöppinger „Kubb“-Team. Daniel und Kathrin Mol, Selinas Eltern, haben das Team vor fünf Jahren gegründet. Inzwischen hat das Team 16 Mitglieder und schon an diversen Turnieren teilgenommen.

„Kubb“ ist ein altes Gesellschaftsspiel, das schon bei den Wikingern gespielt wurde, weshalb es auch „Wikingerschach“ genannt wird (s. „Zum Thema“). Die Mols lernten das Spiel während eines Urlaubs in Holland kennen. „Wir waren bei meinem holländischen Onkel zu Gast. Der erzählte, er habe da so ein Spiel aus Schweden mitgebracht“, erzählt Daniel Mol über seine erste Begegnung mit „Kubb“. Es war der Beginn einer großen Leidenschaft.

Für eine Trainingseinheit haben sich sechs Team-Mitglieder auf einer Wiese nahe des Künstlerdorfs versammelt. Sie bilden eine Mannschaft und machen sich gemeinsam daran, mit den sechs Wurfhölzern die fünf gegnerischen „Kubbs“ abzuwerfen. Wenn diese auf der Basislinie stehen, müssen die Hölzer zielgenau acht Meter weit geworfen werden. „Kubb“-Spieler brauchen gutes Augenmaß - und viel Übung.

Am 5. Mai 2005 gründeten die Mols die „Woodsnipers“. Das Team wuchs mit der Zeit, schaffte Trikots und weitere „Kubb“-Spiele an, entwarf ein Wappen und ging mit einer eigenen Homepage (www.woodsnipers.de) online. Bei 14 Turnieren sind die „Woodsnipers“ inzwischen angetreten, von der selbst initiierten Schöppinger „Kubb“-Meisterschaft bis zu den Niederländischen „Kubb“-Meisterschaften in Nijeveen/Drenthe, an denen rund 50 Teams teilnehmen. Auch am heutigen Samstag ist dort wieder ein sechsköpfiges Team aus Schöppingen am Start.

Obwohl die „Woodsnipers“ schon seit fünf Jahren in Schöppingen „Kubb“ spielen, werden sie regelmäßig angesprochen: was für ein Spiel das ist, nach welchen Regeln gespielt wird, wo es das Spiel zu kaufen gibt. Auch bei ihrem Übungsspielchen am Künstlerdorf kommen zwei interessierte Frauen dazu. „Wir haben so ein Spiel geschenkt bekommen, wissen aber gar nicht, wie man es spielt“, erklärt eine der beiden. Dann schauen sie sich die Grundregeln bei dem Team in den blau-gelben Trikots ab.

Die Team-Farben verweisen auf Schweden, wo „Kubb“ gewissermaßen zu Hause ist. Hier wird auch das Turnier ausgetragen, bei dem die „Woodsnipers“ unbedingt antreten wollen: die „Kubb“-Weltmeisterschaft. „2015 wollen wir in Schweden dabei sein“, erzählt Daniel Mol. Dann soll im Team auch ein Generationenwechsel eingeleitet werden. Die jüngsten Mitglieder, darunter Tochter Celina, sind dann Teenager, die ältesten - Mols Eltern - werden in fünf Jahren 70.

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